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Neues Infomobil der Marine in Dienst gestellt

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Redaktion: Korvettenkapitän Norman Wald, PIZ Marinekommando www.marine.de

„Was machen Sie da eigentlich so an Bord als Kapitän?“ So oder so ähnlich haben viele meiner Gespräche begonnen, die ich als Referent des Besucherdienstes im BMVg mit Jugendlichen, aber auch Erwachsenen geführt habe. Gewöhnlich wurden diese Fragen von Menschen gestellt, die südlich von Hamburg leben und deren Bezug zur Marine sich auf Zeitungsartikel über den Einsatz am Horn von Afrika oder eine Fernsehdokumentation beschränkt. Das Interesse für die kleinste Teilstreitkraft der Bundeswehr ist groß, allerdings konzentrieren sich die tagtäglichen Berührungspunkte mehrheitlich auf den Norden Deutschlands. Wenn die Marine mit ihren Einheiten ins Manöver zieht, ist sie auf hoher See fern der Öffentlichkeit unterwegs. Umso wichtiger ist eine bundesweite Öffentlichkeitsarbeit.
Durch die Öffentlichkeitsarbeit der Marine sollen der Bevölkerung die maritimen Fähigkeiten der Bundeswehr nachhaltig vermittelt werden. Es ist die grundsätzliche Aufgabe der Teilstreitkräfte, das sicherheitspolitische Bewusstsein der Bevölkerung zu fördern.

Die mobilen Mittel – In zwei Jahren einmal um die Erde
Das Presse- und Informationszentrum der Marine hat zur Wahrnehmung dieser Aufgabe das Dezernat Öffentlichkeitsarbeit. Diesem Dezernat zugehörig ist eine kleine abgesetzte Einheit, die sich schlicht „Mobile Mittel“ nennt und in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin beheimatet ist. Zu dieser Einheit gehören unter anderem nicht nur die weithin bekannte Barkasse „Marine 1“, sondern auch zwei sogenannte Infobusse.

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Barkasse „Marine 1“

Einige Zahlen mögen das Leistungspotential dieser 17 Frauen und Männer umfassenden Einheit mit ihren Fahrzeugen verdeutlichen. Mit den bis dahin zwei Infobussen wurden in den Jahren 2012 und 2013 insgesamt rund 56.000 Kilometer zurückgelegt, insgesamt rund 450 Einsatztage absolviert und geschätzt ca. 70.000 Menschen erreicht und informiert.

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Grafische Verteilung der Einsatzorte der Infobusse in den Jahren 2012 und 2013

Bevorzugt soll an Veranstaltungen fernab der Küsten an Nord- und Ostsee teilgenommen werden, um das maritime Bewusstsein in alle Regionen Deutschlands zu tragen. Wie die Karte zeigt, sind die Einsatzorte der Infobusse von Sylt im Norden bis Konstanz im Süden der Bundesrepublik zu finden. Allerdings wird durch die Verteilung der Einsatzorte auch deutlich, dass diese weitestgehend in der Mitte des Landes eingesetzt waren. Dies ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass die in Nutzung befindlichen Fahrzeuge nicht mehr dem neuesten technischen Stand entsprechen.

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Infobus der Marine im Einsatz auf dem Fliegerhorst Trollenhagen/Neubrandenburg 2010

Weit entfernt liegende Messen sowie Veranstaltungen wurden weniger oder nicht mehr angenommen. Aufgrund des Alters der aus den 1970er Jahren stammenden Busse war die technische Zuverlässigkeit zuletzt immer öfter mit Fragezeichen verbunden. Aufgrund des altersbedingten ganz individuellen Charmes der Fahrzeuge war man jedoch überall gern gesehen. Den romantisch verklärten Blick bei Seite lassend kann auf diese Weise eine moderne Teilstreitkraft aber weder glaubwürdig noch flächendeckend informieren.

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Das neue Infomobil der Marine zur Präsentation an der AIK

Hightech ersetzt liebevollen Charme
Am 10. Dezember 2013 war es schließlich soweit: Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, beendete mit der Indienststellung des ersten von drei neuen Infomobilen die zehnjährige Phase der Regeneration. In dieser Zeit stand die Fortschrittsampel, wie Kapitänleutnant Heiko Reichert als Chef der „Mobilen Mittel“ betonte, auch des Öfteren auf rot. Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das neue Infomobil der Marine überzeugt als modernes, optisch attraktives und sehr bewegliches Fahrzeug. Es wird der Marine zur Präsentation ihrer eigenen Informationsarbeit dienen. Damit leistet es einen wesentlichen Beitrag im Rahmen der Darstellung der maritimen Fähigkeiten der Bundeswehr und entspricht den Bedürfnissen der Marine für die Öffentlichkeitsarbeit im Binnenland. Das Fahrzeug wird unterwegs sein, um Auftrag und Aufgaben der Marine zu erläutern sowie Fragen „warum die Marine gegen Piraten am Horn von Afrika kämpfe“ und „wie sie künftig die Seewege für Deutschland zu sichern gedenke“ zu beantworten.
Das interessante und zeitgemäße Fahrzeug steht stellvertretend für eine moderne Marine mit Arbeitsplatzangeboten in einem hochkomplexen Umfeld. Das dies ohne weiteres gelingen wird, konnte schon während einer Veranstaltung an der Akademie für Information und Kommunikation der Bundeswehr (AkBwInfoKom) am 27. November 2013 unter Beweis gestellt werden. Dort wurde das Fahrzeug im Rahmen der „Tagung Öffentlichkeitsarbeit“ einer kleinen Gruppe, und zwar vor der eigentlichen Indienststellung, präsentiert. Die bloße Präsenz motivierte einen Jugendlichen im Vorbeigehen, sich für einen Truppenbesuch bei der Marine anzumelden.

„Meer. Für Dich.“ rollt durchs Land
Wie die Schriftzüge auf dem Fahrzeug zeigen, wird auch der aktuellen Imagekampagne der Marine „Meer. Für Dich.“ Rechnung getragen. Es soll also nicht nur über Auftrag, Aufgaben und moderne Arbeitsplätze informiert, sondern vor allem in den Bundesländern ohne räumlichen Bezug zur Küste verdeutlicht werden, dass unser Wohlstand wesentlich vom Handel über die Weltmeere abhängt und eine starke Marine die dazu erforderlichen sicheren Seewege schützt. Die Deutsche Marine mit ihrem vielfältigen, leistungsstarken Fähigkeitsspektrum also direkt dazu beiträgt, die Sicherheit und den Wohlstand eines jeden Bürgers zu schützen.
Mit dem Einsatz des neuen Infomobils der Marine wird die deutschlandweite, zielgerichtete Verbreitung maritimen Wissens und Erweiterung des maritimen Bewusstseins innerhalb der Bevölkerung also im wahrsten Sinne noch mehr Ausdruck und Gewicht verliehen.

Bild-5-Marinemobil Innenansicht
Marinemobil – Blick in den Besucherraum

Um dem Auftrag einer bundesweiten Information der Bevölkerung professionell nachkommen zu können, werden der Marine ab Herbst 2014 insgesamt drei Infomobile der Marine zur Verfügung stehen. Moderne Technik, attraktive Erscheinung, hohe Mobilität und nicht zuletzt die kompetente Begleitung durch die Besatzungen der Fahrzeuge werden die Aushängeschilder sein, um auf Messen, Ausstellungen, Landestagen und bei Patenschaftsbesuchen zu informieren und das Gespräch mit den Bürgern zu suchen.

Ein Überlandbus mit LKW-Zulassung – Daten und Fakten

Das hochmoderne Fahrzeug auf der Plattform eines Überlandbusses mit Lkw-Zulassung besticht durch seine Vielseitigkeit und flexible Nutzbarkeit. Das im Leerzustand über 15 Tonnen schwere Fahrzeug ist 11 Meter lang, 2,5 Meter breit und 3,75 Meter hoch. Ein 210 KW starker Dieselmotor treibt das Fahrzeug an.

Insgesamt bietet das neue Infomobil vier moderne Kommunikationsbereiche. Über den mit blendfreiem Monitor und Beschallungsanlage ausgestatteten Außenbereich gelangt man in den ansprechend gestalteten Besucherraum. Dort können bei einer Innenhöhe von 2,25 Metern bequem stehend bis zu 10 Besucher mittels zweier Wandbildschirme informiert werden. Im Bereich des Führerhauses besteht die Möglichkeit, einen nicht einsehbaren Raum abzutrennen. Dort können abseits des allgemeinen Trubels und in angenehmer Atmosphäre ungestört Informations- und gegebenenfalls auch Pressegespräche in kleinen Gruppen bis zu sechs Personen geführt werden. Im Heck des Fahrzeugs befindet sich zusätzlich eine Pantry mit Kleinküche.

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