Rheinmetall und Deutsche Telekom planen die gemeinsame Entwicklung eines Schutzschildes gegen Drohnenangriffe und Sabotageakte. Ziel ist es, kritische Infrastrukturen (KRITIS), Städte sowie sensible Einrichtungen in Deutschland besser gegen hybride Bedrohungen abzusichern. Vorgestellt wurde die Kooperation im Vorfeld der Sicherheitsmesse AFCEA 2026 in Bonn.
„Die Bedrohung durch Drohnen ist hochgradig digital. Deshalb braucht ihre Abwehr die Verbindung aus Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen. Rheinmetall und die Deutsche Telekom bündeln genau diese Fähigkeiten“, sagte Armin Papperger, Vorsitzender des Vorstands der Rheinmetall AG.
Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG ergänzte: „Souveränität entsteht nicht nur durch Diskussionen, sondern durch Taten. Die Telekom übernimmt hier Verantwortung: Mit unserer Kompetenz bei Konnektivität, Cloud und Datenanalyse bringen wir Drohnenabwehr auf ein neues Level. Gemeinsam mit Rheinmetall stärken wir so die Souveränität und leisten unseren Beitrag dazu, Sorgen in der Bevölkerung zu reduzieren.“
Multi-Threat-Protection
Im Mittelpunkt steht ein sogenannter „Multi-Threat-Protection“-Ansatz, der Cyberabwehr, sichere Kommunikationsnetze und physischen Schutz miteinander verbindet. Die Unternehmen wollen Technologien entwickeln, die Bedrohungen frühzeitig erkennen und wirksam abwehren können. Rheinmetall bringt dabei seine Expertise in Sensorik, Flugabwehr, Effektoren sowie autonomen Systemen ein, während die Telekom Kompetenzen in den Bereichen Mobilfunk, Cloud, Datenanalyse und digitale Vernetzung liefert.
Telekom in der Drohnenabwehr
Die Telekom ist bereits seit 2017 im Bereich Drohnensicherheit aktiv und hat unter anderem während der Fußball-Europameisterschaft 2024 illegale Drohnenflüge im Auftrag der Polizei erkannt. Zum Einsatz kommen unterschiedliche Sensorsysteme wie Video-, Audio-, Radar-, Remote-ID- und insbesondere Radiofrequenz-Sensoren (RF). Diese können Funksignale zwischen Drohne und Fernsteuerung erkennen und so Positionen lokalisieren. Laut Telekom lassen sich damit über 90 Prozent der Drohnen im unteren Luftraum erfassen. Besonders bewährt haben sich passive RF-Sensoren an Mobilfunkmasten, die keine aktiven Signale aussenden und daher bestehende Funktechnik nicht stören.
Eine neue Herausforderung stellen Drohnen dar, die über Mobilfunknetze gesteuert werden. Gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg erforscht die Telekom deshalb Verfahren, bei denen das 5G-Mobilfunknetz wie ein Riesenradar selbst als Sensor dient. Veränderungen im Datenverkehr sollen künftig Hinweise auf Drohnensteuerung liefern und Fluggeräte auch in komplexen urbanen Umgebungen sichtbar machen.
Rheinmetall in der Drohnenabwehr
Rheinmetall verfügt bereits über umfangreiche Erfahrungen in der Drohnenabwehr und arbeitet seit 2025 gemeinsam mit der Polizei Hamburg und der Hamburg Port Authority an Schutzkonzepten für den Hamburger Hafen. Insgesamt soll die neue Partnerschaft die technologische Souveränität Deutschlands stärken und moderne Lösungen gegen die wachsende Bedrohung durch unbemannte Systeme bereitstellen.
