Konzept „Neues Luftlandefahrzeug“

Das neue Luftlandefahrzeug kann unter anderem ein E-Krad aufnehmen. (Foto ©Bw)
Das neue Luftlandefahrzeug kann unter anderem ein E-Krad aufnehmen. (Foto ©Bw)

Moderne Luftlandekräfte müssen zur Erfüllung ihrer Aufträge in unterschiedlichsten Operationsarten und taktischen Szenarien mit lufttransportfähigen, hochgeländegängigen Fahrzeugen ausgestattet sein, die alle benötigten Fähigkeiten bereitstellen und die Durchhaltefähigkeit der Kräfte erhöhen.

Die Spreizung von geschützter Mobilität im Rahmen von militärischen Evakuierungsoperationen, Verwendungen im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung und Spezialkräfteoperationen definiert die benötigten Fähigkeiten und funktionalen Forderungen. Derzeit verwendete Systeme reichen vom „Luftlande- Wolf“ über Mungo Einsatz Spezialisierte Kräfte (ESK) und Mungo Mehrzweck bis hin zu Wiesel 1 und 2. Diese Fahrzeugvielfalt bringt logistische Herausforderungen mit sich, bedeutet einen hohen Ausbildungsaufwand und bindet personelle Ressourcen. Folglich ist die größtmögliche logistische Gleichheit ein wichtiger Treiber im Projekt Luftlandeplattform.

Nach zwei intensiven Studien zeigte sich deutlich, was auf welche Art umgesetzt werden kann, um den zuvor genannten Ansprüchen zu genügen. Eine Folge dieser Studien war die Aufteilung des Projektes Luftlandeplattformen in zwei Teile. Da sich deutliche Unterschiede durch die Fähigkeitsforderungen zeigten, musste mit zwei unterschiedlichen Systemen fortgesetzt werden. Der luftbewegliche Waffenträger wird die Fähigkeiten der bisherigen Wiesel 1 Maschinenkanone und Wiesel 1 Panzerabwehr ablösen und weiter steigern. Die Einsatzsysteme Luftlandeplattformen decken, ergänzen und verbessern die Fähigkeiten der restlichen Mobilitätsträger, wie zum Beispiel „Luftlande- Wolf“, Mungo ESK und Mungo Mehrzweck oder Wiesel 2 bewegliche Befehlsstelle. Die uneingeschränkte Lufttransportfähigkeit ist im Projekt unumstößlich, alle weiteren Fähigkeiten ordnen sich daher unter. Der jahrelang gesteigerte Schutzbedarf wurde berücksichtigt, jedoch sollte nicht allein durch passive Schutzmaßnahmen, sondern vielmehr durch Mobilität und Wirkung diesem Bedarf nach Schutz Rechnung getragen werden. Für die Einsatzsysteme Luftlandeplattformen bedeutet dies, dass alle Fahrzeuge über einen gewissen verbauten Schutz verfügen, auf dem die restliche Struktur basiert. Das Schutzniveau kann durch adaptive Schutzelemente ergänzt werden, erreicht jedoch keinen gesamtsystemischen Schutz. Zunächst werden nur Fahrzeuge für die nationale Krisenvorsorge mit adaptiven, modularen Schutzelementen ausgestattet. Dies reduziert den Infrastrukturbedarf, entlastet die bewirtschaftenden Dienststellen und spart Kosten in der Beschaffung.

Gleichwohl erhöht es die Anpassungsfähigkeit der Fahrzeuge an die individuellen Einsatzbedingungen und ermöglicht eine vereinfachte materielle Anpassung der Einheiten und Verbände bei wechselnden Aufträgen.

Modularität

Dies spiegelt den grundsätzlichen Gedanken wider, der sich wie ein roter Faden durch das Projekt zieht: Es gibt nur wenige Varianten der Fahrzeuge, jedoch mehrere unterschiedliche Rollen, die wiederum viele Fähigkeiten bedienen, um flexibel auf die Aufträge reagieren zu können und dabei die Truppe nicht unnötig zu belasten. Somit können zukünftige Fähigkeiten schneller integriert, bestehende angepasst und unnötige entfernt werden, ohne die gesamte Flotte aufwendig anzupassen.

Von Oberstabsfeldwebel René Medici, Amt für Heeresentwicklung

Den kompletten Artikel lesen Sie in Ausgabe 1/26 des HHK!

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