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Die Infanterie – Stütze der Streitkräfte im Einsatz

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Mit diesen Worten unterstrich Hellmut Königshaus die Bedeutung der Infanterie. Zum „15. Tag der Infanterie“ lauschten am Donnerstag rund 800 Besucher, Angehörige und Gäste den Worten des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestags bei der Gelöbnisrede von 326 Offizieranwärtern und rund 50 zukünftigen Feldwebeln.

Es ist fast schon Tradition, das feierliche Gelöbnis des Offizieranwärterbataillons Hammelburg sowie der VII. Inspektion mit dem „Tag der Infanterie“ zu verbinden. Auch in diesem Jahr war diese Veranstaltung gespickt mit Höhepunkten und hochrangigen Gästen aus In- und Ausland. General Wolf Langheld, Befehlshaber des Allied Joint Force Command (Brunsum), hielt die Festrede zum Tag der Infanterie.

Isolierte Sichtweise in der Öffentlichkeit
Langheld, unter anderem für die Nato-Operationen in Afghanistan verantwortlich, nutzte den  Tag der Infanterie als eine gute Gelegenheit, ISAF einmal als Ganzes aus der Sicht der NATO, damit auch aus Sicht der Alliierten zu betrachten. Losgelöst von der deutschen Teilsicht ergibt sich eine ganz andere Perspektive auf den ISAF Einsatz. Langheld, warf der deutschen Öffentlichkeit eine zu isolierte Sichtweise in der Bewertung des Afghanistaneinsatzes vor. Manche Leistungen würden gar nicht erkannt, wie etwa die Alphabetisierung von 83.000 afghanischen Soldaten. „Angesichtes des für das Jahr 2014 geplanten Abzuges von ISAF liegt der Schwerpunkt aller Bemühungen auf der Ausbildung der afghanischen Sicherheitsorgane“, trug der Vier-Sterne-General vor. Dies sei eine unglaubliche Herausforderung, da viele der Rekruten, die sich zum Dienst melden würden, Analphabeten ohne jegliche Bildung seien. „Sie sind in einer Gesellschaft, geprägt von jahrzehntelangem Krieg, Kriminalität und Korruption aufgewachsen“, erläuterte Langheld. „Dennoch haben wir viel erreicht, aber es bleibt noch viel zu tun. Das Erreichte ist noch nicht garantiert auf der Haben Seite, aber wir sind auf dem richtigen Weg.“  So stellte General Langheld als Fazit fest, dass ISAF nicht nur eine Bewährungs- und Belastungsprobe für die Bündnissolidarität war und ist. Der Einsatz sei auch Quell für die Weiterentwicklung von NATO Strukturen und Verfahren und liefere täglich Ansatzpunkte, um unsere Streitkräfte hinsichtlich ihrer Interoperabilität und Bündnisfähigkeit weiterentwickeln zu können.

Großer Andrang bei Leistungsschau und Infobus
Rund 30 Schulklassen mit mehr als 620 Schülern sind bereits in den Morgenstunden der Einladung auf d2_thumb_medium240_160en Lagerberg gefolgt, um sich über den Arbeitgeber Bundeswehr in Hammelburg zu informieren. Den 15 bis 19-jährigen Jugendlichen wurden, neben professioneller Information durch Angehörige des Zentrums für Nachwuchs-gewinnung (Info-Truck), auch tiefere Einblicke in das Leistungsspektrum der Infanterie geboten. Vom Retten eines Verwundeten aus einem Hochhaus (Gebirgsjäger) über Fallschirmsprünge und „fast rooping“ (Fallschirmjäger) bis hin zu einem dynamischen Schießen mit dem neuen Gepanzerten Transportfahrzeug GTK Boxer (Jäger) konnten sie alles hautnah miterleben. Auch die Neuentwicklungen der Industrieaussteller, wie auch die Präsentation der Ausbildungswerkstatt vom Lagerberg, fanden zahlreiche Interessenten.

Robustheit gewinnt immer mehr an Bedeutung
3_thumb_medium240_160Kämpfende Körper wirbeln herum, landen unsanft am Boden, die Vorführung der Nahkampfausbilder beim Tag der Infanterie lässt erahnen, was auf Soldaten im Einsatz zukommen kann. Robustheit gewinne immer mehr an Bedeutung, erläutert Brigadegeneral Günter Engel. Der Schulkommandeur verlieh die ersten Nahkampf-abzeichen, die bei einem neuen Lehrgang für Soldaten aller Truppenteile erworben werden können.
Daneben konnten sich die zahlreichen Besucher, wie auch zuvor schon die Schüler, bei vielen weiteren Vorführungen und Ausstellungen ein sehr gutes Bild über zukünftige Entwicklungen und die  Leistungsfähigkeit der Infanterie machen.

Vorstellung des Berichts des Wehrbeauftragten im Bundestag verschoben
4_thumb_medium240_160Fast auf den Tag 55 Jahre nach der Einführung der Wehrpflicht hielt Hellmut Königshaus die Gelöbnisrede für die angetretenen Offizier- und Feldwebelanwärter. Um Königshaus die Gelegenheit zu geben, in Hammelburg, den Offiziersanwärtern für die Berufsentscheidung zu danken, habe der Bundestag den zeitgleich angesetzten Termin für die Vorstellung seines Berichts verlegt. Der Schritt, Soldat zu werden, „ist keine Selbstverständlichkeit in einer Zeit, in der Dienen nicht hoch im Kurs steht“, sagte Königshaus. Die Zahl der Angetretenen sei Indiz dafür, dass es Freiwillige gebe. Das Leben in einem privilegierten Teil der Welt verlange, „dass wir auch dort unseren Beitrag leisten, wo die Werte bedroht sind“, so Königshaus. „Wir sind gefordert, wenn die Vereinten Nationen oder unsere Bündnispartner auf unsere Unterstützung angewiesen sind.“ Königshaus ermunterte die angehenden Offiziere, später in Vorgesetztenfunktion den Sinn und Zweck ihrer Befehle zu erläutern. Befehl und Gehorsam seien auch eine Frage von Überzeugung und Vertrauen. Nach der anschließenden Vereidigung der angetretenen Soldaten aus dem Offizieranwärter-Bataillon und der VII. Inspektion der Infanterieschule gratulierten Hellmut Königshaus, der Bürgermeister der Garnisonsstadt, Ernst Stross, der Landrat des Landkreises Bad Kissingen, Thomas Bold, der Befehlshaber des Einsatz-führungskommandos, Generalleutnant Rainer Glatz und der General der Infanterie, Hans-Günter Engel.

Kameradschaft muss gepflegt werden
5_thumb_medium240_160Den gelungenen Abschluss dieses 15. Tages der Infanterie bildete der schon traditionelle  Kameradschaftsabend vor der Kulisse des Schlosses Greifenstein, bei dem auch die Gewinner der Schießwettkämpfe geehrt wurden. Die zu Recht stolzen Sieger der Einzelschützen Gewehr und Pistole, sowie die besten nationalen, internationalen, aktiven und nicht aktiven Mannschaften erhielten aus den Händen von Generalleutnant Glatz und Brigadegeneral Engel die Siegerpokale. Den Gesamtsieg in der Mannschaftswertung errang in diesem Jahr die Mannschaft der Infanterieschule aus dem Bereich Weiterentwicklung Infanterie. In der „Reservistenwertung“ konnte sich gegen die 40 angetretenen Schießmannschaften nicht aktiver Verbände wieder einmal die Mannschaft der Reservistenkameradschaft Machtilshausen durchsetzen. Bei den internationalen Teams hatte die belgische Mannschaft die ruhigste Hand. Im Anschluss an die Siegerehrung konnte die sprichwörtliche „Kameradschaftspflege“ durch viele gute Gesprächen unter einem aufgespannten Fallschirm bereichert werden. Selbst der einsetzende Regen konnte den Soldaten, Ehemaligen und Freunden der Infanterie nichts anhaben. „Nun haben wir zum Tag der Infanterie auch noch das richtige Infanteriewetter“ hörte man mehrfach aus den Reihen der Anwesenden.
6_thumb_medium240_160Zahlreiche internationale Gäste unterstrichen durch ihre Anwesendheit deutlich die Verbundenheit zur Infanterieschule und dem Bund der Deutschen Infanterie. So konnten am 15. Tag der Infanterie unter anderem finnische, französische und schwedische Gäste begrüßt werden. Die bereits seit vielen Jahren bestehenden ausgezeichneten Verbindungen und Freundschaften zu den Freunden der Infanterie und der Infanterieschule konnten bei dieser Gelegenheit weiter gefestigt werden. Ein besonderer Ohrenschmaus waren die Darbietungen des angereisten schwedischen Musikkorps welches bei Vorführungen während der Veranstaltung überzeugte und den musikalischen Rahmen für den Kameradschaftsabend bildete. Tief beeindruckt waren alle Anwesenden als die Musiker den durch Sie extra komponierten und einstudierten „Bonnländermarsch“ aus ihrem Reisegepäck holten und dem Publikum darboten.

Am nächsten Morgen gedachte der Bund der Deutschen Infanterie gemeinsam mit der Infanterieschule und den anwesenden Gästen im Rahmen einer Gedenkfeier und Kranzniederlegung am Stein der Infanterie der gefallenen Soldaten der Weltkriege und aktuellen Einsätze der Bundeswehr. Mit einem anschließenden Feldgottes-
dienst, gestaltet durch den katholischen und evangelischen Militärpfarrer, wurde der diesjährige Tag der Infanterie beendet.

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Bericht:    Hartmut Jäckle/ Jürgen Wöllner   
Bilder:        Danny Tauchnitz, Martin Seufert

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