Ausbildungssimulation im Heer

Simulationsarten (Foto © Amt für Heeresentwicklung)
Simulationsarten (Foto © Amt für Heeresentwicklung)

Der Einsatz von Simulatoren fand das erste Mal in den 1930er-Jahren statt, als die ersten Flugsimulatoren ihren Weg in die Ausbildung fanden. Damals, um Piloten auf die Steuerung des Fluggeräts vorzubereiten und damit Handlungssicherheit und damit Sicherheit zu erhöhen. Heute wäre die gesamte moderne Luft- und Raumfahrt ohne leistungsfähige Simulatoren nicht mehr denkbar.

Dabei erfüllen Simulatoren verschiedene Zwecke: So können Extremsituationen ohne Gefährdung von Personal erprobt und in der Folge zur Vermeidung drillmäßig geübt werden. Gleichzeitig wird wertvolles Gerät geschont, Ausbildung und Übung ist ohne Witterungseinflüsse prinzipiell zu jeder Tageszeit ohne Beeinträchtigung der Umwelt beliebig oft durchführbar. Hinzu kommt, dass Simulatoren die Effizienz und Effektivität der Ausbildung erhöhen.

In Simulatoren lassen sich in kürzerer Zeit mehrere Durchgänge (vor)üben und durch das digitale Aufzeichnen der Handlungen auch besser als in real auswerten und damit effektiver Fehler erkennen und abstellen. Last but not least: Die Nutzung von Simulation in der Ausbildung führt zu Kosteneinsparungen gegenüber der Nutzung von Realgerät. Daher verfügt auch das Heer seit vielen Jahrzehnten über eine breite Palette an Simulationssystemen und Simulatoren, und die Erfahrungen sind rundweg positiv.

Die Spannweite reicht von Live-Simulation wie dem System Ausbildungsgerät Duellsimulator (AGDUS) in der Truppe bis zum Gefechtsübungszentrum über die virtuellen Simulatoren für einzelne Waffensysteme wie zum Beispiel dem Ausbildungsgerät Gefechtssimulator Panzertruppen (AGPT) auf Zugebene über die seit rund 15 Jahren genutzte virtuelle Simulationsplattformen System Virtual Battle Space (VBS) zur taktischen Ausbildung bis auf Kompanieebene bis hin zu komplexen konstruktiven Simulationssystemen SIRA und GUPPIS zur Stabsausbildung von Ebene Bataillon bis Korps. Auch wenn insbesondere die simulationsgestützten Handlungstrainer technisch immer besser werden, kann eine Simulation oder ein Simulator die Realwelt und die Praxis nicht ersetzen. Deshalb ist eine Ausbildungsmethodik erforderlich, die die Systeme zum zweckmäßigen Punkt in der Ausbildung durch geschultes Ausbildungspersonal zur Anwendung bringt.

Simulatoren – Handlungs- und Verfahrenstraining

Grundsätzlich wird die Nutzung von Simulation und Simulatoren in zwei Anwendungsbereiche unterschieden. Diese leiten sich aus dem Ausbildungsziel ab. Zum einen die Handlungstrainer wie zum Beispiel im Bereich der Waffensysteme. Diese dienen zum Erlernen konkreter Handhabungen wie das korrekte und schnelle Ausführen von Bediengriffen im Panzerturm. Entsprechend kommt es bei dafür vorgesehenen Simulatoren auf die genaue technische Anordnung der Bedienelemente an, um Handlungen drillmäßig im Simulator (vor)üben zu können. Zum anderen gibt es Systeme, die als Verfahrenstrainer dienen. Diese werden dort eingesetzt, wo es um die Schulung von Einsatzverfahren geht, und das Zusammenspiel von Kräften geübt werden soll. Bei dafür eingesetzten Systemen ist eine genaue technische Nachbildung der Bediengeräte nachrangig und können querschnittliche Simulationssysteme ebenfalls den gewünschten Ausbildungserfolg liefern.

Daneben gibt es Systeme wie zum Beispiel das seit Mitte der 1990er-Jahre in die Bundeswehr eingeführte Ausbildungsgerät Handwaffen/Panzerabwehrhandwaffen (AGSHP), das beides zulässt. Generell ist zurzeit zu beobachten, wie bestimmte Simulationsarten Überschneidungen aufweisen beziehungsweise diese immer weiter beiderseitig anwendbar sind, um einen noch größeren Ausbildungseffekt zu erzielen.

Von Oberst Thomas Blank, Gruppenleiter, Amt für Heeresentwicklung Simulationsarten

Den kompletten Artikel lesen Sie in Ausgabe 1/26 des HHK!

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