Berlin, 29 Juli 2020 – Eigentlich sollten in dieser Woche 200 Soldatinnen und Soldaten gemeinsam mit Reservistinnen und Reservisten in stillem Gedenken an die Verstorbenen und Gefallenen der Bundeswehr marschieren. Doch aufgrund der Covid-19-Pandemie musste der Marsch zum Gedenken 2020 in seiner geplanten Form ausfallen. Stattdessen wurden im kleinen Rahmen im Wald der Erinnerung in Potsdam sowie am Ehrenmal der Bundeswehr am Verteidigungsministerium in Berlin Kränze niedergelegt. Rund 750 Menschen verfolgten den Live-Stream der Kranzniederlegung aus dem Bendlerblock bei Facebook und gedachten so gemeinsam aller 3292 in Ausübung ihres Dienstes Verstorbenen. Das Video ist weiterhin abrufbar.

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Foto: ©Florian Rode

„Es ist gut, dass die Bundeswehr nicht nur selbst an ihre Toten erinnert, sondern dass das in den Standorten, in den Gemeinden geschieht, dass das durch die Verbände geschieht aber auch durch die Medien“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Peter Tauber vor dem Ehrenmal der Bundeswehr am Verteidigungsministerium. „Das ist unser Auftrag: Immer wieder die Geschichten dieser Männer und Frauen erzählen, die jeden Tag Dienst tun. Auch derjenigen, die im Dienst ihr Leben gelassen haben“, so der Staatssekretär weiter. Der Hauptmann d.R. war im vergangenen Jahr selbst die letzte Teiletappe des Marsches durch Berlin mitmarschiert und drückte so seine Anteilnahme aus.

Der Präsident des Reservistenverbandes, Oberstleutnant d.R. Prof. Dr. Patrick Sensburg, sprach besonders die Hinterbliebenen der im Dienst Verstorbenen an: „Es stirbt nicht nur ein Soldat, es stirbt auch der Vater, die Mutter, der Sohn, die Tochter, der Freund, die Freundin. Ein Menschenleben endet und verändert die Welt der Angehörigen für immer. Das Zusammenkommen mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, ist für viele betroffene Familien Unterstützung und Halt.“

Die Reservistenarbeitsgemeinschaft Military Brotherhood Germany und der Reservistenverband hatten den Marsch 2020 gemeinsam mit dem Kommando für Territoriale Aufgaben der Bundeswehr vorbereitet, um ein Zeichen zu setzen. Auch wenn der Marsch ausfallen musste, ist das aus Sicht der Organisatoren gelungen: „Wir wollten Kontinuität zeigen. Uns ist wichtig, dass das Gedenken trotzdem stattfinden konnte, um zu zeigen, dass eine Krise – egal welcher Art – uns nicht daran hindert, unserer gefallenen Kameraden zu gedenken “, so Stabsfeldwebel d.R. Stephan Matz. 

Im kommenden Jahr soll der Marsch zum Gedenken dann wieder wie gewohnt stattfinden und eine möglichst breite Öffentlichkeit erreichen. Der Stellvertretende Generalinspekteur und Beauftragte für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr, Generalleutnant Markus Laubenthal, hat bereits seine Zustimmung zu einer Durchführung des Marsches gegeben.

Gemeinsam gegen das Vergessen!

Weitere Informationen unter www.reservistenverband.de