Nach jahrelanger Ausbildung ist das große Ziel endlich erreicht. In Wunstorf wurde den zehn neuen Transportflugzeugführern in einem feierlichen Rahmen unter den Augen ihrer Familienangehörigen der Militärflugzeugführerschein und die bronzefarbene „Schwinge“ verliehen. Die nun frisch ernannten Piloten tragen sie ab jetzt wohlverdient an der Dienstuniform.
Dieses Abzeichen steht vor allem für das Können, die Ausdauer und den unerschütterlichen Willen. Es sei aber auch ein Versprechen. Ein Versprechen an Ihre Kameradinnen und Kameraden, an Ihre Einheit und an unser Land, so der Kommodore des Lufttransportgeschwader 62 (LTG 62) Oberst Markus Knoll zu den Piloten.
Einer von ihnen ist Hauptmann Tom, er wird künftig bei der Bundeswehr als A400M-Pilot eingesetzt. Er hat die zweijährige Pilotenausbildung mit vorhergehendem Studium an der Universität der Bundeswehr in Hamburg absolviert. Das Herausforderndste für ihn war, die notwendige Geduld für die einjährige Theorieausbildung aufzubringen und das damit aufkommende Verlangen, endlich in einem Flugzeug zu sitzen, erinnert er sich zurück. Spätestens nach dem ersten Soloflug, als Herr über das Flugzeug, war klar, dass sich das Warten ausgezahlt hat. Der praktische Ausbildungsabschnitt in Montpellier in Frankreich und somit seine ersten Flugerfahrungen auf einem einmotorigen Flugzeug waren für ihn eine sehr prägende Erfahrung.
Viele schrecken vor dem Traum, Pilot bei der Bundeswehr zu werden, zurück, weil sie denken, man müsse ein absoluter Musterschüler sein oder schon perfekte Voraussetzungen mitbringen. Das stimme so nicht, sagt Hauptmann Tom. Leistungsbereitschaft und Disziplin sowie die Bereitschaft, an sich arbeiten zu wollenn, spielen eine große Rolle. Mit der kommenden Schulung auf dem Airbus A400M geht für Hauptmann Tom ein absoluter Wunsch in Erfüllung. Der weltweite Einsatz des Transportflugzeuges aus Wunstorf und vor allem die vielen Fähigkeiten, wie die Luftbetankung oder das Absetzen von Fallschirmspringern, sind unvergleichbar, so Hauptmann Tom. Als Kind übte er über den alten Rechner seines Opas am Microsoft Flight Simulator und weiß für die Zukunft: Pilot sein heißt, nie stehen zu bleiben, sondern sich ständig weiterzuentwickeln. Besonders freut er sich, dabei von den erfahrenen Kameradinnen und Kameraden zu lernen und künftig an bedeutsamen Missionen wie unter anderem humanitären Hilfsflügen teilnehmen zu können.
Seine Kameraden gehen unter anderem zur Flugbereitschaft des BMVg, nach Frankreich zur deutsch-französischen Staffel auf die Hercules C-130J oder werden zu Drohnenpiloten weiter ausgebildet. Drei von ihnen werden ebenfalls beim LTG 62 bleiben und A400M-Piloten werden.

