Auf der Nürnberger Sicherheits- und Verteidigungsfachmesse Enforce Tac 2026 präsentierte das britische Unternehmen Avon Protection sein Atemschutzsystem Modular Integrated Tactical Respirator (MITRE). Avon stellt bereits seit 140 Jahren Gummiprodukte her und ist seit etwa 20 auch im Sicherheits- und Verteidigungsbereich tätig. Mit MITRE bietet es eine Kombination aus einer kompakten Atemschutz-Halbmaske und einer aktiv belüfteten Schutzbrille an. Diese ist natürlich nicht für ABC- beziehungsweise CBRN-Bedingungen auf dem Gefechtsfeld geeignet, sondern zielt auf Situationen ab, in denen Einsatzkräfte einen leichten Schutz vor Irritationen von Augen und Atemwegen benötigen.
Dazu zählen Szenarien im Polizei- und Justizvollzugsdienst, aber auch Übungen auf Schießständen. Für seine Halbmaske liefert Avon daher zwei verschiedene Filter gegen Reizgase einerseits und Schadstoffpartikel andererseits. Sowohl Maske als auch Filter sind sehr kompakt und brauchen keine speziellen Tragebehälter, sondern lassen sich in gewöhnliche Taschen stecken. Die Filter können je nach Händigkeit des Trägers sowohl links als auch rechts an die Maske gesteckt werden, sind einfach austauschbar und so flach, dass sie den Anschlag einer Waffe an der Schulter nicht behindern sollen.
Avon hat Einsätze unter schwierigen Bedingungen ohne ABC-Schutz im Blick
Die Maske kann mit einem üblichen Halteband über den Kopf gezogen oder auf beiden Seiten an entsprechenden Halteeinrichtungen an einem Helms befestigt werden. Das System enthält eine Positionierungsvorrichtung und einen Magneten, so dass der Nutzer die Clips quasi blind einrasten lassen und wieder abnehmen kann. Avons Partnerfirma Team Wendy bietet dazu auch Helme an, die Aufnahme kann aber an der Universalschiene jedes beliebigen taktischen Helms befestigt werden.

Die Maske verfügt außerdem über eine Sprachprojektionseinheit aus Mikrofon und Lautsprecher im Mundstück, so dass der Träger sich uneingeschränkt verständlich machen kann. Dieses System ist über einen USB-Anschluss aufladbar. Auch die MITRE-Schutzbrille hat eine elektrische Komponente in Form zweier kleiner Ventilatoren, die für die Belüftung sorgen. Diese lassen sich durch einen seitlichen Schalter aktivieren, saugen durch einen Filter an der Oberseite der Brille Umgebungsluft an und drücken sie an der Unterseite wieder aus.
Der Luftstrom ist so gering, dass er die Augen nicht reizen soll, verhindert aber ein Beschlagen der Brillengläser, sorgt für Kühlung und vertreibt etwa eingedrungene Schadstoffe. Die Batterie befindet sich an der Rückseite des Tragebands. Der Ladezustand wird durch eine LED seitlich im Blickfeld des Nutzers angezeigt: Grün für mehr als 20, Rot für weniger als 20 und Rot blinkend für weniger als zehn Prozent. Die Leuchte lässt sich auch deaktivieren, um die Position des Trägers in der Dunkelheit nicht zu verraten. MITRE bietet damit eine komfortable Lösung für Einsätze unter schwierigen Bedingungen, die aber keinen vollen ABC-Schutz erfordern.
Stefan Axel Boes

