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Deutschland erhält erstes A400M-Transportflugzeug in der Ausführung für taktische Einsätze

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München, 12. Dezember 2016 – Airbus Defence and Space hat die erste für taktische Missionen qualifizierte A400M an die Luftwaffe ausgeliefert. Deutschland kann die A400M nun auch über Kampfgebiet einsetzen.

Es handelt sich um das insgesamt sechste Transportflugzeug vom Typ A400M für Deutschland, das zusätzlich zu seiner weltweit einzigartigen Leistungsfähigkeit als strategisches Transportflugzeug nun erstmals auch mit neuen taktischen Fähigkeiten aufwarten kann. Alle bisher gelieferten Flugzeuge werden ebenfalls auf den neuen Standard gebracht und zusätzlich zur aktuellen Zertifizierung nachträglich umgerüstet. Die Neuerungen umfassen insbesondere Verbesserungen der Selbstschutzsysteme sowie der Fähigkeit zum Absetzen von Lasten und Fallschirmspringern. Zudem kann das Flugzeug auf unbefestigten Pisten starten und landen, im Tiefflug in einer Höhe von nur 150 Fuß über dem Boden operieren, andere Flugzeuge betanken und auch unter extrem hohen Temperaturen sicher starten und landen.

A400M Incirlik Meike Reetz 2 klein

© Luftwaffe / Meike Reetz

Kurt Rossner, A400M-Programmleiter bei Airbus Defence and Space, sagte: „Das A400M-Programm hat mit der Einführung dieser wichtigen Fähigkeiten dieses Jahr enorme Fortschritte gemacht. Im Vergleich zu älteren Flugzeugtypen wie der C-160 und der C-130, die von der A400M ersetzt werden, bietet die A400M die doppelte Nutzlast und kann trotzdem auf den gleichen Pisten operieren, wie die beiden alten Modelle. Es gibt kein anderes Flugzeug auf dem Markt, das taktische und strategische Fähigkeiten kombiniert wie es bei der A400M der Fall ist. Das Flugzeug wird die Lufteinsatzfähigkeit Deutschlands grundlegend verändern.“ Das neue Flugzeug ist mit einem Selbstschutzsystem (Defensive Aids Sub-System – DASS) ausgestattet. Es umfasst ein Flugkörperwarnsystem, einen Radar-Warnempfänger und ein erweiterbares Abwehrsystem mit Chaff-/Flare-Dispenser zur Störung von Radarsignalen. Das DASS für alle A400M-Flugzeuge wird bei Airbus Defence and Space in Ulm eingebaut.

Die A400M ist für das Absetzen militärischer Lasten und humanitärer Hilfsgüter bis zu einem Stückgewicht von jeweils acht Tonnen (beispielsweise 24 Ein-Tonnen Paletten) über die Flugzeugrampe voll zertifiziert. Weitere Lasten werden kontinuierlich in Flugtests qualifiziert.

Fallschirmspringer können in Gruppen von 20 Personen über die Rampe oder die Seitentüren abgesetzt werden. Fallschirmspringertests mit 30 Personen wurden bereits erfolgreich durchgeführt, die entsprechende Zulassung wird in Kürze erwartet. Die Flugtests werden fortgesetzt, um die Zahl der Springer zunächst auf 40 und später auf 58 in einem einzigen Absetzvorgang zu erhöhen.

Die A400M ist für den Einsatz auf Graspisten zugelassen und hat ihre Einsatzfähigkeit auf Geröll- und Sandpisten bewiesen; die entsprechende Zertifizierung läuft. In bergigem Gelände können Piloten per manueller Steuerung Tiefflüge in einer Höhe von 150 Fuß bei Tag und 300 Fuß bei Nacht absolvieren. Die Entwicklung einer automatischen Tiefflugfähigkeit ist bereits weit fortgeschritten. Das Flugzeug ist dafür zertifiziert, im Flug betankt zu werden und als taktisches Tankflugzeug selbst Kampfflugzeuge und andere Großflugzeuge bei Tag zu betanken. Die Fähigkeit zur nächtlichen Betankung wurde bereits demonstriert und wird demnächst zugelassen.

In der neuesten Konfiguration ist die A400M für den Betrieb bei Temperaturen bis zu 55 Grad Celsius auf Meereshöhe zertifiziert und erbringt hervorragende Leistungen unter „Hot and High“-Bedingungen auf schwierigsten Pisten auf der ganzen Welt. Im Falle eines mechanischen Problems oder eines Gefechtsschadens ist das Flugzeug für den Start und Betrieb mit nur drei der vier leistungsstarken Triebwerke zugelassen, was seine Einsatzautonomie erhöht.

© www.airbusdefenceandspace.com

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