Körperliche Leistungsfähigkeit bei der Bundeswehr

Soldaten beim Military Fitness Cup 2023. (Foto © Bw/Klatt)
Soldaten beim Military Fitness Cup 2023. (Foto © Bw/Klatt)

Anpassung der Ausbildungssystematik

Nicht erst seit der aktuellen Bedrohung durch den völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine erhält die körperliche Leistungsfähigkeit der Soldaten eine erhöhte Aufmerksamkeit. Begriffe wie „Resilienz“ und „Kriegstüchtigkeit“ haben in den allgemeinen Sprachgebrauch Einzug gehalten.

Aber nicht nur die Sprache der Soldaten hat sich verändert. Auch die Ausbildung und Vorbereitung auf neue Einsatzszenarien und die damit verbundene erhöhte körperliche und seelische Belastbarkeit von Soldaten müssen zielgerichtet trainiert und damit verbessert werden. Diesen neuen Herausforderungen muss auch in angepassten Ausbildungskonzepten, unter anderem im Ausbildungsgebiet KLF (Körperliche Leistungsfähigkeit), Rechnung getragen werden.

Älteren Angehörigen der Bundeswehr sind noch Begriffe wie „Allgemeine Sportausbildung“, „Sportleiter“, „Hilfssportleiter“, „Fachsportleiter“ und „Übungsleiter“ gängige Begriffe. Eine Vielzahl von Begriffen, deren Unterschiede teilweise sogar Fachleute nicht erklären konnten. Bei der Ausbildung von Soldaten zu sogenannten „Sportausbildern“ wurde jahrelang davon ausgegangen, dass Steigerung, Erhalt und Widerherstellung der individuellen Leistungsfähigkeit durch eine „Allgemeine Sportausbildung“ erreicht wird. Man erhoffte sich sportwissenschaftliche Synergieeffekte vor allem im Bereich der Trainingswissenschaft aus dem sportartübergreifenden und sportartspezifischen Training von Soldaten für die Erfüllung ihres militärischen Auftrages. Leider war dem nicht ausreichend so!

Train as you fight

Jemand, der über Jahre hinweg ein sportartübergreifendes Konditionstraining absolviert (zum Beispiel Laufen), erfährt natürlich nebenbei auch eine gewisse Steigerung seiner allgemeinen Leistungsfähigkeit. Aber eine berufsbezogene oder arbeitsplatzspezifische Leistungsfähigkeit ist mit reinem allgemeinem sportlichem Grundlagentraining leider nicht zwangsweise zu erreichen.

Mit Einführung des Ausbildungsteilgebietes „Militärische Fitness“ wurde diese Problematik bereits aufgegriffen. Das körperliche Training von Soldaten darf eben nicht ausschließlich aus sportartübergreifenden oder sportartspezifischen Inhalten bestehen, sondern muss einen deutlichen Anwendungsbezug zu später erwarteten Handlungen im Berufsfeld beinhalten. Und je intensiver die spezifischen Tätigkeiten im Beruf werden, desto spezifischer muss auch dafür trainiert werden.

Es gibt eben nicht das eine Wundermittel, die eine Methode, die aus einem niederleistungsfähigen Soldaten einen kriegsfähigen Spezialisten macht. Und genauso müssen die Trainingsmethoden auf dem langen Weg der Anpassung und Steigerung der individuellen Leistungsfähigkeit von Soldaten stetig spezieller werden. Für die Durchführung von Trainingsmaßnahmen zu Steigerung, Erhalt oder Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit von Soldaten im Ausbildungsgebiet KLF heißt das natürlich, dass sowohl die allgemeinen Belastungsanforderungen (die für alle Soldaten gelten müssen) als auch die speziellen dienstposten- oder aufgabenspezifischen Belastungen zielgerichtet trainiert werden müssen.

Im sportlichen Training unterscheidet man daher zwischen Grundlagentraining, Aufbautraining und Leistungstraining, bei denen unter anderem der Anwendungsbezug zur geforderten Leistung stetig angepasst beziehungsweise erhöht wird. Diese Systematik der notwendigen Anpassung findet sich natürlich auch in der Ausbildung der Trainer wieder! Kein allgemein ausgebildeter Trainer auf unterem Niveau wird aufgrund seiner Ausbildung in der Lage sein, seine Trainingsteilnehmer zu spezifischen Höchstleistungen (Deutscher Meister/Weltrekord) zu bringen.

Nicht nur deshalb ist es logisch, dass in der Ausbildungssystematik von Trainern im Ausbildungsgebiet KLF auf unterschiedlichen Stufen (Level) Trainer für ihre zukünftige Aufgabe ausgebildet werden müssen. Zusätzliche Faktoren wie die zeitliche Verfügbarkeit der zukünftigen Trainer als auch die Problematik der hauptamtlich und nebenamtlich tätigen Sportfachkräfte innerhalb der Bundeswehr müssen dabei berücksichtigt werden. Aus diesen Gründen war eine Anpassung der Ausbildungssystematik im Ausbildungsgebiet KLF notwendig.

Von Oberstleutnant d. R. Matthias Trautvetter, Leiter Gruppe Lehre Ausbildung,
Sportschule der Bundeswehr

Den kompletten Artikel lesen Sie in Ausgabe 1/26 des HHK!

Aktuelle Beiträge lesen Sie bei Soldat & Technik

Verwandte Themen:

Der Iran hat in der Nacht zum heutigen Donnerstag weitere Ziele der Ölexport-Infrastruktur auf der arabischen Seite des Persischen...

Wunstorf, 10. März 2026. Der neue Flugzeughangar nimmt Form an. Er ist Hauptbestandteil des künftigen A400M-Wartungszentrums von Airbus, das...

„Der Krieg ist das Gebiet der Ungewissheit; drei Vierteile derjenigen Dinge, worauf das Handeln im Kriege gebaut wird, liegen...

Weitere Nachrichten
HHK+ Vorteile nutzen
mockup complete

Erhalten Sie jetzt einen Zugang zu den HHK+ Artikeln & Magazinen vom Hardthöhen-Kurier

Aktuelle Magazine
Partner & Anzeigen
Partner unsere Sonderpublikationen