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Hardthöhenkurier 4/2016 Leseprobe

Marine Nach dem „Kleinen Flaggenwechsel“ beginnt die „militärische Laufbahn“ der Fregatte F222 BADEN-WÜRTTEMBERG. © Marine / Dennis Schneider F125 – der Weg bis zur Einsatzfähigkeit Nach dem „Kleinen Flaggenwechsel“ beginnt die „militärische Laufbahn“ der Fregatte F222 BADEN-WÜRTTEMBERG Kapitän zur See Roland Kalinski, Referatsleiter Einsatzunterstützung 2, Marinekommando 92 Übernahme und erste Werftprobefahrt der F222 Nach Projektierung und langjähriger Fertigung begann im April dieses Jahres für die BADEN-WÜRTTEMBERG mit der erstmaligen Seefahrt, der sogenannten Werftprobefahrt, die Zeit der Erprobungen und damit der Nachweis der geforderten Leistungsfähigkeit. Am Ende des zweijährigen Prozesses wird neben der Erklärung über die Verwendbarkeit der Fregatte BADEN-WÜRTTEMBERG auch eine Aussage für die gesamte Schiffsklasse F125 getroffen. Die kommende Erprobungsphase wird nicht nur die materiellen und operativen Aspekte betreffen, sondern da- rüber hinaus die Überprüfung der gemachten Annahmen und technischen Unterstützung des Mehrbesatzungsmodells beinhalten. Der erreichte Meilenstein ist Anlass genug, das Projekt Fregatte Klasse 125 aus Sicht der Marine einmal mehr unter den folgenden Aspekten zu beleuchten. Die Einsatzbelastung für die Deutsche Marine hat in letzter Zeit beständig zugenommen. Die Flotte stellt gleichzeitig Einheiten für vier verschiedene mandatierte Einsätze. Hinzu kommen unter anderen Verpflichtungen im Rahmen der Standing Maritime Groups der NATO und die Teilnahme an gemeinsamen Übungen. Dies geht einher mit einer gleichzeitigen Außerdienststellung von Einheiten, beispielsweise den Fregatten der Klasse F122 und den Schnellbooten der Klasse S143A. Die Anzahl der verfügbaren Plattformen für Einsatzaufgaben wird darüber hinaus durch die umfänglichen Maßnahmen zum Erhalt der Einsatzreife Fregatten Klasse F123 sowie die Hardware-Regeneration für die Klasse F124 mit beeinflusst. Umso wichtiger sind ein möglichst schneller, termingerechter Zulauf der vier Fre- gatten der Klasse F125 und deren Verfügbarkeit für Einsatzaufgaben. In diesem Artikel soll der Weg bis dahin beschrieben und auf die unterschied- lichen Herausforderungen bis zum ersten Einsatz – voraussichtlich Frühjahr 2019 – eingegangen werden. Die vier Einheiten der Fregatten Klasse F125 werden von der ARGE F125, einem Verbund aus Thyssenkrupp Marine- systems und der Friedrich Lürssen Werft, gebaut. Der Schiffsbau der Vordersektionen erfolgte an den Lürssen Standorten Lemwerder und Wolgast. Anschließend wurden die Vorderschiffe nach Hamburg überführt, um sie dort mit dem bei Blohm und Voss ent- standenen achteren Sektionen und Aufbauten zu verschweißen. Alle vier Schiffe, Vorder- und Achtersektionen, sind aktuell am Werftstandort in Hamburg und sie befinden sich in verschiedenen Stufen der Fertigstellung: Das Typschiff BADEN-WÜRTTEMBERG befindet sich in der Erprobungsphase, auf der NORDRHEIN-WESTFALEN findet derzeit die Inbetriebnahme der Anlagen statt. Auf der dritten F125, SACHSEN- ANHALT, wird die Ausrüstung vorangetrieben. Die vierte Fregatte befindet sich noch im Baudock und wird voraussichtlich am 11. Mai 2017 auf den Namen RHEINLAND-PFALZ getauft. Die Ablieferung der BADEN-WÜRTTEMBERG an den öffentlichen Auftraggeber wird voraussichtlich im Mai 2017 erfolgen. HHK 4/2016


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