Digitale Transformation im Sanitätsdienst der Bundeswehr

Bisherige Gesundheitsakte in Papierform. (Foto © Bw/Markus Dittrich)
Bisherige Gesundheitsakte in Papierform. (Foto © Bw/Markus Dittrich)

Nutzung innovativer Techniken

„Die Gesundheit der uns anvertrauten Soldatinnen und Soldaten jederzeit und weltweit schützen, erhalten und wiederherzustellen.“

Das ist der Auftrag des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr, dessen Umsetzung aus dem Unterstützungskommando der Bundeswehr heraus über das Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr als verantwortliches Fachkommando erfolgt. Diese verantwortungsvolle Aufgabe wird mit ihren spezifischen fachlichen Fähigkeiten in den Bereichen der Human- und Zahnmedizin, des Veterinärwesens sowie der Pharmazie und Lebensmittelchemie jeden Tag in der Gesundheitsversorgung der Bundeswehr umgesetzt.

Organisatorisch wird die Aufgabenwahrnehmung aus drei Bereichen heraus gestemmt, welche sich aufgliedern in:

  • die ambulante Versorgung, der zum Beispiel die Sanitätsunterstützungszentren mit ihren Sanitätsversorgungszentren und Facharztzentren zugeordnet sind,
  • die Klinische Versorgung, denen die fünf Bundeswehrkrankenhäuser und die Sanitätsregimenter sowie Versorgungsinstandsetzungszentren zugehörig sind sowie
  • der Bereich der Sanitätsakademie der Bundeswehr, den Ressortforschungseinrichtungen und Instituten sowie den Überwachungsstellen für öffentlichrechtliche Aufgaben für Ausbildung, Forschung und Gesundheitsschutz.

Die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung der Bundeswehr (Digit GesVersBw) steht vor der großen Herausforderung, diese sehr heterogenen Fähigkeiten deutschlandweit an zahlreichen dislozierten Standorten so durchgängig digital miteinander zu verbinden, dass die erforderlichen digitalen Voraussetzungen für die Menschen, die jeden Tag ihr Bestes für die Gesundheitsversorgung der Soldatinnen und Soldaten geben, tatsächlich auch geschaffen sind. So lassen sich die Fähigkeiten der GesVersBw entlang grundlegender und verpflichtender Normen und Standards zukunftsfähig erhalten und neue Technologien nutzen, um Fähigkeiten agil anzupassen, zu verbessern oder zu ergänzen. Ohne die digitale Transformation des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr wäre der Erhalt der Fähigkeiten und die erforderliche Verbesserung angesichts heutiger Bedrohungen gefährdet. Die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung ist damit kein Selbstzweck. Den Herausforderungen, die sich aus diesen anspruchsvollen Rahmenbedingungen ergeben, stellt sich der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr und treibt die Digitalisierung in unterschiedlichen Bereichen der Gesundheitsversorgung voran.

Vision und Auftrag

Im Zielbild der Digitalisierung der GesVersBw kann jede erforderliche oder entstehende medizinische Information unmittelbar, ortsunabhängig und digital dort eingegeben oder abgerufen werden, wo es erforderlich und erlaubt ist. Dafür muss der Austausch von Gesundheitsdaten automatisiert und barrierefrei, aber zugleich kontrolliert zwischen allen an der Versorgung beteiligten Elementen der Bundeswehr (und im Verlauf auch mit dem zivilen Gesundheitssektor und gegebenenfalls Verbündeten) ermöglicht werden.

Lösung und Umsetzung: Health Information Management System im Zentrum

Die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung der Bundeswehr realisiert bereits heute in einem Projekt die zentrale Datenintegrations- und -austauschplattform, das Health Information Management System (HIMS). Als Kernelement der Digitalisierung steht es im Zentrum sämtlicher Bewegungen von Gesundheitsinformationen, unabhängig davon, wo oder wie sie entstanden sind. Zugleich schafft HIMS die Voraussetzungen für die Einführung der elektronischen Gesundheitsakte der Bundeswehr (eGABw) und die Digitalisierung der Rettungskette.

Auf Basis transparenter, validierter und selektierter Daten entsteht die eGABw und gewährt Fachpersonal der Gesundheitsversorgung jederzeit und weltweit Zugriff auf die Gesundheitsakte der ihnen anvertrauten Soldatinnen und Soldaten. Zugleich wird auf diesem Wege sichergestellt, dass zum Beispiel im Einsatzland erfasste Befunde für die Weiterversorgung im Inland nach der Repatriierung in Deutschland zur Verfügung stehen. Zivile Leistungserbringer können über bereits definierte Standards angebunden werden und künftig ist der Datenaustausch mit Bündnispartnern, zum Beispiel bei nationsübergreifender Versorgung, angestrebt. Dies ist die technische Grundlage, um Daten für präzise und komplexe Lagebilder nutzen zu können oder die Gesundheitsdaten für die wehrmedizinische Forschung zur Verfügung zu stellen (Sekundärdatennutzung). Damit spielt das Information Management System in der digitalen Zukunft des Sanitätsdienstes nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Gesundheitsversorgung und Sicherstellung der Einsatz- beziehungsweise Dienstfähigkeit aller Soldatinnen und Soldaten, sondern schafft gleichzeitig die Voraussetzungen für die Realisierung weiterer Ziele bei der Digitalisierung der Gesundheitsversorgung.

Das Ende der papiergebundenen Gesundheitsakte

Die elektronische Gesundheitsakte wird die papiergebundene Gesundheitsakte (G-Akte) als Sammelakte für die Gesamtheit aller Gesundheitsdokumente und -daten ablösen. Die in die elektronische Gesundheitsakte aufgenommenen Daten liegen weiterhin in der Verantwortlichkeit der Ärztinnen und Ärzte der Bundeswehr; sie werden zentral in digitaler Form einheitlich geführt. So ist es möglich, sie weltweit und jederzeit dienstlich verfügbar zu machen.

Von Autorenteam Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr

Den kompletten Beitrag lesen Sie in Ausgabe 2/26 des HHK!

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