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Unterbrechung der Serienfertigung – Kurzarbeit für Peene-Werker

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Bremen, 8. November 2018 – Vor dem Hintergrund der politischen Unsicherheit hinsichtlich der Ausfuhr weiterer Boote für die saudi-arabische Küstenwache stoppt die Peene-Werft die Serienproduktion mit sofortiger Wirkung auf und wird Teile der Belegschaft in die Kurzarbeit versetzen müssen. Die unternehmerische Entscheidung ist Bestandteil eines Maßnahmenpaketes zur Schadensminimierung am Wolgaster Werft-Standort.

„Die Fertigung der Küstenwachboote aufzustoppen und als dessen unmittelbare Folge Kurzarbeit anmelden zu müssen, ist ein schwerer Schlag für uns“, sagte Harald Jaekel, Technischer Geschäftsführer der Peene-Werft, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Donnerstag im Rahmen einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung. Die Entscheidung sei angesichts der hohen und fortwährenden Unsicherheit hinsichtlich der Exportgenehmigung weiterer Boote und der damit nicht planbaren Auslastungssituation unausweichlich. Inwiefern die Aufstoppung wieder ausgesetzt und die Produktion fortgesetzt wird, sei derzeit nicht absehbar. „Selbstverständlich respektieren wir jede politische Entscheidung über die Ausfuhr der Patrouillenboote“, führte Jaekel aus. Die Produktion ohne Exportgenehmigung fortzuführen, führe allerdings zu einer enormen Planungsunsicherheit und damit zu einem sich ständig erhöhenden kaufmännischen Risiko für die Peene-Werft. Auch weitere geplante Neubauaufträge, darunter der Bau der Hinterschiffe der neuen Korvettenklasse K130, werden das zu erwartende Auslastungstief bei Weitem nicht kompensieren.

Von der Kurzarbeit betroffen sind große Teile der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Neubauabteilungen. „Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit der lokalen Agentur für Arbeit und in Abstimmung mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft“, sagte Ferdinand Mülhens, Kaufmännischer Geschäftsführer. Wie viele Peene-Werker genau von der Kurzarbeit betroffen sind, wird gerade ermittelt. „Wir werden mit jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter persönliche Gespräche führen und versuchen, individuelle Lösungen zu finden.“ Von den Maßnahmen informiert wurden auch alle mit dem Projekt beschäftigten Unterauftragnehmer und Lieferanten.

Der Auftrag zum Bau der Küstenwachboote wurde bereits vor über fünf Jahren durch das saudi-arabische Innenministerium an die Lürssen-Gruppe erteilt. Die Fertigung auf der Peene-Werft erfolgte ab 2016. Die Küstenwachboote übernehmen polizeihoheitliche Aufgaben und sind nicht für Kriegseinsätze konzipiert. Dies sind beispielsweise der Schutz sensibler Offshore-Anlagen, die Verhinderung von Schmuggel, die Eindämmung der Piraterie sowie die Seenotrettung.

Die Peene-Werft mit heute rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist spezialisiert auf den Neu- und Umbau von Marine- und Spezialschiffen und seit 2012 Mitglied der norddeutschen Unternehmensgruppe Lürssen.

© www.luerssen.de

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