Iran rüstet Arash-3 auf und vertieft Kooperation mit Russland

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Iran hat im Oktober 2026 eine weiterentwickelte Variante seiner Arash-3-Einwegdrohne vorgestellt. Das System soll eine deutlich größere Nutzlast tragen, über eine robustere Navigation verfügen und optional auch mit Strahltriebwerk erhältlich sein. Parallel dazu vertieft Teheran offenbar die militärisch-technische Zusammenarbeit mit Russland bei unbemannten Systemen und Marschflugkörpern.

Iran hat die Arash-3-Familie überarbeitet und dabei mehrere Leistungsmerkmale verändert. Nach Angaben iranischer Militärkreise wurde die Nutzlast von bislang rund 50 Kilogramm auf etwa 100 Kilogramm erhöht. Der Gefechtskopf soll explosive und brandwirksame Bestandteile kombinieren. Iranische Stellen geben an, dass sich dadurch die Zerstörungswirkung gegenüber älteren Versionen um etwa das 2,3-Fache erhöhe. Diese Angabe ist bislang nicht unabhängig bestätigt.

Navigation ohne alleinige Abhängigkeit von GPS

Nach Einschätzung von Experten verfügt die neue Arash-3 zudem über eine weiterentwickelte Zielunterstützung mit KI-Komponenten sowie eine Navigation, die nicht ausschließlich auf GPS angewiesen ist.

Das System soll stattdessen unter anderem mit vorprogrammierten Kartendaten und hinterlegten Datenbanken arbeiten. Dadurch könnte die Drohne auch dann weiter navigieren, wenn GPS-Signale gestört oder verfälscht werden. Ältere Varianten der Arash-Familie nutzten einen Kolbenmotor in Verbindung mit Feststoffboostern für den Start von Schienen oder bodengebundenen Startvorrichtungen. Für die weiterentwickelte Version wird nun auch eine Konfiguration mit optionalem Strahltriebwerk genannt.

Ein solcher Antrieb würde vor allem die Geschwindigkeit erhöhen und könnte damit die Reaktionszeit gegnerischer Luftverteidigung verkürzen.

Russische Weiterentwicklungen iranischer Shahed-Drohnen

Parallel dazu vertieft sich die militärisch-technische Zusammenarbeit zwischen Russland und Iran. Iran hatte Russland ab 2022 mit propellergetriebenen Shahed-136-Drohnen beliefert. Moskau lokalisierte anschließend die Produktion, passte die Systeme an und setzte sie umfangreich im Krieg gegen die Ukraine ein.

Aus diesen Erfahrungen sind inzwischen weiterentwickelte Varianten hervorgegangen, darunter schnellere, strahlgetriebene Systeme. Nach Angaben aus Geheimdienst- und Verteidigungskreisen hat sich damit auch die Richtung des Technologietransfers verändert. Russland liefert Iran demnach inzwischen eigene Weiterentwicklungen und technische Erfahrungen aus dem Einsatz der Shahed-Derivate zurück.

Teheran soll solche Systeme inzwischen selbst beschaffen und in die eigenen Fähigkeiten integrieren.

Mögliche Folgen für iranische Verbündete

Für Israel und andere Staaten der Region ist dabei insbesondere relevant, dass Iran unbemannte Systeme und entsprechende Technologien auch an verbündete Gruppen im Nahen Osten weitergibt.

Sollten weiterentwickelte Varianten mit größerem Gefechtskopf, höherer Geschwindigkeit und verbesserter Widerstandsfähigkeit gegen elektronische Gegenmaßnahmen künftig ebenfalls an solche Akteure gelangen, könnte sich die Bedrohungslage für bestehende Luftverteidigungssysteme weiter verschärfen.

Das gilt insbesondere für kombinierte Angriffe mit Drohnen und Flugkörpern, bei denen unterschiedliche Zielprofile gleichzeitig abgewehrt werden müssen.

Zusammenarbeit auch bei Überschall-Marschflugkörpern

Die russisch-iranische Kooperation soll sich allerdings nicht auf UAV beschränken. Genannt wird unter anderem das Projekt C 430 L, ein verdecktes militärisch-technisches Unterstützungsprogramm, das bis 2026 aktiv sein soll.

Im Rahmen dieses Programms sollen russische staatliche Rüstungsunternehmen, darunter NPO Mashinostroyenia, technisches Know-how zu Staustrahltriebwerken und Telemetrie an Iran weitergeben. Ziel sei es, Teheran beim Aufbau eigener Überschall-Marschflugkörper zu unterstützen.

Sollten sich diese Angaben bestätigen, würde sich die Zusammenarbeit zwischen Russland und Iran damit zunehmend von der reinen Lieferung einzelner Waffensysteme hin zu einem breiteren Austausch von Technologie, Produktionserfahrung und Einsatzwissen entwickeln.

Autor: Arie Egozi, Korrespondent Israel

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