Entscheidende Elemente der künftigen Kriegsführung
Die Fähigkeit zur erfolgreichen Kriegsführung ist das Fundament von Streitkräften und Kernaufgabe der Bundeswehr. Vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Herausforderungen wie dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, zahlreicher Beispiele hybrider Kriegsführung auch gegen Deutschland und der immer dynamischeren technologischen Entwicklungen stehen die Streitkräfte vor der Aufgabe, sich bis 2029 für die Landes- und Bündnisverteidigung umfassend neu auszurichten.
Die intelligente und echtzeitnahe, maschinell unterstützte Verarbeitung von Informationen, die gesteigerte Dynamik und Unberechenbarkeit der Operationsführung sowie schwer einschätzbare Eskalations- und Deeskalationsdynamiken über alle militärischen und zivilen Handlungsfelder hinweg sind die wesentlichen Merkmale des Einsatzumfeldes für die Bundeswehr als Bündnisarmee. Die Anforderungen an moderne Streitkräfte umfassen dabei nicht nur klassische militärische Kompetenz, sondern auch die Fähigkeit, sich in einem vernetzten, multidimensionalen Umfeld zu behaupten. Das Planungsamt der Bundeswehr (PlgABw) ist die Dienststelle unterhalb des BMVg, die mit ganzheitlichem Blick die zukünftige Einsatzfähigkeit der Bundeswehr als Ganzes vorantreibt. Darüber hinaus hat das Planungsamt die federführende Aufgabe für die Einführung von Multi-Domain Operations (MDO) in die gesamte Bundeswehr übernommen.
Multi-Domain Operations und Software Defined Defence als strategische Leitprinzipien
Kriegstüchtigkeit im 21. Jahrhundert ist mehr als der Einsatz moderner Waffen. Sie ist die Fähigkeit, in jedem Konfliktfeld, in allen Dimensionen und Einsatzumgebungen schnell, präzise und koordiniert sowie übergreifend und gleichzeitig zu handeln.
Die für die Ausrichtung der Bundeswehr im Rahmen der Zeitenwende festgelegten Leitprinzipien helfen dabei, die Balance zwischen aktueller Kriegstüchtigkeit und Zukunftsfähigkeit zu finden. Sie haben für die Bundeswehr eine gemeinsame Gültigkeit und sind Richtschnur bei der Überprüfung existierender Strukturen, Verfahren, Prozesse und der Entwicklung des erforderlichen Mindsets. Das Leitprinzip der umfassenden Digitalisierung fordert die Bundeswehr in besonderer Weise: Einerseits geht es um die Erschließung von Zukunftstechnologien. Dazu gilt es, insbesondere durch redundante Cloud-Strukturen die maximale Nutzung unbemannter Systeme, Manned-Unmanned Teaming und Künstlicher Intelligenz (KI) im Gefecht im Sinne von Data Centric Warfare zu ermöglichen.
Andererseits geht es um die Digitalisierung im Rahmen der Operationsführung. Die dimensionsübergreifende Vernetzung aller Sensoren und Effektoren sowie deren vernetzter Einsatz ist in greifbare Nähe gerückt. Auf dieser technischen Grundlage wird die Führung von Multi-Domain Operations tiefgreifende Veränderung für das bestehende Verständnis von Command & Control erfordern. Damit die Bundeswehr MDO als operationelles Leitprinzip vollständig umsetzen kann, bedarf es der Umsetzung von Software Defined Defence als ein strategisches Leitprinzip für die Fähigkeitsentwicklung.
Software ist bereits heute ein wesentlicher Faktor für die Leistungsfähigkeit unserer Systeme. Die flexible Anpassbarkeit und die inhärente Möglichkeit für zum Teil disruptive Veränderungen unterstreichen die Bedeutung für die Bundeswehr. Sensoren, Waffen-, Führungs- und Unterstützungssysteme im Verbund, einschließlich Bestandssysteme, deren Systemdesign eine Hochrüstung nicht zulässt, müssen zusammenwirken, um eine Führungs- und Wirkungsfähigkeit im Sinne von MDO gewährleisten zu können. Dies erfordert einen durchgängigen, resilienten sowie leistungsstarken und robusten Informations- und Kommunikationsverbund, in dem Software ein wesentlicher Faktor ist. Damit wird klar, dass es sich bei MDO und SDD um zwei Seiten einer Medaille handelt.
Den kompletten Artikel lesen Sie in Ausgabe 4/25 des HHK!
Von Oberst i.G. Jochen T. und Oberstleutnant i.G. Lars S., Planungsamt der Bundeswehr
Hier finden Sie Sonderpublikation zur AFCEA!
Hier geht es zum aktuellen IT Report 2025.


