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Neue Aufgaben für die Artillerie

Wirkung von Artilleriemunition 155 mm mit Annäherungszünder. (Foto © WTD 91)
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Die Bedeutung der Feuerunterstützung im modernen Gefecht

Von Major Robert von Dombrowski, Batteriechef 2./Artilleriebataillon 295

Wirkung von Artilleriemunition 155 mm mit Annäherungszünder. (Foto © WTD 91)

Kriege beginnen, um einem Gegner mit militärischen Mitteln den eigenen Willen aufzuzwingen, und sie enden, wenn dies gelungen ist oder die militärischen Mittel erschöpft sind. Fortan ist aus einer defensiven Grundhaltung heraus eine Logik des Krieges, dem Gegner die Fähigkeit zum Führen von Kriegen zu nehmen. In einem Multidomänenansatz wird der Artillerie als einer Truppengattung des Heeres, die Führung, Aufklärung und Wirkung in einem Systemverbund vereint, und als Hauptträger der Feuerunterstützung eine besondere Rolle zuteil. Neue Aufgaben sind im eigentlichen Sinne nicht neu, sondern eher eine Wiederkehr mit notwendigen Anpassungen an die Herausforderungen und technologischen Neuerungen der jeweiligen Zeit.

Aufgaben der Feuerunterstützung

Feuerunterstützung wirkt streitkräftegemeinsam und bezieht neben den Sensoren und letalen Effektoren des Heeres auch die der Marine und Luftwaffe mit ein. Sie schafft auf dem Gefechtsfeld Voraussetzungen für Operationen vor allem bodengebundener Kräfte. Dazu zählen unter anderem die Neutralisierung gegnerischer Kräfte wie zum Beispiel deren Artillerie, Flugabwehrsysteme, logistische Versorgungseinrichtungen und Kommandostrukturen. Damit leistet die Feuerunterstützung einen Beitrag zum Feuerkampf der Landstreitkräfte, erwirkt Wirkungsüberlegenheit und vermindert eine frühzeitige Abnutzung eigener Kräfte. In einer laufenden Operation müssen neben vorgeplanten Zielen auch Gelegenheitsziele (Targets of Opportunity) in enger Abstimmung mit den vorn eingesetzten Kampftruppenverbänden bekämpft werden können. Dies ist die Aufgabe der Joint Fire Support Teams, welche die unterste taktische Ebene darstellen, in der die Kampftruppe beraten und auf der die Feuerunterstützung mit Wirkmitteln angewendet wird, und der weiteren Koordinierungselemente der Streitkräftegemeinsamen Taktischen Feuerunterstützung auf den Ebenen vom Kampftruppenbataillon aufwärts.

Führung Überraschende und reaktionsschnelle Schwerpunktbildung durch Feuerunterstützung erfordert effiziente Führungsstrukturen, ein hohes Maß an Digitalisierung und die Überlegung zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur effizienten Ressourcenallokation und Unterstützung von Entscheidungsprozessen. Der Faktor Zeit ist von entscheidender Bedeutung bei dem erfolgreichen Einsatz von Artillerie. Mit dem Führungs- und Waffeneinsatzsystem ADLER (Artillerie-, Daten-, Lage-, Einsatzund Rechnerverbund) verfügt die Truppengattung bereits über ein eigenes digitales Führungs- und Waffeneinsatzsystem. Führungsebenen der Kampftruppe nutzen ein anderes digitales Führungssystem (z. B. SitaWare, welches ebenfalls von der Artillerietruppe genutzt wird). Eine störungsfreie, kompatible und ebenenübergreifende digitale Schnittstelle zur bruchfreien Übermittlung von Informationen ist essenziell für eine Einbindung in Operationen, um letzten Endes deren Erfolg zu garantieren.

Die permanente Gefahr der Aufklärung aus der Luft und dem elektromagnetischen Spektrum stellt besondere Herausforderungen an Standort, Größe, Tarnung und digitale Kommunikation von Gefechtsständen. Kleinere oder mobile Gefechtsstände können diese Gefahren minimieren. Ein weiterer Ansatz kann der Einsatz von KI sein, um den Personalkörper und dabei auch den Platzbedarf von Gefechtsständen und die Reaktionszeit zur Entscheidungsfindung weiter zu reduzieren. Unabdingbar für das Funktionieren eines solchen Systems ist die permanente Einspeisung von Daten und Informationen, auf deren Grundlage Prozesse zeitgerecht und effizient entschieden und durchgeführt werden können. Der Entscheidungsprozess, welche Feuereinheit gemessen an Reichweite, Wirkungsforderung und Kampfbeladung einen Feuerauftrag ausführt und wie sie im Anschluss versorgt oder instandgesetzt wird, sollte ohne zeitlichen Verzug automatisiert umgesetzt werden können. Ein KI-basiertes System kann jederzeit ein optimiertes und auftragsangepasstes Ressourcen-Allokations-Management anbieten. In einer weiteren Ausbaustufe könnte Künstliche Intelligenz aufgrund verfügbarer Informationen in der Lage sein, neue Schwerpunkte schneller zu erkennen und daraus abgeleitet Vorschläge zur neuen Raumordnung zu erstellen.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe!

 

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