Israel Aerospace Industries (IAI) und SIG Sauer haben am 13. Oktober auf der AUSA 2026 einen erfolgreichen Schießtest des luftgestützten Maschinengewehrsystems Fire Storm 250 bekannt gegeben. Das genutzte unbemannte Flugsystem (UAS) war mit einer ferngesteuerten Waffenstation (RCWS) SIG Sauer Microlight ausgestattet, auf der ein Maschinengewehr vom Typ M250 montiert war. Der Test demonstrierte die Fähigkeit des Systems, Luftaufklärung, Zielidentifizierung und präzise Feuerkraft in einem realistischen Gefechtsszenario zu kombinieren. Dadurch erhalten Streitkräfte integrierte Luftunterstützung.
Das M250 Maschinengewehr ist die Bezeichnung der U.S. Army für das SIG LMG (Light Machine Gun) 6.8. Dabei handelt es sich um ein gasdruckgeladenes, gurtgespeistes leichtes Maschinengewehr im Kaliber 6,8 × 51 mm Common Cartridge (.277 Fury), das über ein firmeneigenes Rückstoßdämpfungssystem verfügt und von SIG Sauer im Rahmen des Programms „Next Generation Squad Weapon“ für die U.S. Army entwickelt wurde, um die M249 Squad Automatic Weapon zu ersetzen. Es ist seit 2022 in Nutzung. Als UAS wird das IAI APUS 60 genutzt. Es ist ein unbemanntes VTOL-Fluggerät (Vertical Take-Off and Landing), das eine Nutzlast von bis zu 35 Kilogramm aufnehmen kann.
VTOL-Drohne mit leichter ferngesteuerter Waffenstation
Während des Tests schwebte das Fire Storm 250 über dem simulierten Gefechtsfeld, identifizierte Ziele mithilfe seiner Bordkamera und bekämpfte sie sowohl im Einzelschuss- als auch im halbautomatischen Feuermodus. Die Schüsse wurden aus unterschiedlichen Entfernungen und Höhen abgegeben und demonstrierten so die operative Flexibilität, die integrierte Sicherheit und die Genauigkeit des Systems unter verschiedenen Bedingungen. Fire Storm 250 ist darauf ausgelegt, taktischen Kräften kontinuierliche Überwachung und Feuerkraft direkt zur Verfügung zu stellen. Das System kann bis zu drei Stunden in der Luft bleiben und dabei 200 Schuss Munition mitführen.
Dank seiner VTOL-Konfiguration kann es von vorgeschobenen Positionen aus starten und landen, ohne dass eine Start- und Landebahn oder eine spezielle Luftfahrtinfrastruktur erforderlich ist. Das System integriert das SIG Sauer RCWS, das laut Hersteller weltweit leichteste ferngesteuerte Waffensystem für die Luft. Mit einem Gesamtgewicht von nur 24 Kilogramm (53 Pfund) inklusive RCWS, Maschinengewehr M250 und 200 Schuss Munition liefert das System stabilisiertes Präzisionsfeuer. Sensorinformationen und Feuerleitdaten werden zu einer einheitlichen Ziellösung zusammengeführt, die dem Bediener ein kontinuierliches Lagebild liefert und einen schnellen Reaktionszyklus unterstützt.
Mehrere Fire Storm 250 können gleichzeitig betrieben werden
Fire Storm 250 verfügt über eine Feuerleitarchitektur mit menschlicher Interaktion. Der Bediener erhält in Echtzeit Sensorbilder, Zielverfolgungsdaten und Einsatzoptionen, behält aber die Kontrolle über den Einsatzprozess und gibt die Feuerfreigabe. Dies kombiniert fortschrittliche Automatisierung mit menschlichem Urteilsvermögen und operativer Kontrolle. Mehrere Systeme können gleichzeitig betrieben werden, um eine kontinuierliche Überwachung bei Tag und Nacht zu gewährleisten. So ermöglicht das System eine Vorfeldüberwachung, erkennt Bedrohungen entlang von Bewegungsrouten und gewährleistet die Überwachung während laufender Einsätze sowie bei der Evakuierung.
Angetrieben von einem Mehrstoff-Verbrennungsmotor, kann das System im Feld mit handelsüblichem Treibstoff betankt werden. Dadurch entfallen lange Ladezyklen und der Bedarf an spezieller Luftfahrtinfrastruktur. Die Plattform ist schnell verlegbar und für die Unterstützung taktischer Einheiten mit begrenztem Personal- und Unterstützungsbedarf konzipiert. Sie eignet sich für verschiedene Missionen, darunter die dauerhafte Überwachung von Manövertruppen, Aufklärung, Truppenschutz, Grenzsicherung, Schutz strategischer Standorte und Spezialoperationen.
Redaktion/AF