Chinook – Der Schwere Transporthubschrauber

Chinook – Der Schwere Transporthubschrauber: Die CH-47F(DE) – ein Schnellläuferprojekt im Anflug auf Holzdor (Foto ©Boeing/KI generiert)
Chinook – Der Schwere Transporthubschrauber: Die CH-47F(DE) – ein Schnellläuferprojekt im Anflug auf Holzdor (Foto ©Boeing/KI generiert)

Die CH-47F(DE) – ein Schnellläuferprojekt im Anflug auf Holzdorf

Kürzlich wurde die erste deutsche CH-47 in die Produktionslinie im Boeing-Werk in Philadelphia in den USA eingetaktet. Ein sichtbarer Fortschritt im Projekt  „Schwerer Transporthubschrauber“ (STH), der gleichzeitig erkennen lässt, dass die planmäßige Fertigstellung nur noch wenige Schritte von Endmontage,Funktionstests, Lackierung und Flugtests entfernt ist.  Die Auslieferung des ersten Hubschraubers befindet sich auf der Zielgeraden, und auch in allen Planungskategorien fokussieren sich die laufenden Arbeiten darauf, den Anfangsflugbetrieb der CH-47F(DE), so die genaue Bezeichnung der deutschen Chinook, am Standort Schönewalde im Herbst 2027 aufzunehmen.

CH-47F: Block-II-Variante

Mit der Entscheidung der Bundeswehr, die bestehende CH-53-Flotte noch in diesem Jahrzehnt durch die CH-47F in der modernsten Block-II-Variante zu ersetzen, werden nicht nur bestehende Fähigkeitslücken, beispielsweise in der Durchführung von Rettungs- und Rückführungsoperationen (Personnel Recovery einschließlich Combat Search and Rescue), geschlossen, sondern die deutschen Fähigkeitsbeiträge zum operativen und taktischen Lufttransport von Personal und Material stark ausgebaut. Dies schließt den qualifizierten Patientenlufttransport (Aeromedical Evacuation) und die direkte Unterstützung von Spezialkräfteoperationen in der Dimension Luft ein. Die CH-47F wird darüber hinaus mit ihrem beeindruckenden Leistungsvermögen einen robusten Beitrag zum nationalen Risiko- und Krisenmanagement leisten.

Deutschland wird als 21. Nation dem großen internationalen Nutzerkreis der CH-47 beitreten und mit den 60 Luftfahrzeugen zur drittgrößten Nutzernation dieses Hubschraubertyps nach den USA und Japan aufsteigen. Zudem betreiben neben Deutschland bereits acht weitere NATO-Partner die CH-47. Ohne Berücksichtigung der US-amerikanischen Hubschrauber wächst die Flotte mit der deutschen Entscheidung auf nahezu 200 Chinook-Hubschrauber im NATO-Verteidigungsbündnis. Diese gemeinsame Nutzung eröffnet eine Vielzahl an Kooperationsmöglichkeiten auch über die NATO-Grenzen hinaus. Wertvolle Informationen zur Vorbereitung eines erfolgreichen Flugbetriebs in Deutschland sind ein Ausfluss der gemeinsamen Nutzung.

Um mit der CH-47 die Fähigkeiten der CH-53 bis zum Ende ihrer Nutzungsdauer in der Luftwaffe vollständig zu übernehmen, ist eine genaue, auf die verschiedenen Planungskategorien abgestimmte Herangehensweise erforderlich. Wesentliche Voraussetzung hierbei war die Anpassung der bisherigen Organisationsstrukturen im Hubschraubergeschwader 64, welches den neuen Hubschraubertyp betreiben wird, sowohl auf das neue Muster bezogen, als auch auf dessen Betrieb im DEMAR-Regelungsraum.

Mit der Umstrukturierung geht der Umzug der Geschwaderführung von Laupheim nach Schönewalde, aber auch eine Refokussierung der Verbandsstruktur auf den mobilen Einsatz abseits der Geschwaderstandorte einher. Ermöglicht wurde dies im Schwerpunkt durch einen im Vergleich zum Altwaffensystem CH-53 wesentlich aufwandsärmeren technischen Betrieb der CH-47 und der Reinvestition freiwerdender Ressourcen in die Ausplanung kaltstartfähiger Einsatzstrukturen sowie der logistischen Strukturen zur Versorgung des Waffensystems außerhalb fester Infrastruktur. Damit die Umstrukturierung zum 1. Oktober 2026 umgesetzt werden kann, laufen aktuell zahlreiche vorbereitende Maßnahmen; nicht nur innerhalb der Luftwaffe, sondern auch in enger Zusammenarbeit mit externen Dienststellen wie dem Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr. Denn diese neue Struktur muss auch personell nachhaltig hinterlegt sein.

Von Christian Guntsch, Beauftragter des Inspekteurs der Luftwaffe
für das Waffensystem CH-47 im Kommando Luftwaffe

Den kompletten Beitrag lesen Sie in Ausgabe 4/26 des HHK!

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