In der Kriegsführung wächst die Bedeutung von Drohnen parallel mit ihren Fähigkeiten. Das 3. Minensuchgeschwader folgt dem Trend mit der Aufstellung einer Einsatzgruppe Unbemannte Systeme.
Im März hieß die jährlich stattfindende „Sperrbörse“ in Kiel ihre Gäste willkommen. Bereits seit ihren Anfängen steht diese Veranstaltung für Diskussion, Fortschritt und Weiterbildung in der Welt der Minenabwehr. In diesem Jahr beeindruckten besonders der feierliche Veranstaltungsort sowie mehrere Podiumsdiskussionen. Zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen aus Militär, Wirtschaft, Forschung und Politik waren geladen, um gemeinsam einen Blick auf die Technik der Zukunft zu werfen. Im Fokus standen dabei Innovationen in der traditionsreichen Welt der Minenjagd, allen voran die Verwendung unbemannter Systeme.
Mit der Aufstellung einer eigenen Einsatzgruppe fokussiert die Marine deren Einsatz. Eine Entwicklung, die auch im internationalen Vergleich bei maritimen Kampfverbänden zu beobachten ist. Diese Neugründung ist angesichts des technischen Fortschritts dringend vonnöten. Dabei steht zwar einerseits ein Umdenken bei der Beschaffung neuer Technik an erster Stelle, gleichzeitig zwingt die Einführung unbemannter Systeme jedoch zur Berücksichtigung des bis dato wenig beachteten Faktors Personal. „Es ist ein riesiger Irrglaube, dass unbemannte Systeme automatisch Personal einsparen“, so Fregattenkapitän Andreas Montag, designierter Leiter der neu entstehenden Einsatzgruppe im 3. Minensuchgeschwader. „Jemand muss die Systeme orchestrieren, Daten zusammenbringen, Missionen überwachen, Sonarbilder auswerten, Geräte aus- und einsetzen und warten.“ Als ehemaliger Kommandant des Minentauchereinsatzbootes „Rottweil“ verfügt Montag über mehrjährige operative Erfahrung. Seit mittlerweile zwei Jahren setzt er sich für die Aufstellung einer eigenen Einsatzgruppe ein.
Die neu entstehende Einheit wird Teil des 3. Minensuchgeschwaders. Sie soll mit spezialisiertem Personal aller Verwendungsreihen für eine hohe Verfügbarkeit aller Drohnentypen sorgen, sowohl von See als auch von Land aus. Im 3. Minensuchgeschwader sind unbemannte Systeme nichts Neues. Als Vorläufermodell eines Unmanned Surface Vessel ist die Überwasserdrohne Seehund bereits seit dem Zweiten Golfkrieg im Einsatz, zunächst zusammen mit den Hohlstablenkbooten der „Lindau“-Klasse, später mit den Einheiten der ihnen nachfolgenden „Ensdorf“-Klasse. Auch die kabelgesteuerten Drohnen des Modells Seefuchs sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Minenjagdboote der „Frankenthal“-Klasse. Ergänzt wird die klassische Minenjagdkette durch die Drohnen des Typs Remus 100. Mit ihrer Übergabe vom Seebataillon an das 3. Minensuchgeschwader sind diese Geräte seit Beginn des Jahres nun dort, wo sie am effektivsten verwendet werden können.

