Zur heutigen Eröffnung der Sicherheits- und Verteidigungsmesse Enforce Tac in Nürnberg hat Diehl das mobile Drohnenabwehrsystem Garmr vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Kinetic Defence Vehicle (KDV) auf Basis des Enok AB/Caracal von Rherinmetall, Mercedes Benz und Armored Car Systems (ACS) mit modularem Aufbau. Das Fahrzeug kann dabei über eine standardisierte Schnittstelle unterschiedliche Effektoren aufnehmen und autonom oder vernetzt zum Einsatz bringen.
Auf der Enforce Tac zeigt Diehl den Garmr mit einer M134 Minigun Kaliber 7,62 mm als Nahbereichswaffe und eingerüstetem Senkrechtstart-Modul für 15 Abfangdrohnen des firmeneigenen Typs Cicada im Heck, die gegnerische UAS mittels Netz oder Sprengkopf bekämpfen kann. Als alternative Zuladung ist auch ein seitlich elevierbarer Vierfachstarter für größere Effektoren ausgestellt. Detektion und Zielerfassung erfolgt über ein KI-unterstütztes Sensorpaket und wird von einem Bedienplatz auf dem Rücksitz des Fahrzeugs gesteuert.

Garmr ist nun netzwerkfähig
Durch Weiterentwicklung der Software ist Garmr gegenüber dem KDV nunmehr auch zur vernetzten Kampfführung in der Lage, so dass sich Fahrzeuge dieses Typs mit unterschiedlichen Effektoren ergänzen können. Laut Diehl wird an der Integration von Rohrwaffen mit größeren Kalibern, auch weitere Flugkörper könnten über die Schnittstellenlösung zum Einsatz kommen. Bei der Entwicklung kommen dem Unternehmen demnach Erfahrungen mit dem Vorgängersystem in der Ukraine zugute.
So könnten einige Fahrzeuge kritische Objekte wie Kraftwerke effektiv gegen Drohnenangriffe schützen. Auch mit der Bundeswehr, die den Caracal gegenwärtig als neue Luftlandeplattform zum Ersatz von Wolf und Mungo einführt, sei man in Kontakt. Diehl gibt eine minimale Vorlaufzeit von sechs Monaten von einer Bestellung bis zur Ablieferung beim Kunden an.
Stefan Axel Boes

