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Die 10. Panzerdivision – kaltstartfähig und kriegstauglich

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Auf dem Weg zur „Division 2025“ als Speerspitze Deutschlands für die Landes- und Bündnisverteidigung der NATO hat die 10. Panzerdivision in Veitshöchheim schon die ersten Hürden genommen.
Von Oberstleutnant Matthias Reichel, 10. Panzerdivison, Abteilung G 3/5

Die 10. Panzerdivision stellt mit der Masse ihrer Kräfte ab 1. Januar 2025 das Kräftedispositiv „Division 2025“ und nimmt zeitgleich eine neue Gliederung ein, welche diesen Auftrag bereits in der Grundgliederung widerspiegelt. Lage: Die Bundesrepublik Deutschland hat sich gegenüber der NATO verpflichtet, mit einer Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung in den kommenden Jahren bestimmte Fähigkeiten und Truppenkontingente einsatzbereit zur Verfügung zu halten. Mit der Umsetzung dieser Verpflichtungen wird Deutschland unter anderem dem Anspruch gerecht, Rahmen- und Anlehnungsnation für Verbündete zu sein.

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Der Kampfpanzer Leopard 2, ein Hauptwaffensystem der 10. Panzerdivision (Foto © Carsten Vennemann)

Diese Ambition sieht für die Landstreitkräfte unter anderem vor, dass die 10. Panzerdivision als Division 2025 ab Januar 2025 einsatzbereit zur Verfügung steht. Damit wird sich die Kräftebindung des Deutschen Heeres im Vergleich zum bisherigen Beitrag mit der Very High Readiness Joint Task Force 2023 (VJTF) signifikant erhöhen. Übergeordnetes Ziel ist es, künftig alle Aufträge der Landes- und Bündnisverteidigung aus der Grundaufstellung heraus, also ohne umfangreiche Personal- und Materialverschiebungen wahrzunehmen. Im Ergebnis sollen personell und materiell voll ausgestattete Großverbände bereitstehen, die in der Lage sind, kaltstartfähig in der Landes- und Bündnisverteidigung eingesetzt zu werden. Die dazu benötigten Großverbände sollen deshalb modern ausgestattet und aus sich heraus zur Landes- und Bündnisverteidigung befähigt sein.

Wichtig dabei: Als möglicher Gegner werden moderne Streitkräfte eines vergleichbaren Industriestaates festgelegt – ein Wechsel von der asymmetrischen zur symmetrischen Bedrohung. In der derzeitigen Struktur ist die 10. Panzerdivision aus sich selbst heraus nicht kaltstartfähig. Auch der Fähigkeitsmix aus schweren, neu aufzustellenden mittleren und leichten Kräften muss sich an den heutigen operativen Erfordernissen ausrichten. Die Großverbände sind strukturell derzeit nicht in der Lage, den Anforderungen, insbesondere im hochintensiven Gefecht in einem angemessenen Zeitrahmen und mit der geforderten Durchsetzungsfähigkeit, gerecht zu werden. Zwar wurden seit 2016 im Rahmen der VJTF (L)-Gestellung Anpassungen vorgenommen, die umfassende Anpassung der Binnenstrukturen steht aber noch an. Erste organisatorische Maßnahmen innerhalb der Division wurden zum 1. April 2023 bereits umgesetzt. Die Divisionsebene wurde durch Anforderungen der Auslandseinsätze in den vergangenen Jahren nachhaltig geschwächt. Die Divisionen verloren den Großteil ihrer Divisionstruppen, die Kampfunterstützungs- und Führungsunterstützungstruppen wurden stark reduziert.

Ganze Fähigkeiten und Truppengattungen fielen den engen Vorgaben zum Opfer. Damit gab es auf Divisionsebene keine hinreichenden Kräfte mehr für die Schwerpunktbildung in der Unterstützung des Gefechts der verbundenen Waffen auf Ebene der Brigaden. Für Einsätze weiterhin benötigte Kernfähigkeiten wurden in die Streitkräftebasis ausgelagert, teilweise anderswo zusammengefasst. Verfahren und Abläufe wurden so gestaltet, dass benötigte Einsatzkontingente aus allen Teilstreitkräften und militärischen Organisationsbereichen zusammengestellt wurden: Tailored to the Mission. Die fehlende Kohäsion, kein gemeinsames Mindset, die verschiedenartige Ausrüstung und unterschiedliche Ausbildungsstände wurden durch den langfristigen Vorlauf bis zur Verlegung in das Einsatzland teilweise kompensiert, denn Deutschland selbst war der Taktgeber für den Zeitpunkt des Kontingenteinsatzes. Dies entspricht nicht der nun geforderten Kaltstartfähigkeit.

All das wurde bereits 2014 erkannt: Die Reorientierung zu Landes- und Bündnisverteidigung wurde vor Jahren, wenn auch nicht mit der notwendigen Konsequenz, eingeleitet. Nun jedoch hat sich durch die konkrete Bedrohung der Bündnisgrenzen durch Russland die Lage dramatisch verschärft.

Den kompletten Beitrag lesen Sie im neuen HHK!

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