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Erfolgreiche Erprobung – A400M Luftbetankung

Foto © Bundeswehr Jasmin Schlegel
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Wunstorf, 24. Mai 2024 – Bereits jetzt hat der A400M vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Damit sich die Fähigkeiten des A400M kontinuierlich erweitern, erprobt die Abteilung TTVG des LTG 62 regelmäßig neue Verfahren. Bei dem ersten Blick auf den A400M fällt den meisten direkt die Luftbetankungssonde ins Auge, die über dem Cockpit nach vorne herausragt. Sie ist für die Luftbetankung des A400M notwendig. Nachdem zunächst der Fokus auf der Betankung von Kampfflugzeugen lag, erfolgte nun der nächste Schritt in der Betankung von Großflugzeugen. Bislang wurde diese Fähigkeit innerhalb der Luftwaffe noch nicht erprobt, da zunächst das erste Tankflugzeug dieser Art an Deutschland aufgeliefert werden musste. Seit Dezember letzten Jahres hat die Luftwaffe einen A400M mit einem speziellen Tankrüstsatz. Das Besondere an diesem Flugzeug ist, dass der 25m lange Tankschlauch in der Heckrampe verbaut ist und mittig aus dem A400M ausfährt. Zusätzlich ist der A400M Tanker noch mit zwei Zusatztanks á 7200 Liter im Laderaum ausgestattet.

Foto © Bundeswehr Simon Otte

Am 30. April 2024 starteten aus Wunstorf zwei Test Crews für die erste Erprobung der Luftbetankung eines A400M durch einen anderen A400M über der Nordsee. In der Vorbesprechung kurz vor Abflug wurde der sogenannte Flight Test Plan, der für alle Testverfahren erstellt wird durchgesprochen. In ihm sind u.a. die Gefahrenpotentiale genannt. Das größte Risiko ist trotz des guten Wetters mit 25 Grad und blauem Himmel in Wunstorf, die doch zum Teil dichten Wolken über der Nordsee.
Der Flug findet hierbei ausschließlich auf Sicht statt. Sollte ein Flieger den anderen aus den Augen verlieren, findet umgehend ein Ausweichmanöver statt. Durch die eigenen Kameras des A400M können die Piloten des Tankers vom Cockpit aus den Tankvorgang beobachten.

Foto © Bundeswehr Christian Timmig

Fragen die sich die Test-Crew im Vorfeld stellte waren u.a., ob die Luftbetankungssonde sauber im Korb verriegeln wird, oder ob der Schlauch durch die Turbulenzen des Tankers in seiner Bewegung stark beeinflusst wird. Für den Tankvorgang wird eine hohe Konzentration abgefordert. Gerade für den Piloten des zu betankenden A400M – den sogenannten Receiver-, da dieser das Flugzeug zielgenau ohne jegliche Hilfe von Autopilot oder Autoschub an den Tankschlauch heranfliegen muss. Daher wechseln sich die beiden Piloten alle 30 Minuten mit der Steuerung des Flugzeugs ab.

Foto © Bundeswehr Simon Otte

Zur Sicherheit wurde zu Beginn ein Abbruchverfahren getestet. Der Receiver muss nach Betätigung eines Abbruchknopfes durch den vorausfliegenden Tanker sofort zurücksetzen und tiefer fliegen. Mit verbundenem Tankschlauch wird nicht nur geradeaus geflogen, sondern auch ein Turn, also ein Abdrehen durchgeführt. Insgesamt sind 23 Kontakte erfolgreich durchgeführt worden und dabei wurden 5,2 Tonnen Kraftstoff abgegeben.

Somit war die Erprobung erfolgreich gemeistert worden. Die Fähigkeiten des A400M werden auch in Zukunft weiter ausgebaut um z.B. weitere Flugzeugtypen zu betanken.

Quelle LTG 62 Stab Pressestelle

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