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Hospitalschiff – made in Germany

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Eine private Initiative hat das Konzept für ein leistungsfähiges »Mediship« vorgelegt, das bei Krisen, Naturkatastrophen und Pandemien weltweit zum Einsatz kommen könnte. Eine Werft ist bereits gefunden, jetzt wird ein erster Auftraggeber gesucht. Nach der großen Explosionskatastrophe in Beirut 2020 mit mehr als 6.500 Verletzten stellte sich die Frage: Warum gibt es keine Hospitalschiffe, die speziell darauf ausgerichtet sind, eine plötzlich auftretende große Zahl von Schwerverletzten zu versorgen? Die Antwort ist leicht: Man hat einfach nicht daran gedacht … Eine private Hamburger Initiatoren-Gruppe hatte sich nach den Ereignissen im Libanon mit diesem Thema intensiv beschäftigt und hat jetzt unter dem Namen »Mediship« eine vielleicht zukunftsweisende Konstruktion eines Hospitalschiffes entwickelt.

Zurzeit gibt es weltweit nur sehr wenige Schiffe dieser Art. Abgesehen vom Neubau »Global Mercy« (174 m, 200 Betten) auf Basis eines Stena-Fährendesigns, im vergangenen Jahr abgeliefert und im Einsatz für die Organisation »Mercy Ships«, handelt es sich bei den meisten anderen verfügbaren Einheiten um umgebaute ehemalige Fähren oder Tanker. Deren Größe und Tiefgang erlaubt es oft nicht, wirkungsvoll medizinische Hilfe vor Ort zu leisten. Das speziell konzipierte »Mediship« könnte daher eine Lücke schließen, auch in entlegenen Gegenden und unter schwierigen nautischen Bedingungen.

Bei dem Entwurf handelt es sich um ein rund 118 m langes hochseegängiges Flussschiff (4.000 GT) mit einem Stahlrumpf und einem Alu-Oberdeck. Bei einer Breite von 18,0 m liegt der Tiefgang bei nur 3,5 m (4,0 m unter Ballast). Es ist damit relativ klein, kommt unter Brücken hindurch und kann kleinere Häfen anlaufen, kann mit seinem diesel-elektrischen Antrieb (4 x 1500 kW) mit bis zu 17 kn aber ebenso gut die Ozeane befahren. Das Schiff kann bis zu 150 Kranke oder Schwerverletzte an Bord versorgen.

Auf zwei modular auszustattenden Decks stünde eine hochmoderne medizinische Ausrüstung zur Verfügung, die einen Hochleistungs-OP-Saal (12 Betten), einen Schockraum (28 Betten), ein Bettendeck (100-150 Patienten), Sterilisationsräume, Radiologie, Pharmazie, klinisch-chemische Labore, Zahnmedizin, Lagerräume und auch eine gekühlte Leichenhalle samt Krematorium umfasst. Ein drittes Deck nimmt die Besatzung (30) und das medizinische Personal (46) auf. Auf dem Oberdeck befinden sich ein Hubschrauber-Landeplatz, Kräne, zwei Landungsboote, geländegängige Quads und eine Dronen-Plattform.

In Friedenszeiten kann das Schiff vor Ländern mit Engpässen in der medizinischen Versorgung zum Einsatz kommen. Bei Naturkatastrophen (Tsunamis, Erdbeben), Pandemien oder bei Unglücksfällen wie in Beirut kann das Schiff sehr schnell in Krisengebiete verlegt werden. Die Initiatoren haben mit der FSG bereits eine deutsche Werft gefunden, die bereit ist, die technischen Konstruktionsarbeiten zu übernehmen und das Schiff zu bauen. Eine Hamburger Reederei würde das technische Management übernehmen. Nun werden Interessenten für dieses Konzept gesucht. Ein Adressat ist dabei die Bundesregierung in Berlin.

Mehr Informationen und Kontaktmöglichkeiten unter E-Mail: redaktion@hansa-online.de

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