Truppenübungsplatz Putlos: Einzigartige Möglichkeiten

Altes 40-Millimeter-Geschütz des schwedischen Herstellers Bofors auf Feldlafette. (Foto © Fritsch)
Altes 40-Millimeter-Geschütz des schwedischen Herstellers Bofors auf Feldlafette. (Foto © Fritsch)

90 Jahre Standort Oldenburg in Holstein mit dem Truppenübungsplatz Putlos

Der Bundeswehr und verbündeten Streitkräften stehen in Deutschland 20 Truppenübungsplätze zur Verfügung. Fünf davon werden durch Armeen alliierter Nationen oder die NATO verwaltet und durch diese genutzt. Die anderen stehen unter nationaler Verantwortung, deren Hauptnutzer ist die Bundeswehr.

Einen Teil der Truppenübungsplätze gibt es schon „seit Kaisers Zeiten“, andere entstanden nach Verabschiedung des „Gesetzes über den Aufbau der Wehrmacht und Wiederherstellung der Wehrhoheit“ durch den Deutschen Reichstag ab 1935. Zu Letzteren zählt der Truppenübungsplatz Putlos mit seiner Außenstelle Todendorf nahe der Stadt Oldenburg in Holstein. Vor 90 Jahren begann die militärische Nutzung des Gebietes an der Ostseeküste. Ein Jubiläum, das Anfang September 2025 mit einem Tag der offenen Tür begangen wurde.

Übungsplatz und Flüchtlingslager

Damals, zu Beginn, stand in Putlos die Schießausbildung der neu aufzubauenden Panzertruppe der Wehrmacht im Vordergrund. Darüber hinaus wurden Versuche und Erprobungen mit Großgerät und Ausrüstung durchgeführt, darunter Tauchversuche mit gepanzerten Gefechtsfahrzeugen. Während des Zweiten Weltkrieges kam die Flugabwehrausbildung hinzu. Nach Kriegsende 1945 wurden zeitweise bis zu 5.000 Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in den Baracken für die übende Truppe untergebracht.

Dazu nutzte die britische Armee nach kurzer Zeit den Platz für den Schießbetrieb, ab 1947 als „British Army Training Area“. In der Folgezeit übten Soldaten verschiedener Nationen an der Ostseeküste. Rund zehn Jahre später übernahm die junge Bundeswehr die Verantwortung. Die neuen deutschen Streitkräfte trainierten mit fast allen ihren Waffensystemen und nutzten die Möglichkeiten des großen Seegefahrenbereiches in der Hohwachter Bucht.

In der heute zum Truppenübungsplatz gehörenden Wagrien-Kaserne (das frühere „Steinlager“) wurden Einheiten und Verbände fest stationiert, darunter ein Jägerbataillon. Wie nach dem Krieg waren zwischenzeitlich noch zweimal Flüchtlinge untergebracht. So 1989/1990 vorübergehend Menschen aus der Deutschen Demokratischen Republik, 2015/2016 Flüchtlinge aus Syrien.+

Der Übungs- und Schießbetrieb kam dadurch ganz zum Erliegen oder wurde teilweise eingeschränkt. Durch die Reduzierung und Umstrukturierung der deutschen Streitkräfte in den 1990er-Jahren war die Zukunft der Kaserne zunächst nicht gesichert. Heute sind dort wieder mehrere militärische Dienststellen fest stationiert. Einen tiefen Einschnitt brachte die Auflösung der Heeresflugabwehrtruppe 2012. Seitdem sind Luftwaffe und Marine Hauptnutzer von Putlos und Todendorf. Die beiden Teilstreitkräfte führen dort unter anderem mit ihren Waffensystemen Gefechtsschießen und Übungen mit Verbündeten durch. Erneute Veränderungen werden durch die angelaufene Wiederaufstellung der Heeresflugabwehr in den kommenden Jahren erwartet.

Direkt an der Küste

Derzeit befindet sich in der Wagrien-Kaserne neben der Truppenübungsplatzkommandantur das europaweit einzigartige Spezialpionierausbildungs- und Übungszentrum Putlos. Auf dem Übungsplatz stehen sowohl Möglichkeiten für den Feldlagerbau wie auch eine Pipelinepionierausbildungsanlage zur Verfügung. Des Weiteren sind die Sanitätsstaffel Einsatz Oldenburg i. H., eine Inspektion der Marineunteroffizierschule in Plön, eine Ausbildungseinrichtung für die Feldjägertruppe und Teile des Bundeswehr- Dienstleistungszentrums Plön dort beheimatet.

Von Johann R. Fritsch

Den kompletten Artikel lesen Sie in Ausgabe 5/25 des HHK!

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