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Amerikas Logistikdrehscheibe

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Das 21st Theater Sustainment Command

Von Christian Führer

Nach dem Ende des Kalten Krieges ist Deutschland der wichtigste Stationierungsort amerikanischer Soldaten in Europa geblieben, auch wenn sich Umfang und Aufgaben der hier untergebrachten Truppen verändert haben. Waren 1989 noch rund 250.000 Militärangehörige aller Teilstreitkräfte in der damaligen Bundesrepublik Deutschland stationiert, ist ihre Zahl seither auf rund 34.000 geschrumpft, darunter etwa 22.000 der U.S. Army und 11.000 der U.S. Air Force. Trotz des massiven Truppenabbaus bildet Deutschland weiterhin ein wichtiges Standbein amerikanischer Sicherheitspolitik. Neben den Hauptquartieren aller amerikanischen Streitkräfte in Europa und Afrika (EUCOM bzw. AFRICOM in Stuttgart) sind hier die zugehörigen Hauptquartiere des Heeres (Wiesbaden), der Luftwaffe (Ramstein) sowie der Marineinfanterie- und Spezialkräfte für beide Kon tinente beheimatet (Stuttgart/Böblingen). Mit Blick auf seine geografische Lage spielt Deutschland aber auch für die Logistik der amerikanischen Streitkräfte in Europa und darüber hinaus eine zentrale Rolle, vor allem der Großraum Kaiserslautern. Hier ist neben der Ramstein Air Base als zentralem Luftdrehkreuz und dem Landstuhl Regional Medical Center (größtes Militärhospital außerhalb der USA) mit dem 21st Theater Sustainment Command (21st TSC) das Hauptquartier des größten Unterstützungskommandos der US-Streitkräfte außerhalb der USA angesiedelt.

Ursprünge des 21st TSC

Das heutige 21st TSC ist aus verschiedenen Vorgängerorganisationen hervorgegangen, die die U.S. Army nach 1945 in Europa unterhielt. Da die westeuropäischen Nachschublinien der Amerika ner während des Zweiten Weltkrieges quer durch Frankreich verliefen, wurden wesentliche Unterstützungskommandos nach dem Krieg zunächst auch hier angesiedelt. Mit dem Abzug aller amerikanischen Truppen aus Frankreich 1967 wurde eine grundlegende Neuordnung aller Logistikprozesse und Nachschublinien erforderlich, die 1976 schließlich zur Indienststellung des 21st Support Command in Kaiserslautern führte.

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Joint Light Tactical Vehicles (JLTV) in der Coleman Worksite des Army Field Support Battalion Mannheim. (Foto ©PAO 405th AFSB)

Ab 1988 firmierte das Unterstützungskommando als 21st Theater Army Area Command, bevor es im Jahre 2000 zum 21st TSC wurde. Der englischsprachige Begriff „Theater“ (hier in der Bedeutung von Operationsgebiet) deutet dabei an, dass es sich um ein großes Unterstützungskommando mit regionalem Bezug handelt. Während des Kalten Krieges verantwortete das Kaiserslauterer Unterstützungskommando neben seinen Logistikfunktionen für die U.S. Army in Europa zeitweilig auch einige Standortverwaltungen in Südwestdeutschland sowie die strategisch wichtigen POMCUS-Depots (Prepositioned organizational materiel configured in unit sets), in denen jeweils die gesamte Ausrüstung einer Kampfbrigade und weiterer Einheiten lagerte, um im Verteidigungsfall von Einheiten aus den USA übernommen zu werden. In Spitzenzeiten verwalteten die POMCUSDepots in Deutschland und den Benelux-Staaten das Großgerät dreier vollständiger Divisionen und weiterer Einheiten. Die Abläufe für den Verteidigungsfall wurden bis in die 1990er-Jahre hinein in jährlichen REFORGER-Manövern geübt (Return of forces to Germany), die eine wichtige Säule der NATOAbschreckungsstrategie dieser Jahre bildeten. Nach 1989 veränderte sich das Aufgabenspektrum des Kaiserslauterer Unterstützungskommandos grundlegend.

Die großen POMCUS-Depots büßten infolge des Zusammenbruchs der Sowjetunion ihren Stellenwert ein und wurden zumeist aufgegeben, ebenso gingen die Aufgaben im Rahmen der Standortverwaltungen zunächst verloren. Stattdessen rückten nun multinationale Operationen auf dem Balkan (Bosnien-Herzegowina, Kosovo) und darüber hinaus (Afghanistan, Irak) ins Blickfeld. Aufgrund des massiven Kahlschlags bei den amerikanischen Kampftruppen in Europa hat die Bedeutung des 21st TSC seither eher zugenommen.

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