Die angepasste Struktur der Bundeswehr ist das Ergebnis einer konsequenten Ausrichtung auf die Landes-und Bündnisverteidigung. Mit der Umgliederung zum Unterstützungsbereich sind zwei zuvor getrennte militärische Organisationsbereiche (Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr) im April 2025 vereinigt worden.
Im Unterstützungsbereich werden begrenzt verfügbare Schlüsselfähigkeiten (Logistik, Sanitätsdienst, ABC-Abwehr, Feldjägerwesen, Zivil-Militärische Zusammenarbeit), die zur erfolgreichen Auftragserfüllung aller Teilstreitkräfte erforderlich sind, streitkräftegemeinsam gebündelt und bereitgehalten. Das Unterstützungskommando der Bundeswehr (UstgKdoBw) ist das Führungskommando dieses Organisationsbereichs, dem weitere zentrale militärische Dienststellen (zum Beispiel Streitkräfteamt, Planungsamt, Bundesakademie für Sicherheitspolitik) zugeordnet sind und hier truppendienstlich geführt werden. Darüber hinaus übernimmt das UstgKdoBw Verwaltungsaufgaben für die geführten Dienststellen.
Die taktische Führung von Einsätzen des internationalen Krisenmanagements wurde in der Altstruktur beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr zentralisiert wahrgenommen. Damit waren die operative und taktische Führungsebene in einem Kommando vereinigt. Der „Osnabrücker Erlass“ sieht seit dem 1. Mai 2024 für die neue Struktur eine systematische Trennung der operativen und taktischen Ebene vor. Die Verantwortung für die operative Ebene wird vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr (OpFüKdoBw) wahrgenommen, während die Führungskommandos der Teilstreitkräfte mit der taktischen Einsatzführung beauftragt werden. Für das Unterstützungskommando ergibt sich die Aufgabe, in rein sanitätsdienstlichen Einsätzen Kräfte als Führungskommando auf der taktischen Ebene sowohl truppendienstlich als auch fachlich zu führen.
Taktische Führung
Was ist allgemein unter dem Begriff „taktische Führung“ zu verstehen? Während die strategische Ebene (Bundesministerium der Verteidigung) Ziele und Aufträge vorgibt, werden durch die operative Ebene diese Aufträge priorisiert und der Kräfteansatz vorgegeben. Die taktische Ebene, ein sogenanntes Component Command (CC), setzt die zugewiesenen Kräfte ein beziehungsweise führt diese.
In der Bundeswehr werden aus den Führungskommandos der Teilstreitkräfte (Heer, Luftwaffe, Marine, Cyber- und Informationsraum) in den Dimensionen Land, Luft, See, Weltraum, Cyber und Informationsraum fünf dimensionsspezifische Component Commands (Land, Air, Maritime, Space und Cyber Information Domain) gebildet. Hinzu kommen weitere Commands für die taktische Führung in den funktionalen Dimensionen Spezialkräfte (Special Operations Component Command beim Operativen Führungskommando) und Unterstützung für die Führung von Kräften in rein sanitätsdienstlichen Einsätzen (Medical Component Command, MedCC, beim Unterstützungskommando).
In der heutigen Zeit sind kaum Einsätze vorstellbar, die ein Kommando der taktischen Ebene autonom führen kann. Daher wird durch das Operative Führungskommando ein Component Command als Leitkommando für die Führung eines Einsatzes festgelegt. Letzteres verantwortet in dieser Rolle die Planung und Führung der einzusetzenden Kräfte. Für die Auftragserfüllung erhält es externe Unterstützung aus der gesamten Bundeswehr. Es ist damit ein sogenanntes Supported Command; die Kommandos, die es jeweils unterstützen, werden als einsatzunterstützende Kommandos beziehungsweise Supporting Commands bezeichnet. vorgibt, werden durch die operative Ebene diese Aufträge priorisiert und der Kräfteansatz vorgegeben. Die taktische Ebene, ein sogenanntes Component Command (CC), setzt die zugewiesenen Kräfte ein beziehungsweise führt diese.