Maritime Einsätze erfordern schnelle Entscheidungen auf Basis vieler Datenquellen gleichzeitig. Das Projekt SmartShip erforscht seit 2020, wie Künstliche Intelligenz (KI) und digitale Zwillinge Besatzungen dabei unterstützen können. Primärer Anwendungspartner ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).
Die Ergebnisse sind zugleich für den Einsatz in der Deutschen Marine konzipiert. Kern von SmartShip ist der digitale Zwilling: ein virtuelles Modell, das sämtliche Betriebsdaten eines Schiffes in Echtzeit zusammenführt, von Motortemperaturen über Kraftstoffverbrauch bis zu Wetterdaten. So entsteht eine Betriebsübersicht, die fundierte Entscheidungen ermöglicht.
KI an Bord: Anomalien erkennen, Objekte finden
Auf dem digitalen Zwilling setzen KI-Dienste auf. Eine Zustandsüberwachung erkennt ungewöhnliche Betriebszustände frühzeitig, etwa einen schleichenden Leistungsverlust im Antriebsstrang. Parallel wurde ein intelligentes Kamerasystem weiterentwickelt, das Personen im Wasser und havarierte Boote in Echtzeit erkennt. Ergänzt wird dies durch Funkpeilung und AIS-Auswertung zur Koordination von Rettungseinsätzen.