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Digitalisierungsplattform Bw – Mit neuer Governance zu einem schnelleren und sicheren IT-System der Bundeswehr

Alexander Gruß, Head of Consulting, Center of Excellence Consulting, BWI GmbH
Foto ©BWI
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Von Alexander Gruß, Head of Consulting, Center of Excellence Consulting, BWI GmbH

Bei der Planung und Umsetzung von IT-Projekten in der Bundeswehr musste der dafür verantwortliche Projektleiter bislang weitestgehend selber entscheiden, auf welcher technologischen Basis die jeweilige IT-Lösung erstellt werden soll. Dies führte bei den hunderten solcher IT-Projekte der Bundeswehr zu einer schier unübersichtlichen Anzahl verschiedener Anwendungen, Schnittstellen und Insellösungen.

In die Entwicklung solcher neuen IT-Lösungen sind in der Bundeswehr vier Organisationen mit unterschiedlichen Funktionen eingebunden: Das Bundesministerium der Verteidigung gibt den inhaltlichen Rahmen vor und definiert, was gemacht werden soll. Das Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr legt anschließend fest, wie die Umsetzung erfolgt. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr ist für die Beschaffung und Projektleitung zuständig, während schließlich IT-Dienstleister wie die BWI als das IT-Systemhaus der Bundeswehr die Umsetzung und damit den Betrieb übernehmen.

Diese vier Player haben in den vergangenen fünf Jahren ein Projekt vorangetrieben, das nun kurz vor dem Abschluss steht: Bei der sogenannten Digitalisierungsplattform handelt es sich nicht um eine technische Plattform, sondern um das IT-Governance-Modell der Bundeswehr. Dieses soll die Vielzahl projektspezifischer Einzellösungen auflösen, das IT-Beschaffungssystem vereinheitlichen und eine konsolidierte und standardisierte Entwicklung von IT-Lösungen ermöglichen. Hierfür wurde die IT der Bundeswehr in neun Cluster aufgeteilt, die Bereiche von IT-Infrastruktur über Kollaboration bis hin zu Cybersicherheit abdecken. In jedem dieser Cluster werden standardisierte und querschnittlich verwendbare IT-Bausteine bereitgestellt.

Wenn künftig Bedarf für eine neue IT-Lösung in der Bundeswehr besteht, wird über die Digitalisierungsplattform Bw geprüft, ob und wenn ja welche der erforderlichen Bausteine bereits in den Clustern verfügbar sind. Durch den Rückgriff auf schon vorhandene IT-Module können neue Anwendungen schneller bereitgestellt, die Komplexität einzelner Projekte reduziert und der Betrieb durch Standardisierungen verbessert werden. Des Weiteren ermöglicht dieses Vorgehen, den sich ständig verändernden Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. Schlussendlich wird die zukünftige IT-Governance eine neue Systemarchitektur ermöglichen und somit das Dickicht an Insellösungen lichten.

Die BWI hat in den vergangenen Jahren mit bis zu 80 Mitarbeitenden in vielfältiger Weise an der Umsetzung der Digitalisierungsplattform Bw mitgewirkt. Konkreter bedeutet dies, dass die Clusterlogik und die Clusterprogramme sowie Abhängigkeiten zwischen den einzelnen Clustern aufgezeigt und bei der Aufbereitung verschiedener übergreifender Themenfelder unterstützt wurden. Darüber hinaus wirkte die BWI bei der konzeptionellen Entwicklung mit, welche beispielsweise die Vorgabedokumente, Geschäftsprozesse, Analyse der IT-Bebauung sowie des vorhandenen IT-Serviceportfolios zur Feststellung von clusterspezifischen Anforderungen umfasst. Hierbei wurde auch auf die Weiterentwicklung der clusterspezifischen IT-Serviceportfoliosegmente eingegangen. In diesem Umfang konnten Fähigkeitslücken festgestellt werden, welche lösungsorientiert mit in die Unterstützungsleistung einflossen. Um die Bundeswehr künftig noch besser bei ihrer digitalen Transformation zu unterstützen, hat sich die BWI zudem im vergangenen Jahr organisatorisch neu aufgestellt, um die Anforderung der Clusterlogik optimal bedienen zu können.

Seit einigen Monaten wird die Digitalisierungsplattform Bw sukzessive in den Betrieb der BWI übertragen. Ziel ist es, die Governance im dritten Quartal dieses Jahres lauffähig zu haben. Diese wird zahlreiche IT- und Cyber-Projekte wie Groupware Bw, pCloudBw oder D-LBO umfassen.

Den Beitrag lesen Sie in HHK 2/2024.

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