Israel und USA starten erwartete Angriffe auf Ziele im Iran

Nach gemeldeten israelisch-amerikanischen Angriffen steigt Rauch über der iranischen Hauptstadt Teheran auf.
Nach gemeldeten israelisch-amerikanischen Angriffen steigt Rauch über der iranischen Hauptstadt Teheran auf. (Foto: picture alliance/AP)

Israel und die USA haben am frühen Samstagmorgen wie weithin erwartet Angriffe auf den Iran gestartet. Um kurz nach sieben Uhr Mitteleuropäischer Zeit (acht Uhr Ortszeit) sprach der israelische Verteidigungsminister Moshe Katz zunächst von einem eigenen Präventivschlag, um Bedrohungen gegen Israel auszuschalten. Die Operation wurde später als „Lion’s Roar“ benannt. Im Land wurde für den Fall iranischer Gegenschläge vorsorglich Luftalarm ausgelöst. Das israelische Heimatfrontkommando forderte die Einwohner auf, in der Nähe von Schutzräumen zu bleiben und verbot alle öffentlichen Veranstaltungen sowie Unterricht und Arbeit außer in essenziellen Bereichen. Der Luftraum wurde für zivile Flüge geschlossen.

Nachfolgend teilten verschiedene Quellen regionalen Medien mit, dass es sich um eine seit Monaten geplante gemeinsame Operation mit den USA handele. Zuvor war spekuliert worden, dass die USA einen israelischen Erstschlag und anschließende iranische Vergeltungsangriffe abwarten könnten, um dann auf Seiten Israels eingreifen zu können. Am gestrigen Freitag hatte der Flugzeugträger USS Gerald Ford, der Anfang des Jahres für Operationen gegen Venezuela aus dem Mittelmeer abgezogen war, wieder einen Einsatzraum vor der israelischen Küste erreicht. Bereits vor einigen Wochen war die Trägerkampfgruppe um die USS Abraham Lincoln aus asiatischen Gewässern ins Arabische Neer verlegt worden.

Israel fordert Iraner zum Kampf gegen das Regime auf

Neben anderen Verlegungen in die Region hatten die US-Streitkräfte ungewöhnlicherweise auch Stealth-Kampfflugzeuge vom Typ F-22 Raptor und Tankflugzeuge auf israelische Stützpunkten stationiert. Über die heute morgen „in der Luft und von See“ eingesetzten Mittel wurde zunächst offiziell nichts bekannt, jedoch kursieren angebliche Aufnahmen von amerikanischen Tomahawk-Marschflugkörpern mit Kurs auf Iran über dem Irak. Auch der Irak schloss anschließend seinen Luftraum. Im Iran wurden Explosionen aus der Hauptstadt Teheran sowie aus Isfahan, Karadsch und Kermanschah sowie mögliche Angriffe auf die Uran-Anreicherungsanlage in Fordow gemeldet. Zu den Zielen gehören angeblich auch Büros und Wohnungen iranischer Führungspersönlichkeiten.

Nach Unruhen im Iran und deren blutiger Niederschlagung Anfang des Jahres hatte US-Präsident Donald Trump von einem angestrebten Regimewechsel gesprochen, anschließend aber wie vor dem letzten israelisch-iranischen Krieg mit amerikanischer Beteiligung im vergangenen Jahr Verhandlungen mit der Regierung in Teheran aufgenommen. Gegenstand sollte unter anderem das iranische Nuklearprogramm sein, das bereits letztes Jahr Ziel der Angriffe war. Am Morgen erklärte Trump in einem Social-Media-Post, es ginge um die Verteidigung des amerikanischen Volkes durch das Ausschalten unmittelbarer Bedrohungen durch das iranische Regime. Er rief die Streit- und Sicherheitskräfte des Landes dazu auf, die Waffen niederzulegen.

Nach Beendigung der Operation solle dann das iranische Volk die Regierung übernehmen. Auch der Nachrichtendienst Mossad rief auf seinem persisch-sprachigen Telegram-Kanal die „iranischen Brüder und Schwestern“ dazu auf, bei der Rückkehr ihres Landes „zu seinen glorreichen Tagen“ zu helfen. Sie sollten „Fotos und Videos ihres gerechten Kampfes gegen das Regime“ auf einem eigens eingerichteten sicheren Kanal teilen. Zuvor hatte Israel am Morgen bereits eine Welle von Luftangriffen gegen mutmaßliche Einrichtungen der Hisbollah im Libanon geflogen. Dies sollte vermutlich die Gefahr von Gegenangriffen der mit dem Iran verbündeten Terrororganisation ausschalten.

Stefan Axel Boes

 

Verwandte Themen:

Auf der Nürnberger Sicherheits- und Verteidigungsfachmesse Enforce Tac 2026 präsentierte das britische Unternehmen Avon Protection sein Atemschutzsystem Modular Integrated...

Die Rheinmetall-Tochterc hat Ende 2025 einen Vertrag über fünf sogenannte Role 2 Feldhospitäler mit der dänischen Beschaffungsbehörde geschlossen. Der...

Das australische Verteidigungsministerium und das Unternehmen DroneShield haben eine bilaterale Forschungsvereinbarung zur Weiterentwicklung von Technologien zur Drohnenabwehr unterzeichnet. Die...

Weitere Nachrichten
HHK+ Vorteile nutzen
mockup complete

Erhalten Sie jetzt einen Zugang zu den HHK+ Artikeln & Magazinen vom Hardthöhen-Kurier

Aktuelle Magazine
Partner & Anzeigen
Partner unsere Sonderpublikationen