Wunstorf, 10. März 2026. Der neue Flugzeughangar nimmt Form an. Er ist Hauptbestandteil des künftigen A400M-Wartungszentrums von Airbus, das derzeit unmittelbar neben dem Fliegerhorst gebaut wird. Auf dem 120.000 m2 großen Baufeld entstehen neben der 145 m breiten und 40 m hohen Halle auch ein Verwaltungsgebäude, Werkstätten, Technikbereiche, eine Kantine und ein Parkhaus.
Baustelle der Superlative
Damit die Halle zu Wartungszwecken flexibel genutzt werden kann, muss der Hangar stützenfrei errichtet werden. Zu diesem Zweck übernehmen zwei sogenannte Hauptfachwerke aus Stahl von außen die Traglast. Sie ermöglichen so den Verzicht auf Stützen in dem Hangar selbst. Später werden Sie 15 Meter über der eigentlichen Halle hinausragen, erläutert die Baufirma Köster GmbH.
Präzisionsarbeit
Ein Hauptfachwerk wiegt 700 Tonnen. Es ist 145 m breit und 14 m hoch. Im ersten Schritt werden die vorgefertigten Einzelteile der aufwendigen Konstruktion vor Ort auf der Baustelle miteinander verbunden. Dann erfolgt der Hub des XXL-Bauteils sowie die Montage an seiner endgültigen Position. Damit das reibungslos gelingt, müssen sechs 650-Tonnen-Spezialkräne die Konstruktion simultan anheben und aufrichten. So geschehen mit dem ersten Hauptfachwerk am 10. Dezember 2025. Nun steht seit auch das zweite Teil, um die insgesamt rund 2.500 Tonnen schwere Decke des Hangars zu tragen.
Das A400M Wartungszentrum
Airbus Defence and Space CEO Michael Schöllhorn setzte am 9. Oktober 2023 den traditionellen Spatenstich für das neue A400M-Wartungszentrum auf dem Gelände unmittelbar neben dem Fliegerhorst zusammen mit hochrangigen Vertretern aus Politik und Bundeswehr. „Hier werden wir die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr vertiefen und die Verfügbarkeit und Einsatzfähigkeit der A400M weiter verbessern. Das neue Wartungszentrum wird die erfolgreiche Kooperation zwischen Industrie und Luftwaffe nachhaltig stärken“, sagte Schöllhorn. Und der damalige Inspekteur Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, betonte: „Weltweite Einsatzbereitschaft mit unserer A400M-Flotte – das geht nur gemeinsam mit Airbus.“

Die Fertigstellung des A400M-Wartungszentrums ist für Anfang 2027 geplant. Die endgültige Inbetriebnahme ist nach Zulassung durch das Luftfahrtamt der Bundeswehr für Mitte 2027 vorgesehen.
2+1 Docks
Neben dem Hangar für die Wartungsarbeiten entsteht ein Bürokomplex, in den das ganze Personal des Support Centre einziehen wird. Insgesamt sind rund 300 Arbeitsplätze vorgesehen. Im Vollbetrieb sollen „2+1 Docks“ betrieben werden. Zwei vollwertige Docks für die C-Checks sowie ein drittes „Pre-Post-Dock“, z. B. für Restarbeiten zum Abschluss eines Checks oder kleinere Störbehebungen. Auf diese Weise wird kein Dockplatz in der Halle blockiert, dort kann das nächste Flugzeug schon eingerüstet werden und der Check beginnen.
Kurze Wege
„Das wesentliche Merkmal sind die kurzen Wege und, dass wir Flugzeuge auch einfach mal in das Wartungszentrum schleppen können, wenn sie fällig für die Wartung sind, aber nicht mehr fliegen dürfen“, erläutert Peter Kalak, Head of A400M Support Centre Germany. Derzeit müssen sie noch aufwendig repariert werden, bevor sie von Wunstorf nach Manching fliegen. Das wird man sich in Zukunft ersparen.

