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„Emil“ leistet seit Jahren treue Dienste für die Bun­deswehr. „Emil“ kennt keine Arbeitszeitverordnung, kein schlechtes Wetter, keinen Dienstausgleich. Er braucht nur Treibstoff und Sand, will immer gut geölt werden. Und nur alle paar Jahre muss er mal in die Grundüberholung. „Emil“ ist eine Lokomotive des Typs R42 C. Diese von der Firma Jung in Kirchen (Sieg) konstruierte Baurei­he steht in der Nachfolge der Wehrmachtslokomotive WR 360 C 14. Insgesamt 32 Exemplare wurden zwi­schen 1955 und 1962 für Rangieraufgaben gefertigt, darunter sieben für die Bundeswehr.

(Video HHK/Lindhorst)

„Emil“ trat seinen Dienst bei den Streitkräften am 24. September 1958 im Munitionsdepot Rheinböllen an. Zwei Jahre später wurde er nach Hohenbrunn versetzt. Im Jahr 1981 arbeitete er zwi­schenzeitlich im Gerätedepot Crailsheim. Zum Munitions­depot Wolfsruh wechselte er im Jahr 1995, bevor er 2003 seinen Auftrag in Pfungstadt fortsetzte, wo er heute noch stationiert ist. „Emil“ fährt auf der normalen Spurweite 1,435 m, hat drei Achsen und ein Dienstgewicht von 45 Ton­nen. „Emil“ ist 3,120 m breit, 9,285 m lang und 3,987 m hoch. Bei einer Dauerleistung von 440 PS aus dem aufgeladenen Achtzylinder-Reihenmotor der Firma MAN vom Typ W8V 17,5/22A kann er auf der Ebene eine Last von bis zu 1.000 Tonnen ziehen.

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„Emil“ ist im Depot Pfungstadt für den Rücktransport von fünf leeren Waggons abfahrbereit zum Bahnhof Bickenbach.(Foto HHK/Lindhorst)

Mehr als 600 Kilometer im Rangierbetrieb für das Bundeswehrdepot Süd und Deutscher Logistik Hub in Pfungstadt legten die beiden Mitarbeiter des dorti­gen Eisenbahnbetriebstrupps mit der Lok im vergan­genen Jahr zurück. Im Schwerpunkt handelte es sich um Fahrten mit be- bzw. entladenen Waggons zwi­schen dem Depot und dem Bahnhof in Bickenbach, der rund 3,4 Kilometer entfernt ist. Der Weg dorthin führt über Signalanlagen, die teilweise noch durch die Besatzung von Hand zu schalten sind. In Bickenbach ist die Übergabestelle an die Deutsche Bahn. Dort sind drei Abstellgleise. Diese und die Verbindungsstrecke gehören der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und werden durch die Bundeswehr genutzt.

„Emil“ ist nicht allein. Insgesamt verfügt das LogKdoBw in seinen ortsfesten logistischen Einrichtungen derzeit noch über sieben Lokomotiven:

  • zwei vom Typ Deutz KS 200 A12 L 61 in Jülich und Hesedorf,
  • zwei vom Typ Deutz KS 230 B in Dorsten-Wulfen und Zeithain und
  • drei vom Typ Jung R42 C, davon eine in Bremervörde-Hesedorf und zwei in Pfungstadt.

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„Emil“ hat die Fabriknummer 12843 aus dem Baujahr 1958.(Foto HHK/Lindhorst)

Neben „Emil“ ist dort auch eine weitere Lok, die ursprünglich in Rechlin eingesetzt und 2018 nach Einstellung des Eisenbahnbetriebes überführt wurde. Sie ist aber nicht mehr in der Nutzung. In Pfungstadt werden für die süddeutschen Truppen­teile der Bundeswehr auch die Flachwagen, die z. B. für den Eisenbahntransport gepanzerter Fahrzeuge eingesetzt werden, vorgehalten. Zeitweise befinden sich bis zu 70 davon abrufbereit im Depot. „Der Emil ist unser Schätzchen“, erklärt sein Vorge­setzter, Eisenbahnbetriebsleiter Werner Walter. Er will ihn nicht missen. Wie alle in der Major- Karl-Plagge-Kaserne. (liho)

Dieser Artikel ist Bestandteil unseres umfangreichen Logistikschwerpunkts in Ausgabe 6/2022, anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des LogKdoBw!

 

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