Nutzung unbemannter Systeme im Sanitätsdienst der Bundeswehr

Unbemanntes System LUNA (Foto © Bw/Dorow)
Unbemanntes System LUNA (Foto © Bw/Dorow)

Die zentrale Aufgabe des Sanitätsdienstes der Bundeswehr besteht in der medizinischen Versorgung der Bundeswehrangehörigen in Friedens-, Krisen- und Einsatzzeiten. Moderne Einsatzszenarien sind dabei durch immer komplexere Bedrohungen gekennzeichnet, oft unter Bedingungen, unter denen eine direkte menschliche Präsenz riskant ist.

Kampfhandlungen, ABC-Bedrohungen (atomar, biologisch, chemisch) oder zerstörte Routen schränken im Krisen- und Kriegseinsatz den Zugang zu Verwundeten erheblich ein. Auch in Katastrophenszenarien stellen blockierte oder unsichere Zugangswege, zerstörte oder einsturzgefährdete Infrastruktur sowie absturzgefährdete Geländeabschnitte Rettungskräfte und das medizinische Personal vor große Herausforderungen. In solchen Situationen bieten unbemannte Systeme, seien es unbemannte Luftfahrzeuge (Unmanned Aerial System, UAS) oder bodengebundene Plattformen (Unmanned Ground System, UGS), erhebliche Vorteile. Sie können zur Informationsgewinnung, Aufklärung oder zum Transport eingesetzt werden, ohne unmittelbar Menschenleben zu gefährden. Unbemannte Systeme sind dabei in unterschiedlichen Autonomiegraden im Einsatz: Zum einen können die UAS und UGS ferngesteuert durch einen Bediener betrieben werden, zum anderen sind sie in der Lage, teilautonom vorprogrammierte Aufgaben zu erfüllen oder sogar autonom eigene Entscheidungen zur Lösung einer vorgegebenen Aufgabe zu treffen und selbstständig zu handeln.

Einsatzgeschichte und aktuelle Nutzung unbemannter Systeme

Unbemannte Systeme werden in der Bundeswehr bereits seit über 30 Jahren eingesetzt. Dabei handelt es sich vor allem um fliegende Aufklärungssysteme, die in der Bundeswehr auch als Drohnen bezeichnet werden. Das Aufgabenspektrum dieser Aufklärungsdrohnen ist dabei vielfältig: Durch sensorbasierte Aufklärung gegnerischer Kräfte und deren Bewegungen, von Hindernissen oder Gefahren tragen sie zur Erstellung eines Lagebildes bei und reduzieren so das Risiko für die eigenen Kräfte. Diese Daten kommen auch dem Sanitätsdienst zugute. Sie unterstützen beispielsweise bei der Entscheidungsfindung, ob ein Patiententransport zu Land möglich ist oder besser per Luft erfolgen sollte, ob Wegstrecken passierbar sind, ob mögliche Aufbauplätze für sanitätsdienstliche Einrichtungen vorhanden sind oder ob Gefahren, etwa durch gegnerische Kräfte, bestehen.

Erweiterte Aufklärungsfähigkeiten und Zusammenarbeit mit der ABC-Abwehr

Dank der fortschreitenden Weiterentwicklung im Bereich der Sensorik können insbesondere UAS, die mit spezialisierter Sensorik ausgestattet sind, eine luftgestützte weiträumige Überwachung ermöglichen. Im Sanitätsdienst der Bundeswehr wird derzeit an einem radarbasierten Aufklärungs-UAS geforscht, welches bei einem Massenanfall von Verwundeten helfen kann, ein Lagebild zu erstellen und es der Einsatzleitung ermöglichen soll, den Überblick zu behalten. Die dabei erforschten Sensoren sind in der Lage, Herzschlag und Atembewegungen zu erfassen und somit Leben zu detektieren.

Eine weitere Fähigkeit der Sensoren ist der „Blick durch Wände“, wodurch mit hoher Wahrscheinlichkeit auch verschüttete Personen aufgespürt werden können. Das Einsatzgebiet solcher Systeme reicht von Großschadensereignissen in Deutschland über Naturkatastrophen und Erdbeben bis hin zu Einsätzen in der Landes- und Bündnisverteidigung. Besonders in Lagen mit oder nach einem ABC-Einsatz kann die Detektion von Überlebenden durch unbemannte Systeme entscheidend sein

Von Autorenteam Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr

Den kompletten Artikel lesen Sie in Ausgabe 6/25 des HHK!

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