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Neue Aufgaben für unbemannte Marineeinheiten

Eine SEAGULL der zweiten Generation während der Übung Digital Horizon im Golf von Bahrain. Im Hintergrund das Patrouillenboot „USS Monsoon“ der US Navy (Foto © Elbit Systems Deutschland)
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Ulm, November 2023 – Getrieben durch die Erkenntnisse aus aktuellen Kriegs- und Krisengebieten, eröffnet der Einsatz von unbemannt agierenden, autonomen Systemen eine neue Dimension der taktischen Einsatzführung. Nicht nur zu Land und in der Luft, sondern auch auf See, so zum Beispiel zum Schutz von küstennahen Seegebieten, hochfrequentierten Schiffstransitrouten oder kritischer Infrastruktur, können Unmanned Surface Vehicles (USV) zum Einsatz kommen

Eines der technisch am weitesten entwickelten Systeme dieser Art ist das SEAGULL USV des international agierenden Verteidigungsunternehmens Elbit Systems Ltd. Die zweite, leistungsgesteigerte Generation dieses Systems wurde erst kürzlich erfolgreich im Rahmen der Übung Digital Horizon von der US Navy in aktuellen Szenarien auf seinen Einsatzwert hin getestet.

Das einzigartige Konzept der SEAGULL, mit modularen Systembausteinen ein USV anzubieten, das in kürzester Zeit für den Einsatz in einer Vielzahl von taktischen Operationen und Rollen umzurüsten ist, trifft das hohe Interesse von Seestreitkräften sowie Grenzschutz- und Polizeikräften in ganz Europa. „Gerade im Hinblick auf die stark gefährdeten und hochdynamischen Operationen im Ostseeraum, kann das SEAGULL-System seine Flexibilität voll ausspielen. Insbesondere beim Schutz kritischer Infrastruktur auf einer 24/7/365-Basis, bei der unbemannten Seeminenräumung und dem Seabed Warfare, zur U-Bootabwehr in Küstennähe, beim Flottenschutz als Träger von Sensorik für den elektronischen Kampf sowie zur Bildung eines vorgelagerten Schutzperimeters für Flottenverbände eignet sich die SEAGULL ausgezeichnet“, erklärt Tobias Willuhn, VP der Business Unit ISTAR EW bei Elbit Systems Deutschland.

Minenräumung, hocheffizient und aus sicherer Entfernung

Das System SEAGULL besteht aus einer 13 m langen, bemannt oder unbemannt zu operierenden Plattform, das mithilfe spezieller Rüstsätze an verschiedene Missionen angepasst wird. So kann die SEAGULL, ausgestattet z.B. mit Hüllen-, Schlepp- oder Tauchsonar, Fremdkörper unter Wasser aufklären, um sie anschließend durch ein zweites System mit einem sog. ROV (Remotely Operated Vehicle) mit Video-Payload klassifizieren und mittels Detonator räumen zu lassen – während sich das den kompletten Vorgang steuernde Personal in sicherer Entfernung an den Konsolen befindet. Der vollumfängliche und unbemannte Betrieb konnte bereits 2022 bei einer Übung in der Nordsee unter schwierigen Bedingungen zuverlässig nachgewiesen werden.

Im Vergleich zur herkömmlichen Seeminenräumung mit den gängigen Methoden der Bundeswehr kann so ohne jegliche Gefährdung von Menschenleben in einem Bruchteil der Zeit ein ebenso großes Seegebiet geräumt werden – und das zu einem wesentlich günstigeren Gesamtpreis. Eine große Bedeutung kommt dabei der Standzeit der SEAGULL zu, die bei der zweiten Systemgeneration schon bei über 6 Tagen im ferngelenkten Betrieb ohne Nachtanken liegt.

Flexibilität in hoch-dynamischen Szenarien

Bereits eine kleine Flotte SEAGULL USV mit entsprechender Ausrüstung ist so in der Lage, die Effizienz der Aufklärung, Identifikation und Räumung von Seeminen in einem Seegebiet um ein Vielfaches zu steigern.

In einem solchen Szenario könnte z.B. die Steuerung von einer begleitenden Marineeinheit oder auch aus einem Command-and-Control-Center an Land erfolgen – eine Fähigkeit, die den effektiven und ungefährdeten Einsatz von hochspezialisierten Operateuren und Besatzungen für die Marine erlaubt. „Gerade der KI-gestützte und ständig weiterentwickelte autonome Betrieb des SEAGULL-Systems trifft den Nerv der taktischen Operateure der Marine. Mit dem Human-in-the-Loop-Ansatz ergibt sich eine Betriebsart, die den Operateur von Routineaufgaben stark entlastet und ihm im Event-Fall ein klares Lagebild für die schnelle Entscheidungsfindung anbietet. Damit lassen sich auf der einen Seite sehr lange Einsatzzeiten darstellen, auf der anderen Seite bietet die Möglichkeit, zeitgleich mehrere SEAGULL USV zu bedienen, einen echten Force-Multiplier-Effekt“, ergänzt Willuhn.

Aufbau eines erweiterten EW-Sensor- und Schutzparameters für Fleet-Protection-Operationen
(Foto © Elbit Systems Deutschland)

Neben der Rolle als ROV-Minenjäger kann die SEAGULL alternativ mit anderen Rüstsätzen versehen werden und z.B. als wendiger, unauffälliger U-Boot-Jäger in küstennahen Seegebieten fungieren, um größere Einheiten zu ergänzen oder zu entlasten. In dieser Funktion wird der Bootskörper mit entsprechenden Sonaranlagen und einem Torpedowerfer ausgestattet und ebenfalls von einem anderen Schiff oder einem C2-Center aus gesteuert, sodass auch auf diesen Missionen die Effizienz nicht zu Lasten der Sicherheit der Soldaten geht.

Eine weitere hochrelevante Rolle ergibt sich für die SEAGULL im Bereiche der Fleet Protection. Aufbauend auf dem flexiblen und modularen Rüstsatzkonzept lässt sich das USV mit umfangreicher EW-Sensorik und -Effektorik bestücken.

Damit lässt sich um den Einsatzflottenverband ein voll vernetzter Schutz- und Aufklärungsperimeter aufbauen, der speziell in küstennahen Gebieten mit hohem Gefährdungspotential eine schnelle Ortung sowie Identifizierung von Gefahrenquellen ermöglicht und so wertvolle Zeit für Gegenmaßnahmen einspart.

„Wir sind in der Lage, dem Kunden eine Komplettlösung aus einer Hand anzubieten –  von der voll- bzw. teilautonom operierenden USV-Einheit, über fortschrittlichste Operateur-Konzepte bis zu State-of-the-Art Sonar-, EW- sowie optische Sensorik und Effektorik – und somit einen Mehrwert, der weit mehr umfasst als die Summe aller Teile“, stellt Tobias Willuhn abschließend fest.

Mehr Informationen finden Sie unter www.elbitsystems-de.com.

Text: Daniel Kromberg

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