Lehren aus aktuellen Konflikten

Das moderne Gefechtsfeld ist auch durch den Welt- sowie den Cyber- und Informationsraum geprägt, jedoch zeigt der aktuelle Konflikt in der Ukraine, dass der klassische Stellungs- oder Grabenkrieg dadurch nicht ersetzt wurde. (Foto © Bw)
Das moderne Gefechtsfeld ist auch durch den Welt- sowie den Cyber- und Informationsraum geprägt, jedoch zeigt der aktuelle Konflikt in der Ukraine, dass der klassische Stellungs- oder Grabenkrieg dadurch nicht ersetzt wurde. (Foto © Bw)

Zukünftige Anforderungen und die Schlüsselrolle des Planungsamtes der Bundeswehr

Die sicherheitspolitische Lage weltweit ist im Wandel. Hybride Bedrohungen und die steigende Bedeutung technologischer Dominanz, wie es zum Beispiel in aktuellen Konflikten in der Ukraine oder in Israel zu beobachten ist, prägen das moderne Kriegsbild.

Die zunehmende Bedrohung des NATO-Bündnisses und damit auch Deutschlands durch den russischen Aggressor stellt eine neue Herausforderung für die Bereitschaft und das Abschreckungspotenzial deutscher Streitkräfte dar. Diese Entwicklungen fordern von den deutschen Streitkräften eine strategische Neuausrichtung und Modernisierung ihrer Fähigkeiten. Hierbei ist die zentrale Rolle des Planungsamtes der Bundeswehr (PlgABw) essenziell, indem es als neutraler Akteur mit einem ganzheitlichen Ansatz zur Weiterentwicklung der militärischen Fähigkeiten beiträgt. „Die Bundeswehr muss schon heute an morgen denken. Das Planungsamt ist dabei zentraler Akteur und plant kriegstüchtigere sowie moderner ausgerüstete und strategisch aufgestellte Streitkräfte – bereit auch für zukünftige Herausforderungen“, so Generalmajor Stefan Lüth, Amtschef des Planungsamtes der Bundeswehr.

Lehren aus aktuellen Konflikten

Mit der operationellen Auswertung, also der Auswertung von Einsätzen der Bundeswehr, von Übungen mit deutscher Beteiligung und Kriegen Dritter (Bereiche ohne eine aktive Beteiligung Deutschlands, zum Beispiel Russland-Ukrainekrieg) gewinnt die Bundeswehr Erkenntnisse, die sie in künftige Entwicklungen und Doktrinen einfließen lassen kann. Neben ausgebildeten Einsatzauswertern der Bundeswehr, die Observationen in deutschen Einsätzen und Übungen sammeln, nutzt die operationelle Auswertung viele Quellen der Informationsgewinnung. In enger Zusammenarbeit mit dem System Militärisches Nachrichtenwesen, verschiedenen Einrichtungen der Bundeswehr im In- und Ausland, intensiven Gesprächen mit ukrainischen Soldatinnen und Soldaten sowie dem Austausch von Erkenntnissen mit NATO- und EU-Entitäten gilt es, Erkenntnisse und Observationen auf taktischer, operationeller und strategischer Ebene in sogenannte Lessons Identified und nach deren Validierung in Lessons Learned zu überführen. Aktuelle Konflikte verdeutlichen hierbei, dass klassische Konzepte der Landes- und Bündnisverteidigung nicht mehr ausreichen. Eine hybride Kriegsführung, die militärische, wirtschaftliche, politische und informationstechnologische Ansätze kombiniert, prägt das heutige Gefechtsfeld. Der Krieg in der Ukraine zeigt, dass die konventionelle Kriegsführung, wie Stellungs- und Grabenkrieg, nach wie vor eine Rolle spielt, während gleichzeitig Drohnen und Cyberangriffe neue Herausforderungen darstellen.

Die aktuellen Erfahrungen aus Kriegen und Krisen Dritter betonen die Notwendigkeit, sowohl bestehende Fähigkeiten zu modernisieren als auch neue zu entwickeln und an Bewährtem festzuhalten. Flexibilität, Vernetzung und die Fähigkeit zur schnellen Anpassung sind dabei essenziell. Diese strategischen Entwicklungen werden hierbei maßgeblich durch das Planungsamt begleitet, das mit seiner übergeordneten Sicht entscheidende Impulse gibt. Dimensionsbezogene (Land, Luft, Weltraum, See, Cyber- und Informationsraum), domänenspezifische (Führung, Aufklärung, Wirkung, Unterstützung) und fähigkeitsspezifische Perspektiven werden hier miteinander verbunden und ermöglichen somit eine übergreifende, ganzheitliche Betrachtung und Bewertung, zusätzlich zu der grundlegenden, alle Planungskategorien umfassenden Planung.

Neben technologischen Fortschritten wird auch die unveränderte Bedeutung der Logistik deutlich, welche oft in modernen Konflikten unterschätzt wurde. Der Russland-Ukrainekrieg zeigt deutlich auf, dass trotz bestehender Konzepte gegen Grundprinzipien der logistischen Versorgung verstoßen und vorbereitende Maßnahmen nicht im notwendigen Maße getroffen wurden. Die Sicherstellung von Nachschub auf definierten Versorgungswegen und die Fähigkeit zur schnellen Verlegung von Truppen standen in Deutschland in den letzten Jahren nicht im Fokus, gewinnen nun aber wieder an Bedeutung. Gerade in großen und lang andauernden Konflikten zeigt sich, dass eine effiziente Logistik ein entscheidender Faktor ist. Hier sind nicht nur moderne Technologien, sondern auch klare, redundante und zukunftsorientierte Planungen gefragt.

Von Oberstleutnant Thomas M., Planungsamt der Bundeswehr

Den kompletten Artikel lesen Sie in Ausgabe 5/25 des HHK!

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