Luftbeweglichkeit als Ausbildungsauftrag

Transporthubschrauber NH90 fliegt Geländefahrzeug als Außenlast in Landezone. (Foto © Bw/Andreas Bernstein)
Transporthubschrauber NH90 fliegt Geländefahrzeug als Außenlast in Landezone. (Foto © Bw/Andreas Bernstein)

Das Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit ist die zentrale Ausbildungseinrichtung des Heeres für alle Aspekte im Bereich luftbewegliche Operationen. Die im November 2016 in Celle aufgestellte Ausbildungseinrichtung hat sich in den vergangenen nahezu zehn Jahren stetig weiterentwickelt.

Versorgung kämpfender Truppe mit Material und Ausrüstung, Verbringung luftgestützter Infanterie in Einsatzgebiete, Fallschirmsprungeinsatz, Unterstützung von Bodentruppen mit Kampfhubschraubern oder Evakuierungsoperationen, das Spektrum luftbeweglicher Operationen sowohl mit Hubschraubern als auch Flächenflugzeugen ist breit gefächert. Luftbewegliche Operationen können alle Teilstreitkräfte und Truppengattungen betreffen. Sie sind hochkomplex und erfordern von allen beteiligten Akteuren ein Höchstmaß an Professionalität, Koordination und Zusammenarbeit.

Zentrale Ausbildung aus einer Hand

Das Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit (Ausb/ÜbZLbwglk) wurde in Dienst gestellt, um das gesamte Spektrum luftbeweglicher Operationen zentral aus einer Hand auszubilden und die Truppe zur Durchführung derartiger Operationen zu befähigen. Intensive Ausbildung und Training von der Vorbereitung über Planung bis hin zur Durchführung und Führung luftbeweglicher Operationen sind daher unabdingbar. Im Rahmen der Truppenausbildung werden hier alle Akteure, die im Rahmen luftbeweglicher Operationen gemeinsam zum Einsatz kommen, in komplexen Einsatzszenarien realitätsnah ausgebildet. Dies sind natürlich hauptsächlich Verbände und Einheiten der luftbeweglichen Kräfte des Heeres, mit der Division Schnelle Kräfte einschließlich der niederländischen 11. Luchtmobielen Brigade als stärkster Nutzer. Aber auch Objektschutzkräfte der Luftwaffe, Kräfte des Seebataillons der Marine oder Sanitätspersonal sowie Einheiten verbündeter Streitkräfte erhalten hier Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten.

Einzigartige Ausbildungsbedingungen

Am Standort Celle mit dem dazugehörenden Flugplatz Wietzenbruch und dem Standortübungsplatz Celle-Scheuen sowie den in kurzer Flugentfernung gelegenen Truppenübungsplätzen werden hauptsächlich luftgestützte Operationen, Luftlandeoperationen, der luftmechanisierte Einsatz und der allgemeine Lufttransport beginnend mit der gemeinsamen Vorbereitung über die Befehlsgebung bis hin zum realen Flugdienst ausgebildet und geübt. Fallschirmjägerkräfte und Truppenteile der luftbeweglichen Infanterie üben gemeinsam mit Heeresfliegern und mit Unterstützung von Transportflugzeugen wie auch Hubschraubern der Luftwaffe. Dazu stellen die Heeresfliegerverbände die benötigten Kampfhubschrauber Tiger und Transporthubschrauber NH90 ab, schwere Transporthubschrauber CH-53 und für den Fallschirmsprungdienst benötigte A400M stellt die Luftwaffe aus ihren Geschwadern in Holzdorf (Hubschraubergeschwader 64) und Wunstorf (Lufttransportgeschwader 62) bereit.

In rund 25 Übungsdurchgängen pro Jahr, jeder von zwei Wochen Dauer, werden nicht nur die zum Einsatz kommenden fliegenden Einheiten der Heeresfliegerkräfte und Luftwaffe ausgebildet und beübt, sondern auch bodengebundene, infanteristisch ausgerichtete Ausbildungs- und Übungsinhalte vermittelt. Dabei arbeitet das Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit, wo immer möglich, eng mit anderen Ausbildungseinrichtungen des Heeres zusammen.

Von Carsten Vennemann

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