Für NATO und EU – ein deutsches Kommando mit multinationaler Beteiligung
Das Multinationale Kommando Operative Führung (MN KdoOpFü) / Multinational Joint Headquarters Ulm (MN JHQ Ulm) aus Ulm steht in erster Linie der Europäischen Union (EU), aber auch der NATO zur Verfügung. Damit leistet es einen wesentlichen Beitrag für die europäische Sicherheitsarchitektur. Seit seiner Indienststellung 2013 hat sich das Ulmer Kommando für EU und NATO eine in der Bundeswehr einzigartige Expertise aufgebaut. Seit 2025 ist das MN KdoOpFü mit knapp 500 Dienstposten truppendienstlich dem Unterstützungskommando der Bundeswehr unterstellt.
Mit seinen Kapazitäten, Fähigkeiten und einer militärstrategischen Beratungs- und Planungskompetenz trägt das Kommando zur Handlungs- und Krisenreaktionsfähigkeit der EU bei. Es ist ein wesentliches Element des vom Europäischen Rat im März 2022 gebilligten „Strategischen Kompasses“. Seit 2013 stand es bereits mehrfach als sogenanntes „bevorzugtes“ militärstrategisches Hauptquartier („preferred“ Operations Headquarters, OHQ) der EU zur Verfügung. 2018 wurde das multinationale Kommando beauftragt, in Ulm das Joint Support and Enabling Command (JSEC) als NATO-Kommando aufzustellen, welches 2025 in die NATO-Kommandostruktur überführt wird. Bis zum Abschluss dieses Übergangs unterstützt das Ulmer Kommando das JSEC bei der Umsetzung seiner Aufgaben. Für die NATO hat das MN KdoOpFü in den letzten Jahren einen Gefechtsstand für den deutschen nationalen Befehlshaber der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) bereitgestellt.
Im Auftrag der EU – Kommando mit einzigartiger Expertise in der Bundeswehr
Aufgrund der veränderten sicherheitspolitischen Lage passt auch die EU ihre Krisenreaktionsfähigkeit und Einsatzbereitschaft an. Militärisches Herzstück ist die neue schnelle Eingreiftruppe, die Rapid Deployment Capacity (RDC), mit der die EU einen bis zu 5.000 Einsatzkräfte starken und modularen multinationalen Großverband für verschiedene Krisen flexibel einsetzen kann. Seit 2025 ist die RDC voll einsatzbereit. Als Rahmennation stellt Deutschland in diesem Jahr mit der Gebirgsjägerbrigade 23 den Kern der EU-Battlegroup (EUBG) als Teil der RDC. In einer Krise aktivieren die politischen Entscheidungsträger die Einsatzkräfte, die dann von einem operativen Hauptquartier im Einsatzland geführt werden. 2025 ist dies das Eurokorps in Straßburg. Dieses ist einem OHQ unterhalb der politischen Ebene unterstellt. Diese Funktion hat 2025 der Militärische Pla Militanungs- und Durchführungsstab (Military Planning and Conduct Capability, MPCC) inne, der vom Ulmer Kommando mit Personal und Expertise ergänzt wird.
MN KdoOpFü: Der integrierte Ansatz
Die 2017 aufgestellte MPCC ermöglicht es der EU, zentral aus Brüssel militärische Operationen der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu planen und zu führen. Diese Planungen erfolgen in einem integrierten Ansatz, d. h. die Einbettung des Militärs in einen langfristigen und übergeordneten diplomatisch-wirtschaftlich-entwicklungspolitischen Kontext. Die MPCC wird vom Generaldirektor des Europäischen Militärstabes geführt, ist seit 2024 voll einsatzbereit und gewährleistet 2025 die militärische Führungsfähigkeit der Rapid Deployment Capacity. Das MN KdoOpFü hat die Military Planning and Conduct Capability auf dem Weg zur Einsatzbereitschaft mit Planungsfähigkeiten und -kapazitäten bei Übungen und bei Führung im internationalen Krisenmanagement unterstützt. 2023 war das Ulmer Kommando daran beteiligt, Einsatzszenarien der EUBG an die sicherheitspolitischen Herausforderungen anzupassen. Seit 2021 unterstützte das Kommando mit seinen Fähigkeiten und Kapazitäten bei Planungskonferenzen, Beratungen und Stabsübungen.

