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Digitales Flugtraining für A400M in Wunstorf

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Koblenz, 25. August 2016 – Mit dem A400M Full Flight Simulator und dem A400M Flat Panel – Flight Training Device ist die modernste Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr nun von der Europäischen Flugsicherheitsagentur zertifiziert. Diese Flugsimulatoren reduzieren notwendige reale Flugbewegungen deutlich.

Im Rahmen einer Feierstunde am 5. August 2016 wurden die vom Luftfahrtbundesamt ausgestellten Qualifikationsurkunden für den A400M Full Flight Simulator und das A400M Flat Panel – Flight Training Device vom BAAINBw an das Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf übergeben. Beide Flugsimulatoren werden im Rahmen der fliegerischen Ausbildung der A400M Piloten am Nationalen Trainingszentrum genutzt. Ab Mitte 2017 werden im Rahmen eines Partnerschaftsabkommens auch Piloten der französischen Streitkräfte die beiden Simulatoren nutzen.

Simulatoren sind heutzutage in der Luftfahrt, zivil wie militärisch, im Vergleich zur Schulung auf einem Luftfahrzeug ein relativ kostengünstiges, ausgesprochen effektives und sicheres Ausbildungsmittel. Notverfahren wie Triebwerksausfälle und Feuer an Bord können zudem nur im Simulator geübt werden. Für die Pilotenausbildung auf der A400M heißt das, dass auf eine reale Flugstunde 42 Simulatorflugstunden kommen. Beim Vorgängermodell Transall lag das Verhältnis noch bei 1:1,5. Dies bedeutet eine spürbare Entlastung für die Anwohner rund um den Fliegerhorst Wunstorf. Durch die deutliche Reduzierung des Flugbetriebes wird auch weniger Treibstoff verbraucht und die Umwelt geschont.

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Der Full Flight Simulator in Aktion. © Bundeswehr / Hannemann

Das Flat Panel – Flight Training Device ist die Nachbildung von Instrumenten, Bedieneinheiten und Bildschirmen aus einem A400M-Cockpit. Er ist das Einstiegsmodell für die fliegerische Ausbildung. Mit ihm können sämtliche Flugverfahren geübt werden. Der Full Flight Simulator hingegen ist eine originalgetreue Nachbildung des A400M-Cockpits mit einem zusätzlichen Flug- oder Taktik-Lehrerplatz. Er simuliert auch die Bewegungen der Maschine und ermöglicht so eine realitätsnahe Ausbildung.Damit die Simulatoren für die qualifizierte fliegerische Ausbildung genutzt werden dürfen, muss ein durch die Europäische Flugsicherung streng vorgegebenes Qualitätsniveau erreicht und dauerhaft nachgewiesen werden. So muss im Simulator die gleiche Rundumsicht mit synthetisch erzeugten Geländedaten wie in einem echten Flugzeug gegeben sein, und das Bewegungssystem muss auf Steuereingaben genauso wie die echte A400M reagieren. Jährlich und bei größeren technischen Änderungen, beispielsweise der Installation einer neuen Software oder von Hardware-Komponenten, werden die Simulatoren requalifiziert um den hohen Anforderungen der Europäischen Flugsicherung zu genügen.

Aufgrund des weiter ansteigenden Bedarfs an fliegerischer und taktischer Aus- und Weiterbildung der Besatzungen des Lufttransportgeschwaders 62 ist die Beschaffung eines zweiten Full Flight Simulators bereits beauftragt. Ab 2020 sollen dann sogar Formationsflüge geübt werden können. Auch die Ausbildung des technischen Personals und des Wartungspersonals soll künftig mit Simulatoren unterstützt werden. Schon heute können Be- und Entladen sowie die Ladungssicherung in einem originalgetreuen Abbild der A400M geübt werden. Durch den konsequenten Einsatz der Simulatoren kann der Einsatz realer Fluggeräte künftig weiter reduziert werden.

Text: © www.baainbw.de

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