Innovation: Steigerung der Kriegstüchtigkeit

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am  2. Februar 2026 das neue Innovationszentrum der Bundeswehr feierlich eröffnet. (Foto ©Bw/Bannert)
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat am  2. Februar 2026 das neue Innovationszentrum der Bundeswehr feierlich eröffnet. (Foto ©Bw/Bannert)

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

das Kriegsbild moderner Auseinandersetzungen mit der für Führungs- und Wirkungsüberlegenheit entscheidenden Voraussetzung Digitalisierung der Streitkräfte wird im Wesentlichen durch schnelle technologische Entwicklungen charakterisiert.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ist sicher nicht die einzige Blaupause für zukünftige Kriege, aber er liefert zumindest in Teilbereichen gute Ansätze für einen Blick in die Zukunft. Er zeigt auch, wie wichtig technologische Überlegenheit und schnelle Adaptionsfähigkeit sind, um mit neuen taktischen Fähigkeiten gegen gleichwertige Gegner im Einsatz bestehen zu können. Beide Seiten haben in kürzester Zeit innovative Lösungen entwickelt, direkt im Gefechtsraum eingesetzt und eine bemerkenswerte Adaptionsfähigkeit an technologische und taktische Veränderungen der jeweiligen Gegenseite bewiesen. Der Inspekteur des Heeres hat es im Dezember des letzten Jahres für seinen Verantwortungsbereich einmal treffend formuliert: „Natürlich gilt auch weiter: Wer schneller schießt und besser trifft, bleibt Sieger, aber der Zusatz muss lauten: Schneller schießen und besser treffen wird der, der technische Innovation für die Streitkräfte schneller nutzbar macht und taktisch integrieren kann.“

Um der Bedeutung von Innovation Rechnung zu tragen, hat der Geschäftsbereich BMVg das neue System Innovation für die Bundeswehr etabliert. Zusammen mit dem Digitallaborverbund (zum Beispiel der Cyberagentur und dem Cyber Innovation Hub) wird das Innovationszentrum der Bundeswehr (InnoZBw) das zukünftige Herzstück dieses Systems.

Bereits am 1. Dezember 2025 wurde das InnoZBw in Erding formal aufgestellt. Die feierliche Eröffnung durch den Bundesminister der Verteidigung fand am 2. Februar statt, wobei die volle Wahrnehmung der Aufgaben Ende 2026 erwartet wird. Der neue Leiter des InnoZBw, Flottillenadmiral Christian Bock, soll mit seinem Team die Innovationskraft aus der zivilen und militärischen Welt zusammenbringen, schneller vernetzen, Chancen erkennen und Technologiesprünge möglich machen. Das Portfolio bereits bestehender und geplanter Technologiekampagnen reicht von Drohnen und Drohnenabwehr bis hin zu Weltraumtechnologien wie zum Beispiel Kleinstsatelliten. Das Zentrum wird über eine eigene Experimentalumgebung am Fliegerhorst Erding verfügen. Die enge Verknüpfung mit Start-ups, Forschung und anderen Akteuren ist auf einem Innovations-Campus auf demselben  Gelände geplant. Es koordiniert nationale wie internationale Forschungs- und Innovationsvorhaben, betreibt hochpriorisierte Technologiekampagnen und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr, ziviler Forschung und gewerblicher Wirtschaft.

Michael Horst, Chefredakteur (Foto © MRV)
Michael Horst, Chefredakteur (Foto © MRV)

Das Innovationszentrum soll eine Schlüsselrolle als technologischer Impulsgeber und Enabler für die Streitkräfte einnehmen und als zentraler Ansprechpartner für nationale als auch multinationale Innovationsökosysteme, Forschung und Industrie dienen. Hier werden also Industrie, Start-ups, Wissenschaft und Bundeswehr gemeinsam Projekte entwickeln und deren Resultate verzugslos in der Truppe praxisnah testen können. Die Notwendigkeit, die „konventionelle“ Rüstung auch durch „innovative“ Rüstungsansätze zu ergänzen, ist sicher auch dem Faktor Zeit geschuldet.

Die direkte Einbindung besonders der Nutzer ist hierzu zwingend notwendig. Denn technische Innovation wird mit Masse dort entstehen, wo die Soldatinnen und Soldaten Lösungen für ein technisches oder taktisches Problem suchen, finden und ausprobieren können. Dies auch gerne im engen Austausch mit der Industrie. Wir sind gespannt, wenn die ersten als truppentauglich erkannten Projekte aus dem System Innovation für die Bundeswehr auf Kriegstauglichkeit getestet werden und der Truppe zur Verfügung stehen.

Wir werden berichten, natürlich fair und überparteilich!

Ihr

Michael Horst, Chefredakteur

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