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„Das Heer weiter denken“

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Nachgefragt bei … Generalmajor Klaus Frauenhoff, Amtschef des Amtes für Heeresentwicklung

Was sind zurzeit die grundlegenden inhaltlichen Herausforderungen für das Amt für Heeresentwicklung? Das Deutsche Heer muss befähigt werden, im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung bestehen zu können, ohne dabei die Aufgaben im Rahmen des internationalen Krisenmanagements aus den Augen zu verlieren. Hier gibt es viel zu tun. Wir im Amt für Heeresentwicklung leisten einen Beitrag dazu, indem wir die notwendigen Veränderungen ganzheitlich, also mit dem Blick auf das System Landstreitkräfte in der Dimension Land, denken. Wir verfolgen dabei fünf Handlungslinien.

Generalmajor Klaus Frauenhoff im Gespräch mit Michael Horst. (Foto © Horst)

In der ersten Handlungslinie entwickeln wir Grundsätze und Grundlagen. Wir liefern unter anderem Beiträge für das neue Fähigkeitsprofil und das Zielbild des Heeres. Hier haben wir auch „Trends in der Heeresentwicklung“ erarbeitet, sozusagen die „Leitplanken“ unserer Arbeit.

Die zweite Handlungslinie umfasst alles, was die Erarbeitung von Doktrin, von Konzepten und Regelungen anbelangt. Ich möchte hier sowohl das neue Konzept für die „Mittleren Kräfte“ nennen als auch das Positionspapier zum Einsatz von unbemannten Systemen (UxS) und Loitering Munition (LM) im Heer oder auch das Gefechtsstandkonzept, das wir im engen Zusammenwirken mit der Truppe weiterentwickelt haben. Diese Handlungslinie umfasst auch die Zuarbeit zu Dokumenten der NATO. Hier haben wir unser deutsches Führungsverständnis gut einbringen können. Jetzt gilt es, die Wortwahl in den Regelungen der Truppengattungen daran bruchfrei anzupassen.

Eine dritte Handlungslinie behandelt das gesamte Thema Digitalisierung. Dabei sind die Einführung der Systeme aus dem Projekt „Digitalisierung Landbasierter Operationen“ (D-LBO) und der Aufbau des „Systemzentrums Digitalisierung Dimension Land“ wesentliche Elemente. Die vierte Handlungslinie umfasst Planung und Rüstungsprojekte. Also alle Aktivitäten, um möglichst schnell Fähigkeitslücken mit dem benötigten Material und IT-Produkten zu schließen und eine Vollausstattung für die Truppe zu realisieren. Wir wissen hier sehr genau, was wir und wann wir es brauchen. Dieser Handlungslinie rechnen wir auch das Forderungscontrolling als Führungsaufgabe zu. Die letzte Handlungslinie umfasst unsere Beiträge zur Weiterentwicklung in Ausbildung und Übung. Hierzu gehören die Weiterentwicklung des Gefechtsübungszentrums des Heeres, die Zuarbeit zur Zukunft der Truppenübungsplätze, aber auch das Zielbild Simulationslandschaft.

Wie wollen Sie das umsetzen und dabei neue konzeptionelle Überlegungen, Erkenntnisse aus dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine, dem Mali-Einsatz sowie Technologieentwicklungen einbeziehen? Dazu haben wir die bereits erwähnten „Trends in der Heeresentwicklung“ identifiziert, die wir fortlaufend aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und kritisch hinterfragen. Diese Trends charakterisieren aus unserer Sicht moderne, kriegstüchtige Lan gen uns stärker als in der Vergangenheit an Testungen von marktverfügbaren Produkten, die durch andere Nationen durchgeführt werden. Damit wollen wir einerseits besser in der Lage sein, beurteilen zu können, ob unsere Forderungen die Bedarfsdeckung mit marktverfügbaren Lösungen erschweren oder behindern – ich erwähnte es bereits – und andererseits Produkte, die Fähigkeitslücken schließen könnten, in die „Experimentalserie Land“ einbringen.

Dabei kommt es uns darauf an, bei einer Markterkundung nicht nur das Produkt alleine, sondern auch dessen Integrierbarkeit in unsere Systeme zu bewerten. Den Aufwand, beschaffte Produkte nachträglich zu integrieren, können wir uns nicht mehr leisten. So lautet unsere zentrale Forderung, neues Gerät muss D-LBO-fähig und in unseren künftigen „Sensor-to-Effector“-Prozess integrierbar sein. Zur Überprüfung der Integrierbarkeit ist die „Experimentalserie Land“ ein geeignetes Verfahren.

Das komplette Interview lesen Sie in der neuen Ausgabe des HARDTHÖHENKURIER.

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