Heeresführung erörtert MDO-Anforderungen bei Systematic

Die Heeresdelegation mit Generalleutnant Heico Hübner (4. v. l.) beim Besuch der Systematic-Firmenzentrale.
Die Heeresdelegation mit Generalleutnant Heico Hübner (4. v. l.) beim Besuch der Systematic-Firmenzentrale. (Foto: Systematic)

Am 3. und 4. August 2026 besuchte eine hochrangige Delegation des Heeres die Firmenzentrale des Softwareanbieters Systematic im dänischen Aarhus. Geleitet wurde sie von Generalleutnant Heico Hübner, Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres und Kommandeur Militärische Grundorganisation. Empfangen wurde die Delegation von CEO Nikolaj Bramsen sowie dem Geschäftsführer der Systematic GmbH Sven Trusch. Neben einem Einblick in Kultur, Werte und Arbeitsweise von Systematic standen die künftigen C4ISR-Anforderungen des Heeres im Kontext von Multi-Domain Operations (MDO) im Mittelpunkt der beiden Tage.

Systematic stellte die SitaWare Suite in ihrem gesamten Lösungsansatz vor: von der Architektur über alle Führungsebenen hinweg bis zur Interoperabilität mit der NATO und Koalitionspartnern. Ausgewählte Roadmap-Themen für 2026 und 2027 wurden anhand praktischer Beispiele gezeigt, darunter die taktische Luftraumkoordinierung, ein neues Briefing-Tool und kollaboratives Targeting. Ein besonderer Höhepunkt war die Sensor-to-Shooter-Verbindung zwischen einer Drohnensteuerungssoftware und dem Modul SitaWare Joint Fires. Ebenso ging es um den durch KI-Agenten gestützten Planungsprozess in SitaWare sowie um den KI-gestützten Entscheidungsvorteil durch SitaWare Insight.

Generalleutnant Hübner beim Vortrag zu MDO.
Generalleutnant Hübner beim Vortrag zu MDO. (Foto. Systematic)

Sicht des Heeres auf Digitalisierung für Multi-Domain Operations

Im Gegenzug legte Generalleutnant Hübner die Sicht des Heeres auf die Digitalisierung für MDO dar. Er beschrieb die fünf Handlungsfelder zur Steigerung der Einsatzbereitschaft bis 2029, die Anforderungen an Fernmeldeverbindungen, Überlebensfähigkeit und C2-Interoperabilität auf einem zunehmend transparenten Gefechtsfeld sowie das Zusammenspiel von digitalem, Daten- und KI-Backbone als technische Grundlage digitaler Souveränität. Die abschließende Diskussion zur Agentic AI stieß auf das größte Interesse. Generalleutnant Hübner verwies auf ihr Potenzial, Planungs- und Führungsprozesse erheblich zu beschleunigen.

Ebenso deutlich machte er, dass der kontinuierliche Austausch zwischen der Truppe und dem Produktmanagement für die Weiterentwicklung der BMS-Software unverzichtbar ist: Neuerungen müssten früh erkannt, in der Praxis erprobt und unmittelbar in die Entwicklung zurückgespielt werden. Systematic sei und bleibe hierbei ein zentraler Partner des Heeres. „Ich bin überzeugt, dass Agentic AI uns nicht nur in der militärischen Planung unterstützen wird, sondern auch zur Führung laufender Operationen beitragen muss, um jederzeit Entscheidungs- und Führungsüberlegenheit auf einem vollständig ‚transparenten‘ Gefechtsfeld sicherzustellen”, so Hübner.

Redaktion/sab

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