In Nürnberg findet derzeit die Fachmesse Enforce Tac 2026 statt. Nationale und internationale Experten aus den Bereichen Sicherheit und Verteidigung können sich auf dem Messegelände über entsprechende Produkte und neue Entwicklungen informieren. In einem vielfältigen Rahmenprogramm geht es neben dem Erfahrungsaustausch um zukunftsweisende Lösungen für die Polizei und alle Behörden mit Sicherheitsaufgaben sowie das Militär. Durch die rund 1.300 Aussteller in sieben Hallen ist die Enforce Tac 2026 größer denn je. Mit Friedrich Merz hat erstmals ein Bundeskanzler die Schirmherrschaft übernommen.
In seinem Grußwort verweist der Regierungschef auf die aktuelle sicherheitspolitische Lage: „Zeitpunkt und Leitmotiv der Messe, ‚Vernetzte Sicherheit‘, könnten treffender nicht sein: Der Zeitpunkt der Messe vom 23. bis zum 25. Februar 2026 fällt auf ein symbolträchtiges Datum. Am 24. Februar jährt sich Russlands völkerrechtswidriger Angriffskrieg gegen die Ukraine zum vierten Mal. Dieser Tag bedeutete nichts anderes als eine sicherheitspolitische Zäsur für die Ukraine, die europäische Friedensordnung und auch für Deutschland: Das erste Mal seit Jahrzehnten ist unsere Sicherheit wieder unmittelbar bedroht. Russland führt einen brutalen Abnutzungskrieg und zielt dabei insbesondere auf die ukrainische Zivilbevölkerung.“

Enforce Tac soll zu innovativen Lösungen beitragen
Gleichzeitig sei auch Deutschland im Fadenkreuz hybrider Operationen und Cyberattacken, so Merz. Gezielte Angriffe auf unsere Infrastruktur und Unternehmen nähmen zu. Sie bedrohten unsere Souveränität, unsere Freiheit und unseren Wohlstand. Die zulassungsbeschränkte Fachmesse Enforce Tac soll dazu beitragen, innovative Lösungen für gegenwärtige und künftige Herausforderungen zu finden. Sie ist nur für ein ausgewähltes Publikum zugänglich. Zutritt erhalten ausschließlich Angehörige der Streitkräfte sowie Vertreter von Behörden und Organisationen mit polizeilichen oder militärischen Sicherheitsaufgaben.
Die exklusive Ausrichtung auf diese Zielgruppen garantiert eine hochspezialisierte Atmosphäre, die den professionellen Austausch fördert und gleichzeitig höchste Sicherheitsstandards wahrt. Während ihres Messebesuches treffen die Fachleute auf ein breit gefächertes Angebot internationaler Konzerne, mittelständischer Unternehmen und kleinerer Firmen, von Branchenriesen bis zu Startups. Die Palette erstreckt sich von persönlicher Ausrüstung über Waffen und Munition bis hin zu bemannten und unbemannten Fahrzeugen.

Mehr als nur eine Branchenschau
So ist an Firmenständen alles rund um Drohnen zu finden, an anderen geht es um Hand- und Faustfeuerwaffen. Militärische, Polizei- und Outdoorausstattung nimmt breiten Raum ein, einschließlich Schuhwerk und Handschuhen. Auch zum „Leben im Felde“ wird alles angeboten: Feldbetten, Schlafsäcke, Werkzeug, Trinkflaschen und Kochgeschirre. Bewaffnete und unbewaffnete Fahrzeuge werden ebenso präsentiert wie Produkte aus den Bereichen Optik, Optronik, Sensorik und Kommunikation. Im „Enforce Tac Village“ bewältigen Teams realitätsnahe Einsatzszenarien und machen damit Herausforderungen in urbanem Gelände deutlich.
Alles zusammen prägt auch die diesjährige Messe, die weit mehr ist als nur eine Branchenschau der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Dies machte der Kanzler in seinem Grußwort deutlich: „Mit verlässlichen Investitionen, beschleunigter Beschaffung, industriepolitischer Unterstützung und der Förderung von Forschung unterstützen wir nicht nur unsere Frauen und Männer in Uniform, sondern sichern auch Europas Technologieführerschaft und strategische Autonomie. Die Enforce Tac steht für diesen ganzheitlichen und integrierten Sicherheitsansatz.“ Was Merz da zur Messe formulierte, werden Besucher an den Ständen und bei begleitenden Veranstaltungen mit Sicherheit nachvollziehen können.
Johann R. Fritsch

