Irankrieg: Berichte zu Verlegung weiterer 10.000 US-Soldaten

Das Pentagon, hier Verteidigungsminister Pete Hegseth (l.) und der Vorsitzende der Vereinten Stabschefs General Dan Caine bei einer Pressekonferenz am 2. März, erwägt nach Medienberichten die Entsendung weiterer 10.000 Mann für den Irankrieg.
Das Pentagon, hier Verteidigungsminister Pete Hegseth (l.) und der Vorsitzende der Vereinten Stabschefs General Dan Caine bei einer Pressekonferenz am 2. März, erwägt nach Medienberichten die Entsendung weiterer 10.000 Mann für den Irankrieg. (DoD/Madelyn Keech)

Das Wall Street Journal, das bereits frühzeitig die Entsendung der 31st und 11th Marine Expeditionary Unit (MEU) des U.S. Marine Corps sowie von Teilen der 82nd Airborne Division für den Irankrieg  gemeldet hatte, berichtet unter Berufung auf Quellen aus dem US-Verteidigungsministerium über Pläne zur Verlegung von weiteren 10.000 Soldaten in den Nahen Osten. Demnach erwäge das Pentagon, zusätzliche Truppen in die Region zu schicken, die wahrscheinlich Infanterie und gepanzerte Fahrzeuge umfassen würden. Damit sollten Präsident Donald Trump mehr militärische Optionen gegeben werden, während er gleichzeitig eine Verhandlungslösung mit dem Iran versuche.

Zuvor hatte Trump sein bereits von zwei auf fünf Tagen verlängertes Ultimatum zur Öffnung der vom Iran faktisch blockierten Straße von Hormus um zusätzliche zehn Tage bis zum 6. April ausgedehnt. Die neuen Truppen, die zu den bereits rund 50.000 in der Region eingesetzten – vorwiegend von Luft- und See- sowie Unterstützungskräften – hinzukämen, sollen offenbar auch Druck für Verhandlungen auf das Teheraner Regime ausüben. Bislang haben beide Seiten einander widersprechende und vermutlich gegenseitig inakzeptable Bedingungen für ein Ende der Kämpfe genannt.

Verhandlungen oder weitere Ausdehnung des Irankrieges?

So haben die USA einen 15-Punkte-Plan auf Basis ihrer Position bei den Verhandlungen mit dem Iran unmittelbar vor Kriegsbeginn übermittelt. Diese umfassen die Einstellung des iranischen Nuklearprogramms, die Aufgabe der Bestände an hochangereichertem Uran, eine Beschränkung des Raketenarsenals und ein Ende der Unterstützung für die Stellvertreterkräfte des Iran im Nahen Osten. Im Gegenzug sollen die Sanktionen gegen das Land dauerhaft aufgehoben werden und der Iran amerikanische Hilfe bei der zivilen Entwicklung der Kernenergie erhalten. Für die Verhandlungen, die in Pakistan stattfinden könnten, soll es zunächst einen 30-tägigen Waffenstillstand geben.

Der Iran hat dies abgelehnt und darauf hingewiesen, dass er nun bereits zweimal während laufender Verhandlungen von Israel und den USA angegriffen worden sei. Seine Bedingungen seien daher ein Ende der amerikanischen Militärpräsenz in der Region, Garantien gegen künftige Angriffe, Reparationen für die Kriegsschäden, die offizielle Anerkennung der iranischen Kontrolle über die Straße von Hormus und die Einstellung der Angriffe auch auf seine Stellvertreterkräfte wie die Hisbollah, gegen die Israel parallel im Libanon vorgeht. Teheran hat zudem bestritten, dass bereits Gespräche stattfänden, ließ aber nach Angaben von Präsident Trump als Zeichen des guten Willens – und wohl auch das Machtdemonstration – mehrere Schiffe die Straße von Hormus passieren.

Zu deren gewaltsamer Öffnung müssten die USA vermutlich eine oder mehrere Inseln und eventuell auch Teile der Küste besetzen. Zudem gilt die Ölverladeinsel Kharg im Norden des Persischen Golfs, über die rund 90 Prozent der weiterhin laufenden Ölexporte des Landes abgewickelt werden, als mögliches Angriffsziel. Bemerkenswert ist die Erwähnung von Plänen zur möglichen Entsendung gepanzerter Einheiten in den jüngsten Berichten. Sofern es sich dabei nicht um ein Missverständnis handelt, könnte dies auf Überlegungen für Bodenoperationen über die Besetzung strategischer Objekte durch amphibische und Luftlandekräfte hinaus hindeuten. Dies impliziert eine weitere, auch zeitliche, Ausdehnung des Krieges. Entsprechend reagierten die Ölmärkte mit einem erneuten Preisanstieg.

Stefan Axel Boes

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