Am gestrigen Montag startete die Lübecker Gabler Group an der Frankfurter Börse. Die Gruppe umfasst neben dem 1962 gegründeten U-Boot-Ausrüster Gabler Naval auch die Firmen Develogic Subsea Technology für Unterwasserkommunikation und -überwachung, north.io für die Datenverarbeitung von Unterwassersensoren sowie SubCTech Subsea Technologies für Unterwasserbatterien und -energiesysteme sowie Meeresüberwachung.
Am bekanntesten sind Gablers U-Boot-Ausfahrgeräte und Steuerungsaktuatoren, die Gruppe bietet neben Unterwassersensoren und -kommunikation aber mittlerweile auch aus Torpedorohren startbare Drohnen an und ist zudem in den Bereichen Offshore-Energie und Meereswissenschaft tätig. Nach Rheinmetall, Hensoldt, Renk, Airbus und Thyssenkrupp Marine Systems ist die Gruppe das sechste börsennotierte deutsche Unternehmen aus dem Verteidigungsbereich.
U-Boot-Fahrt am ersten Handelstag
Auch bei KNDS und dem Rüstungszulieferer Vincorion gibt es Berichten zufolge solche Pläne. Zuletzt war Anfang des Jahres der tschechische Munitions- und Gerätehersteller CSG Group in Amsterdam an die Börse gegangen. Der Trend in der boomenden europäischen Rüstungsindustrie, sich auf dem Parkett zusätzliches Kapital zu verschaffen, hält damit an. Im Unterwasserbereich sorgen derzeit etwa das Thema Schutz kritischer Infrastrukturen sowie Beschaffungsvorhaben für bemannte und unbemannte Fahrzeuge für Bewegung.
Ob die Anleger nach diversen Rallyes der letzten Jahre in diesem Bereich auch jedes neue Angebot honorieren, muss sich allerdings noch zeigen. Die Gabler-Aktie lief am Montag mit über 48 Euro stark vom Stapel, tauchte dann zunächst leicht unter den Ausgabepreis von 44 Euro und stieg nach nächtlicher Schleichfahrt am zweiten Handelstag wieder auf. Weitere Börsenkandidaten werden die von unterschiedlichen Krisen getriebene Entwicklung von Rüstungsaktien in nächster Zeit sicherlich aufmerksam beobachten. (sab)

