KNDS – Media Days des Spezialisten für Landsysteme

Bei den Media Days stellte KNDS Ausschnitte aus seinem Portfolio vor.
Bei den Media Days stellte KNDS Ausschnitte aus seinem Portfolio vor. (Foto: Horst)

Als Einleitung zu den KNDS Media Days am 18./19. März in München stellte Jean-Paul Alary, CEO der KNDS-Gruppe, die beiden CEO der nationalen Gesellschaften vor: Nicolas Groult, CEO KNDS France, und Florian Hohenwarter, CEO KNDS Deutschland. Beide haben ihr Amt im Januar 2026 angetreten. Alary charakterisierte KNDS als spezialisierten Anbieter im Bereich Landsysteme („pure player“), der europaweit tätig und in über neun Ländern präsent ist.

Das bedeutet, dass sich das Unternehmen ausschließlich auf diesen Bereich konzentriert und keine anderen Geschäftsfelder verfolgt. Gleichzeitig agiere KNDS global und beliefere die Streitkräfte in mehr als 24 Ländern. Besonders betonte er die Rolle als führender Systemintegrator für Landsysteme in Europa, mit umfassender Kompetenz über den gesamten Lebenszyklus – von der Entwicklung über Training bis hin zur Einsatzunterstützung. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit militärischer Systeme zu maximieren, insbesondere in Bezug auf Feuerkraft, Mobilität und Schutz.

Drei zentrale Herausforderungen

Drei zentrale Herausforderungen setzen Alary zufolge zurzeit den Rahmen für den Geschäftsbetrieb. Erstens: die sicherheitspolitische Lage in Europa. Angesichts wachsender Spannungen und Konflikte besteht ein erhöhter Bedarf an Verteidigungsfähigkeit und strategischer Unabhängigkeit. Zwar steigen die Verteidigungsausgaben, jedoch führt deren Fragmentierung in Europa zu Ineffizienzen. KNDS sieht in dieser Situation eine wichtige Rolle für sich selbst. Als pan-europäisches Unternehmen kann es dazu beitragen, die Effizienz der Verteidigungsausgaben zu verbessern, indem es standardisierte und interoperable Systeme anbietet.

KNDS baut seine Kapazitäten aus.
KNDS baut seine Kapazitäten aus. (Foto: Horst)

Diese Systeme können auf europäischer Ebene einheitlich entwickelt werden und anschließend an die spezifischen Anforderungen einzelner Länder angepasst werden. Dadurch entstehen Synergien, die nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen den europäischen Streitkräften verbessern. Als Beispiel wird die Leopard-Panzerfamilie genannt, bei der KNDS in der Lage ist, mit nationalen Partnern zusammenzuarbeiten und gleichzeitig einheitliche Standards zu gewährleisten.

Die zweite große Herausforderung betrifft den Bereich Innovation. Potenzielle Gegner entwickeln ihre technologischen Fähigkeiten kontinuierlich weiter, was einen ständigen Innovationsdruck erzeugt. KNDS arbeitet daher intensiv an neuen Technologien, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein besonderer Fokus liegt auf unbemannten Systemen. Allerdings sollen diese Systeme bemannte Systeme nicht ersetzen. Vielmehr geht es darum, beide Ansätze sinnvoll zu kombinieren, um die Effektivität und Leistungsfähigkeit militärischer Operationen zu maximieren. Die Integration von bemannten und unbemannten Systemen wird als entscheidender Faktor für zukünftige Einsätze angesehen.

Zusammenarbeit als Schlüssel für Innovationen

Drittens stellt die steigende Nachfrage eine Herausforderung dar. KNDS muss seine Produktionskapazitäten deutlich erhöhen, um Aufträge zuverlässig zu erfüllen. Nach Vervielfachung der Produktionskapazitäten in bestimmten Bereichen plant das Unternehmen umfangreiche Investitionen, den Ausbau bestehender Partnerschaften sowie die Erweiterung von Produktionsstandorten. Darüber hinaus sollen neue Einrichtungen geschaffen werden, insbesondere in Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Ländern. Die Fähigkeit, Aufträge zuverlässig und termingerecht zu erfüllen, wird als entscheidend für den zukünftigen Erfolg des Unternehmens angesehen.

Abschließend hob Alary die Bedeutung der Zusammenarbeit innerhalb von KNDS hervor, insbesondere zwischen den französischen und deutschen Teams. Innovation wird nicht als nationale Leistung betrachtet, sondern als gemeinsames Ergebnis einer engen Kooperation über Ländergrenzen hinweg. Die gemeinschaftlichen Innovationen dem Ziel dienen, die Sicherheit zu stärken und Soldaten bestmöglich zu unterstützen.

Gerhard Heiming

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