Uboote sind bereits durch ihre Fähigkeit, sich in den Tiefen der Meere sehr leise und weitgehend unbemerkt zu bewegen und zu verstecken, schwer entdeckbar. Dennoch gelingt es modernen Sonaren immer wieder, Uboote aufzuspüren.
Die Frage sei daher erlaubt, wie die Tarnung getauchter Uboote weiter verbessert werden kann, insbesondere wenn es sich bei deren Einsatzgebiet um Meere relativ geringer Wassertiefe handelt, wie der Ostsee. Im folgenden Artikel stellen die Autoren ein neues Verfahren vor, das es einem Sonar unter bestimmten Voraussetzungen und Bedingungen sehr erschwert beziehungsweise fast unmöglich macht, ein getauchtes Uboot zu entdecken. Das Verfahren wurde als Patent veröffentlicht und von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius mit Urkunde anerkannt.
Bei der Anwendung des Verfahrens werden keine vom Sonar gesendeten Signale unterdrückt oder verändert, sondern alle vom Sonar ausgehenden und vom Uboot empfangenen Signale durch eine geschickte Verknüpfung von IT-, Mess- und Simulationstechniken in der Art und Weise umgerechnet und gesendet, dass das Uboot für das Sonar eines jagenden Schiffes beziehungsweise eines lauernden gegnerischen Ubootes schwerer oder nicht mehr entdeckbar ist. Um das Verfahren anzuwenden, sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:
Das Uboot muss mit sogenannten hydroakustischen Wandlern ausgestattet sein, die über der gesamten Oberfläche des Ubootes verteilt sein müssen. Hydroakustische Wandler sind kompakte Sender-/Empfängereinheiten, die Wasserschall empfangen und senden können. Die Abbildung zeigt eine mögliche Verteilung von Wandlern auf der Oberfläche eines Ubootes.

Das mit Wandlern ausgestattete Uboot wird in einem Tauchbecken, an dessen Wänden Sonarempfänger/- sender eingelassen sind, vermessen. Hierzu wird das Uboot mit verschiedenen Sonaren und unterschiedlichen Signalstärken bestrahlt, um das frequenz-, winkel-, modulations-, temperatur- und phasenabhängige Reflexionsverhalten der Außenhaut des Ubootes zu ermitteln. Das Ergebnis wird in einer Datenbank, auf die die Software des Ubootes Zugriff hat, gespeichert. Nun geht das Uboot auf Tauchfahrt und begibt sich in eine aus der Seekarte vorerkundete Position, die dem Uboot einen Hintergrund bietet. In dieser Position vermisst das Uboot mit seinen Wandlern den Hintergrund, indem die Wandler Signale geringer Signalstärke senden und die vom Hintergrund reflektierten Signale empfangen. Hierdurch kann das Uboot das Reflexionsverhalten des Hintergrundes (Reflexionsgrad und -winkel) bestimmen.
Wichtig ist, dass die gewählte Position einen Hintergrund mit einem höheren Reflexionsgrad als das Uboot aufweist. Auch dieses Ergebnis wird in einer Datenbank, auf die die Software des Ubootes Zugriff hat, gespeichert.

