Lynx XM30: Rheinmetall liefert ersten Prototyp an U.S. Army

American Rheinmetall hat den ersten Prototyp des Lynx XM30 für Erprobungen an die U.S. Army ausgeliefert.
American Rheinmetall hat den ersten Prototyp des Lynx XM30 für Erprobungen an die U.S. Army ausgeliefert. (Foto: Rheinmetall)

Das in Auburn Hills, Michigan ansässige Rheinmetall-Tochterunternehmen American Rheinmetall hat den ersten von acht Prototypen des Kampffahrzeugs Lynx XM30 erfolgreich an die US-Armee ausgeliefert. Dies teilte das Unternehmen am heutigen Dienstag mit. Der Schritt sei entscheidend im Ausschreibungsverfahren zur Ablösung des alten Schützenpanzers M2 Bradley. Nach der Auslieferung werde der erste Prototyp umgehend den von der US-Regierung geleiteten Entwicklungs- und Leistungsprüfungen zugeführt. Diese Bewertung sei ein wesentlicher Bestandteil der Phasen 3/4 des Engineering and Manufacturing Development (EMD)-Vertrags im Wert von rund 764 Millionen US-Dollar. Dieser umfasst die digitale Konstruktion, den physischen Prototypenbau und die Validierung des Gesamtsystems.

„Die Auslieferung unseres ersten Prototyps an die U.S. Army ist ein wichtiger Schritt, da das XM30-Kampffahrzeugprogramm nun in eine Phase eintritt, in der das System stärker in den Fokus rückt“, sagte Matt Warnick, CEO von American Rheinmetall. „Das Team Lynx hat nun die Gelegenheit, der Armee zu zeigen, dass wir das Versprechen eines modernen Nachfolgemodells für den Bradley einlösen können.“ Im Laufe dieses Jahres werde American Rheinmetall die verbleibenden sieben Prototypen ausliefern, die für die Einsatzausbildung verwendet werden sollen. Diese Auslieferung erfolge parallel zu den technischen Bewertungen im Rahmen der Initiative „Transformation in Contact“ (TiC) 2.0 der U.S. Army.

Produktionskette über mehrere US-Bundesstaaten

Diese Modernisierungsmaßnahme zielt darauf ab, modernste Technologien zügig zu prototypisieren, zu testen und direkt bei den Einheiten im Einsatz und in der Ausbildung einzuführen. Sobald die Fahrzeuge die ersten militärischen Sicherheitsprüfungen bestanden haben, werden die Soldaten sofort mit aktiven Manövern im Feld beginnen – eine intensive Ausbildungsphase, die in groß angelegten Gefechtssimulationen gipfelt. „Die Umsetzung eines parallelen Bewertungszeitplans erfordert ein Maß an industrieller Agilität, für das das Team Lynx geschaffen wurde“, so Warnick. „Wir beweisen, dass die US-amerikanische verteidigungsindustrielle Basis mit der Geschwindigkeit operativer Relevanz agieren kann und traditionelle Entwicklungszeitpläne um Jahre verkürzt, um den Soldaten die benötigten Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen.“

Die Auslieferung der Prototypen stützt sich laut Pressemitteilung auf eine straff koordinierte, mehrere Bundesstaaten umfassende Produktionskette ab. Diese unterstreiche die Agilität und Widerstandsfähigkeit der US-amerikanischen Verteidigungsindustriebasis. Die Arbeiten begännen mit der Präzisionsfertigung der Geschütztürme in Plymouth, Michigan, bevor die Subsysteme nach Slidell, Louisiana, transportiert werden. Hier erfolge die endgültige Integration in Struktur und Fahrgestell. Die fertigen Fahrzeuge durchliefen anschließend umfassende Erprobungsfahrten, um ihre mechanische Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, bevor sie zur Endlackierung und Endbearbeitung nach Louisiana zurückkehrten.

Lynx XM30 wurde für komplexe Einsatzbedingungen entwickelt

Die Integration dieser separaten Standorte in eine einheitliche Produktionskette gewährleiste eine strenge Qualitätskontrolle, so American Rheinmetall. Der Prozess werde abgeschlossen durch eine gemeinsame Inspektion zusammen mit der Defense Contract Management Agency (DCMA), bevor die offizielle Abnahme durch die Regierung erfolge. Der Lynx XM30 sei für komplexe Einsatzbedingungen entwickelt worden, in denen Drohnen, Präzisionswaffen und elektronische Kriegsführung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Um eine schnelle Technologieintegration über die gesamte Nutzungsphase hinweg zu ermöglichen, verfüge die Plattform über einen modularen Aufbau und eine adaptive, offene Architektur.

Insbesondere habe das Fahrzeug den branchenweit ersten hybrid-elektrischen Antriebsstrang zur Optimierung der Energieerzeugung und für herausragende Mobilität auf dem Gefechtsfeld. Als digital integriertes Kampfsystem mit sicherer Echtzeit-Konnektivität verfüge der Lynx XM30 über die fortschrittliche Intelligenz, die erforderlich ist, um der Besatzung und dem Schützentrupp absolute Überlebensfähigkeit auf dem Gefechtsfeld zu ermöglichen. Als Hauptauftragnehmer leitet American Rheinmetall das „Team Lynx“, ein Industriekonsortium, das nach Unternehmensangaben die Kompetenzen von Textron Systems, Raytheon, L3Harris Technologies, Allison Transmission und Anduril Industries vereint und von einem wachsenden Netzwerk US-amerikanischer Zulieferer unterstützt wird.

Redaktion/sab

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