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Die Masken, die wir tragen

Schweres Gerät! Herausforderungen in einer bislang ungekannten Größenordnung wird im Bereich der ABC-Abwehr zu einem großen Umbruch führen (Foto © CBRNe World)
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Von Gwyn Winfield, Chefredakteur CBRNe World Magazine

Die Übung „Platinum Mask“ fand genau zum richtigen Zeitpunkt statt. Es handelte sich nicht um eine Zertifizierungsübung wie die Übung „Golden Mask“ (CBRNe World, Winter 2007), ihr Zweck bestand vielmehr darin, einen Meilenstein der NATO zu würdigen, das 20-jährige Jubiläum ihrer Task Force zur Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen, der Combined Joint CBRN Defence Task Force (CJ-CBRND-TF).

Der Schwerpunkt lag darauf, den innerhalb der NATO erreichten hohen Grad an Interoperabilität und Kompetenz zu demonstrieren. Als Gastgeber der Übung empfing die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen ihrer aktuellen, turnusmäßigen Verantwortung als Rahmennation für die NATO Response Force (NRF) 2023 Teilnehmer aus neun weiteren NATO-Staaten, im Einzelnen aus Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Italien, Montenegro, den Niederlanden, Rumänien, Slowenien und Spanien.

Die Entwicklung

Es ging bei dieser Übung ganz und gar nicht darum, ein Loblied auf sich selbst zu singen, sie diente hochrangigen NATO-Vertretern als wichtigen Fingerzeig auf die großen Fortschritte bei der ABC-Abwehr, die innerhalb der vergangen zwei Jahrzehnte erreicht wurden. Die CJ-CBRND-TF ist das ABC-Abwehrelement der NRF, die auf eine Initiative aus dem Jahr 2002 zurückgeht, die zur Erhöhung der Mobilität und Relevanz der NATO ins Leben gerufen wurde. Der Nordatlantikrat stellte fest, die NRF sei „wie ein antiquarisches Buch – sehr teuer in der Beschaffung, anschließend allerdings kaum in Verwendung”. Nachdem sie nicht länger in den Schatten des Kalten Krieges und des Afghanistaneinsatzes stand, wurde immer wieder die Zeitvorgabe für das Herstellen der Marschbereitschaft gestrafft, um den Auftrag widerzuspiegeln. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Herstellung der Verlegefähigkeit beschleunigt, die truppenstellenden Staaten haben jedoch die Stärke der gestellten Kräfte nach und nach reduziert.

Wie der zuvor erwähnte Beitrag nahelegt, ist die NATO Response Force kostspielig und erfreut sich keiner umfassenden Beliebtheit. Dank ihrer starken Führung und eines gesunden Wettbewerbs zwischen Ländern wie Deutschland, Tschechien, Polen, Frankreich und Italien hat sich die CJ-CBRND-TF zu einer sehr kompetenten multinationalen NATO-Truppe entwickelt. Genau diese Staaten haben im Rahmen jeder Rotation, an der sie beteiligt waren, sehr ähnliche Fähigkeiten bereitgestellt, und auch wenn sich daraus keine große Vielfalt ergibt, so erhält man doch eine Truppe, die viele Male zusammen geübt und ein klares gegenseitiges Verständnis der jeweiligen Fähigkeiten hat. Dies hat sich durch das Framework Nations Concept (FNC – CBRNe World 2018-05) noch weiter verstärkt: Eine spürbar ernsthaftere Wahrnehmung und engere Abstimmung zwischen verschiedenen Bereichen der ABC-Abwehr sind die Folge.  

Die Herausforderung

Der Bereich der ABC-Abwehr ist dementsprechend gut aufgestellt, was auch immer das New Force Model (NFM) der NATO bringen mag. Das NFM ist die jüngste Transformation der NRF. Auf deren Grundlage wird ein Pool von 300.000 Kräften mit hohem Bereitschaftsgrad entstehen, mit denen spezifische Verteidigungsplanungen vorab hinterlegt werden sollen. Im Vergleich dazu beträgt das derzeitige Soll der NATO Response Force 40.000. Da die Bereitschaftsvorgaben durch die nordamerikanischen Mitglieder nicht zu erfüllen sind, stehen die europäischen Landstreitkräfte maßgeblich in der Verantwortung. Während viele Regierungen die Notwendigkeit einer Verstärkung ihrer Verteidigungskräfte bereits als gegeben betrachten, sind ihre Staatsbürger noch nicht notwendigerweise zu dieser Erkenntnis gelangt, weshalb die Personalgewinnung wahrscheinlich ins Stocken geraten wird. Ebenso wurden innerhalb der letzten 30 Jahre zahlreiche nationale Standorte der Rüstungsindustrie abgebaut, deshalb wird die Bereitstellung von zehntausenden von Fahrzeugen und Millionen Schuss von Munition eine große Herausforderung für die Lieferketten darstellen.

Den kompletten Fachartikel lesen Sie in der neuen Ausgabe!

 

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