Erprobung von unbemannten Luftfahrzeugsystemen bei der WTD 61

Mitarbeiter bei der Nachweisführung auf dem Erprobungsgelände Feilenmoos. (Foto © WTD 61)
Mitarbeiter bei der Nachweisführung auf dem Erprobungsgelände Feilenmoos. (Foto © WTD 61)

Die Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgerät der Bundeswehr (WTD 61) ist eine Dienststelle im Geschäftsbereich des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Sie befindet sich in Manching (Bayern) und wurde 1957 gegründet. Seither trägt sie wesentlich dazu bei, dass nur sicheres und leistungsfähiges Fluggerät zum Einsatz kommt – bemannt und unbemannt.

Der zunehmende Fokus auf unbemannte Luftfahrtsysteme ist insbesondere hier deutlich spürbar. Unbemannte Luftfahrtsysteme (Unmanned Aircraft Systems, UAS), die im Einsatz bestehen sollen, müssen unter realitätsnahen Bedingungen getestet, bewertet und die Ergebnisse nachvollziehbar dokumentiert werden. Die WTD 61 übernimmt diesen Auftrag innerhalb der Bundeswehr. Dies erfolgt dabei stets in enger Zusammenarbeit mit den Projektverantwortlichen im BAAINBw, dem Nutzer sowie bei Bedarf mit industriellen Entwicklungspartnern.

Seit dem Jahr 2022 übernimmt die WTD 61 im Rahmen der vernetzten Dienststellen zudem die Rolle als Leitdienststelle im Handlungsfeld UAS innerhalb des BAAINBw, unterstützt den erforderlichen Austausch aller beteiligten bundeswehrinternen Stellen und bündelt einen großen Umfang an Kompetenz im Kontext von UAS.

Mit einem breiten Spektrum an Testinfrastruktur, hochqualifiziertem und spezialisiertem Personal, langjähriger Expertise und einem militärisch kontrollierten Luftraum ist die Dienststelle als Testeinrichtung ein fester Bestandteil der Bundeswehr. Hier spielen unbemannte Luftfahrtsysteme verschiedenster Größen und Ausprägungen eine Rolle. Diese reichen von kleinsten Hubschraubersystemen für die Spezialkräfte über taktisch genutzte Vertical Take-Off and Landing-Systeme (VTOL) für die Nahbereichsaufklärung bis hin zu weitreichenden HALE-/MALE–Starrflügler-Systemen.

Die neutrale und sicherheitsfokussierte Erprobung betrifft sowohl serienreife als auch experimentelle UAS.  Neben klassischen Flugparametern stehen auch Themen wie Bedienbarkeit, Umwelteinflüsse und Datenverbindung im Fokus.

Ein besonderer Vorteil der WTD 61 liegt in der engen Verzahnung der Fachbereiche. Unter anderem können:

  • Messsysteme und Instrumentierung,
  • Flugbahnvermessung,
  • Antriebe,
  • Missionssysteme und
  • Avionik

vor Ort eng abgestimmt werden. Dies beschleunigt Prozesse und erhöht die technische Aussagekraft der Erprobung. Gleichzeitig bietet der Standort mit seinem militärisch kontrollierten Luftraum und klar definierten Sicherheitsbereichen die nötigen Freiräume für Versuche auch über den Standard hinaus.

WTD 61. Technische Infrastruktur, Ressourcenund Alleinstellungsmerkmal

Ein eigener Flugbetrieb bildet die Grundlage für die notwendige Unabhängigkeit der Dienststelle von den Herstellerfirmen und wahrt die geforderte eigene Urteils-und Beratungsfähigkeit der Bundeswehr bei der Beschaffung von UAS. Um die technischen Fähigkeiten unbemannter Systeme unter möglichst realistischen Bedingungen zu bewerten, ist eine vielfältige und spezialisierte Testumgebung entscheidend. Die WTD 61 betreibt einen eigenen Erprobungsflugplatz mit allen dazu notwendigen Einrichtungen und erweitert ihr Portfolio kontinuierlich entlang des steigenden Bedarfs. Im Wesentlichen zeichnet sich der Flugplatz Manching daher durch folgende Besonderheiten aus:

  1. Flugplatz mit Start- und Landebahn und einem reservierten Luftraum für Flugerprobungen
    Der militärisch betriebene Flugplatz verfügt über zwei Start- und Landebahnen, eine Grasbahn sowie zwei Hubschrauberübungsflächen. Das eigene Flugbeschränkungsgebiet ermöglicht Versuche unter realen Flugbedingungen, in denen auch unbemannte Systeme sicher betrieben werden können. Erprobungsgelände Feilenmoos mit Bodensperrgebiet Das nicht weit entfernte, zur WTD gehörende Erprobungsgelände Feilenmoos bietet mit seinem flachen Gelände Raum für vielseitige Testszenarien in einem Bereich von über zwei Quadratkilometern.
  2. Stationäre und mobile Kinotheodoliten
    Mithilfe von sowohl fest installierten als auch mobilen Winkelmessgeräten mit Bildaufzeichnung in Videotechnik ermöglichen sie eine genaue Positionsbestimmung von dynamischen Objekten im Raum. Bei günstigen Verhältnissen liegt die Messgenauigkeit in den drei Achsen bei etwa zehn Zentimetern und dient damit unter anderem zum Nachweis von Navigationsgenauigkeiten.

Von Autorenteam BAAINBw

Den kompletten Artikel lesen Sie in Ausgabe 6/25 des HHK!

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