Berlin, 30. November 2021 – Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wendet sich mit einem Tagesbefehl an die Truppe und betont darin die Bedeutung der Impfung gegen COVID-19. Aktuell ist die Bundeswehr wieder zunehmend im Kampf gegen die Pandemie gefragt. „Wer anderen hilft, muss selbst geschützt sein“, betont die Ministerin.

 

Soldatinnen und Soldaten,
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Das Corona-Virus trifft uns auch in der vierten Welle der Pandemie mit der ganzen Wucht eines unsichtbaren Feindes. Die Zahl der Neuansteckungen steigt schnell, die Intensivstationen sind vielerorts voll belegt. Engpässe in der Versorgung Erkrankter sind nicht mehr auszuschließen. Wir sind in einer dramatischen Lage, die uns erschöpft und die wir alle vermeiden wollten. Und wieder ist unsere Bundeswehr dazu aufgerufen, den Menschen in Deutschland und Europa zu helfen.

Wie schon in den vergangenen 21 Monaten stehen die Soldatinnen und Soldaten auch heute wieder im Einsatz – in den Gesundheitsämtern, auf den Intensivstationen, in den Pflegeheimen und natürlich beim Impfen und Testen. Seit vergangener Woche verlegen Luftwaffe und Sanitätsdienst gemeinsam mit zivilen Einsatzkräften Intensivpatienten aus Corona-Hotspots in weniger betroffene Gebiete. Wieder reichen unsere Männer und Frauen den Hilfsbedürftigen und Betroffenen ihre helfenden Hände.

Bei aller Bereitschaft zum Helfen muss die Bundeswehr in diesem Winter aber auch andere wichtige Verpflichtungen im Blick behalten. Wir übernehmen 2022 in der NATO Response Force und ab 2023 in der NATO VJTF große Verantwortung für Europas Sicherheit. Die Einsatzbereitschaft der hierfür gemeldeten Kontingente hat für uns hohe Priorität. Ihre Ausbildung und Zertifizierung muss auch in pandemischen Zeiten gesichert sein.

Wir stemmen uns mit aller Kraft gegen das Virus, insbesondere wenn andere an ihre Grenzen stoßen.

Um den Kreislauf der Pandemie zu durchbrechen, brauchen wir deshalb mehr als nur Hilfsbereitschaft. Wir brauchen den Beitrag jedes Einzelnen, damit der Ausnahmezustand nicht zum Normalfall wird. Der wichtigste persönliche Beitrag, den wir leisten können, ist die Impfung. Mit ihr haben wir ein scharfes Schwert gegen die Ausbreitung des Virus und ein schützendes Schild vor einer Erkrankung mit schwerem Verlauf.

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Foto © Bundeswehr/Sebastian Wilke

Ich habe daher am 24. November nach Beratung und Zustimmung der Personalvertretungen und Beteiligungsgremien angewiesen, dass die Impfung gegen Covid-19 unverzüglich in die Liste der duldungspflichtigen Immunisierungen des militärischen Personals aufgenommen wird. Wer anderen hilft, muss selbst geschützt sein. Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr dienen Deutschland, sie haben Vorbildfunktion. Nutzen Sie die Möglichkeit zum Boostern, also zur Auffrischung, damit Ihr Schutz erhalten bleibt, oder holen Sie die noch fehlende Immunisierung nach. Wer sich schützt, der hilft auch, unsere personelle Einsatzbereitschaft in dieser angespannten Zeit zu sichern. Es ist Ausdruck von Kameradschaft, dass sich auch hier jeder auf den anderen verlassen kann.

Die ernste Lage fordert uns diesen neuerlichen Kampf gegen die Pandemie mitten in der Adventszeit ab. Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Rücksichtnahme und der Nächstenliebe. In diesem Jahr, wie schon 2020, hat das eine besondere Bedeutung. Das größte Geschenk, das wir unseren Familien, Freunden und Mitmenschen heute machen können, ist die Vorsicht vor dem Virus. Halten Sie bitte die Abstände ein, reduzieren Sie deutlich Ihre persönlichen Kontakte, beachten Sie die Hygienemaßnahmen.

Ich bin sehr stolz darauf, dass sich die Menschen in unserem Land auf die Bundeswehr verlassen können, wenn es darauf ankommt. Auch im neuen Corona-Krisenstab, der in diesen Tagen einberufen wird, werden unsere Männer und Frauen Verantwortung übernehmen.

Für Ihren Einsatz danke ich Ihnen von Herzen! Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen Gesundheit, Kraft und Geduld in herausfordernder Zeit.

Ihre
Annegret Kramp-Karrenbauer
Bundesministerin der Verteidigung

Quelle BMVg