Das Multinational Medical Coordination Centre – Europe

Das Team des Multinational Medical Coordination Centre - Europe. (Foto © MMCC-E)
Das Team des Multinational Medical Coordination Centre - Europe. (Foto © MMCC-E)

Feste Größe im Sturm des europäischen Zeitenwandels

Die Sicherheitslage in den letzten Monaten ist noch herausfordernder geworden, als es nach 2014 und 2022 der Fall war. Europa muss die volle Verantwortung für seine Verteidigung übernehmen, um Frieden und Freiheit aus einer starken Position und glaubwürdigen Abschreckung heraus zu erhalten.

Für die vielfältigen nationalen Bemühungen ist eine effiziente multinationale militärische Zusammenarbeit zwischen den europäischen Staaten erforderlich. Dazu gehört vor allem auch eine effektive sanitätsdienstliche Unterstützung. Daher wurde bereits 2018 auf Initiative Deutschlands das Multinational Medical Coordination Centre – Europe (MMCC-E) als Antwort auf Forderungen nach einem koordinierten multinationalen militärischen Sanitätsdienst für die europäischen Streitkräfte gegründet. Heute (2025) sind 19 Staaten Vollmitglieder. Die Schweiz trat im März 2025 bei, Finnland beantragte die Mitgliedschaft. Weitere fünf Staaten haben Beobachterstatus.

MMCC-E: Aufbau und Hintergrund

Das MMCC-E hat seinen Sitz in Koblenz und gehört zum Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr. Es entstand aus zwei Strömungen: erstens das Framework Nations Concept: Die Idee Deutschlands, militärische Fähigkeiten in Clustern multinational zu bündeln; zweitens das PESCO-Projekt „European Medical Command“: eine EU-Initiative für medizinische Kooperation. Das Personal setzt sich aus sieben Ländern zusammen: Belgien, Frankreich, Ungarn, Luxemburg, Niederlande, Slowakei und Deutschland. Ein Einsatzoffizier aus Polen wird in der zweiten Hälfte 2026 erwartet.

Das MMCC-E übernimmt folgende Aufgaben:

  • Unterstützung multinationaler sanitätsdienstlicher Koordinationsbemühungen,
  • Verbesserung der Bereitschaft von medizinischem C3 (Command, Control, Consultation) sowie der Planungsfähigkeit,
  • Stärkung der zivil-militärischen Interaktion im medizinischen Bereich und
  • Koordination zur weiteren Entwicklung medizinischer Fähigkeiten.

Daher ist das MMCC-E eine treibende Kraft für die Effizienz der europäischen Sanitätsdienste. Als Plattform zum einfachen internationalen Austausch bietet das MMCC-E für seine Mitglieder einen spürbaren Mehrwert. Funktionsfähige medizinische Einsatzunterstützung im europäischen Raum hängt vor allem von der Möglichkeit ab, multinationale Befehls- und Kontrollstrukturen zu etablieren. Das ist typischerweise ein Schwachpunkt aller militärischen Sanitätsdienste, auch weil eine Verbindung zu zivilen Akteuren aufgebaut werden muss. Dieser Aspekt zivil-militärischer Kommunikation wird in der NATO durch den Begriff „Konsultation“ adressiert. Das traditionelle Akronym C2 (Command & Control) wird damit zum C3 (im Sanitätsdienst auch MedC3 genannt). Das Multinational Medical Coordination Centre – Europe setzt sich daher besonders mit MedC3-Fragen auseinander, verbessert bestehende Führungskonzepte und stärkt Kompetenz durch Übungen.

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine entwickelte die NATO 2024 den Medical Action Plan des NATO Committee of the Chiefs of Military Medical Services (COMEDS). Der Plan wurde vom militärischen Ausschuss der NATO verabschiedet und umfasst folgende strategische Handlungsfelder: Regelungswerk und Gesetzgebung, Personalmangel, Massenanfall von Verletzten (MANV), Patientenevakuierung sowie medizinische Logistik.

Von Hauptmann Mischa Kretschmann, Multinational Medical Coordination Centre – Europe

Den Artikel lesen Sie in Ausgabe 6/25 des HHK!

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